Für den 1988 aus verschiedenen Arbeitsgruppen und Arbeitskreisen entstandenen Verband Baden-Württembergischer Wissenschaftlerinnen (VBWW) ist die Förderung von Wissenschaftlerinnen in frühen Karrierephasen ein besonderes Anliegen. Alle zwei Jahre schreibt der VBWW den Maria Gräfin von Linden-Preis aus, der im Rahmen des Symposiums „Was Frauen forschen – Ein wissenschaftliches Kaleidoskop“ in den Kategorien Lebenswissenschaften sowie Geistes- / Sozialwissenschaften vergeben wird.
Das Symposium, so der VBWW, biete Wissenschaftlerinnen eine Plattform, um ihre Forschungsergebnisse sichtbar zu machen sowie unterhaltsame und intellektuell herausfordernde Einblicke in ihre Wissenschaftsdisziplin zu geben. Die Wissenschaftlerinnen stellen beim Symposium ihre Forschungsergebnisse und aktuelle Ergebnisse daraus vor. Ausgezeichnet werden diejenigen, die durch einen besonders überzeugenden wissenschaftlichen Beitrag sowie dessen fundierte Vermittlung überzeugt haben. Die Auswahl erfolgt auf Grundlage einer Bewertung durch die Teilnehmenden des wissenschaftlichen Symposiums.

Dr. Juliana Gras erhielt für ihren Vortrag „Demokratie(bildung) für alle“ den Maria Gräfin von Linden-Preis 2025 in der Kategorie Geistes- / Sozialwissenschaften. „Ich freue mich sehr über die Anerkennung meiner Arbeit und die damit verbundene Sichtbarmachung“, sagt sie. Juliana Gras lehrt im Fach Erziehungswissenschaft an der PH Weingarten und ist im PH-Forschungszentrum für Bildungsinnovation und Professionalisierung tätig. Ausgehend von ihrer Dissertation zur „Demokratiepädagogik im Kontext von Integration“ forscht und lehrt sie zu zentralen Fragen der Demokratiebildung, Partizipation und Inklusion in pluralen Gesellschaften. Vor dem Hintergrund einer von Diversität geprägten demokratischen Gesellschaft, die zunehmend mit gesellschaftlichen Polarisierungsprozessen und demokratiebezogenen Herausforderungen konfrontiert ist, rücke die Notwendigkeit der Demokratiebildung zunehmend in den Blick, betont die Preisträgerin. Ergänzend zu ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit verfügt Juliana Gras über mehrjährige Erfahrung im schulischen Kontext sowie in der Beratung zur Unterrichtsentwicklung. Schule sei diejenige Institution, die (fast) alle Kinder und Jugendlichen erreiche, sagt sie. Umso dringlicher sei der Auftrag der Schule, demokratisches Wissen und demokratische Erfahrungsräume zu eröffnen. „Ziel demokratiepädagogischer Ansätze ist es, alle Schülerinnen und Schüler systematisch in demokratische Lern- und Erfahrungsprozesse einzubeziehen.“ Demokratiepädagogische Formate seien hierfür unerlässlich, zugleich stellten sie ‚nur‘ einen Teil einer demokratischen Schul- und Unterrichtskultur dar.
Zum Maria Gräfin von Linden-Preis
Mit dem Namen des Preises wird Maria Gräfin von Linden geehrt. Sie legte 1891 in Stuttgart als erste Württembergerin die Reifeprüfung ab und promovierte 1895 an der Universität Tübingen als erste Deutsche in den Naturwissenschaften. 1910 erhielt sie als erste Frau in Deutschland die Titularprofessur als „Vorsteher“ des Parasitologischen Laboratoriums der Universität Bonn.
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Text: Barbara Müller
