Die Artpraxis, das Gasthaus und die Bäckerei geschlossen. Die Jungen leben im Neubaugebiet oder ziehen weg, die alten Häuser an der Hauptstraße unbewohnt, der einzige Bauernhof liegt weit draußen. So oder so ähnlich lässt sich die Gegenwart in vielen Dörfern Südwestdeutschlands bündeln. Der Vortrag beschäftig sich mit ländlichem Wandel in der jüngeren Vergangenheit, der bislang (noch) nicht in den Archiven dokumentiert ist. Dabei geht es vor allem um die Frage, wie dieser Wandel geschichtswissenschaftlich beforscht und erzählt werden kann. Arnold Stadler, Tommie Goerz, Dörte Hanse u. v. a haben sich mit der Transformation ihrer Dörfer literarisch auseinandergesetzt. Der Vortrag nähert sich ländlichem Wandel aus interdisziplinären Perspektiven und stellt auch die Frage, ob im Bereich der Literatur Anleihen für die Geschichtswissenschaft zu finden sein könnten.
Referenten: Prof. Dr. Andreas Sommer, PH Weingarten
Veranstalter: Zentrum für Regionalforschung