Dieser stieß bei allen Beteiligten auf große Begeisterung. Unter der Leitung von den Dozierenden der PH Weingarten Ellen Komm, Professor Dr. Christian Urff und Professor Dr. Tobias Huhmann gestalteten 32 Masterstudierende der PH insgesamt 16 unterschiedliche Lernstationen, die den Kindern substanzielle und aktivierende Lernumgebungen boten.
Alle Dritt- und Viertklässler der Grundschule nahmen in Zweiertandems an dem besonderen Unterrichtstag teil. Innerhalb von 90 Minuten erkundeten sie jeweils drei Lernstationen, an denen sie mathematische Fragestellungen handelnd, forschend und kreativ bearbeiten konnten. Dabei rauchten nicht nur sprichwörtlich die Köpfe – die Kinder waren hoch konzentriert, stark aktiviert und mit sichtbarer Freude bei der Sache. Eine der mitorganisierenden Lehrerinnen brachte es auf den Punkt: „Die Kinder waren nachher im Klassenzimmer so positiv erschöpft und ausgeglichen nach dem Arbeiten an den Lernstationen, das habe ich selten so gesehen.“
Auch für die beteiligten Studierenden war der Mathetag eine wertvolle Erfahrung. In der gemeinsamen Reflexion betonten sie, wie praxisnah und bedeutsam solche Formate auf dem Weg zum Lehrerberuf sind. „Da sieht man richtig, wie die Kinder lernen, und ist unmittelbar daran beteiligt“, so der Tenor. Besonders eindrücklich empfanden viele, wie herausfordernd es ist, sich bei der Lernbegleitung zurückzuhalten und den Schülerinnen und Schülern nicht vorschnell Impulse zu geben, sondern ihren Denkwegen zu folgen. Diese Erfahrung selbst zu machen, sei deutlich nachhaltiger, als sie nur zu beobachten. „Das Gefühl nimmt man mit, das bleibt – und genau dadurch lernt man durch die eigene Erfahrung“, resümierte eine Studentin.
Der erste Mathetag an der FAMS war damit ein voller Erfolg. Kinder, Lehrkräfte, Studierende und Dozierende der Pädagogischen Hochschule sind sich einig: Dieses Format bereichert das Mathematiklernen und die Lehrerbildung gleichermaßen. Und so gilt schon jetzt: Nach dem Mathetag ist vor dem Mathetag – eine zweite Auflage ist bereits geplant.
Die Kooperation mit der Grundschule Langenargen zeigt, wie Transfer in der Region gelingen kann: als wechselseitiges Lernen zwischen Hochschule und Schule mit konkretem Mehrwert für Kinder, Studierende und für die Weiterentwicklung von Lernumgebungen. Die Umsetzung im realen Schulkontext machte für die angehenden Lehrkräfte erfahrbar, dass die Qualität von Lernangeboten nicht allein an der passenden Software oder dem passenden Lernmaterial hängt, sondern an der didaktischen Einbettung und sensiblen Begleitung. Gleichzeitig profitierte die Schule vom unmittelbaren Zugang zu aktuellen Lernumgebungen aus der Entwicklungsforschung der PH und didaktischen Ideen für die Weiterentwicklung des Unterrichts.
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Text: Prof. Dr. Christian Urff
Fotos: Prof. Dr. Tobias Huhmann


