Home » Forschung » Forschung zu Corona

Forschungsprojekte zur Corona-Pandemie

Sportwissenschaft

Auswirkungen der Corona-induzierten Schulschließungen auf die körperliche Aktivität von Grundschulkindern – eine Fallstudie
Seit September evaluiert das Fach Sportwissenschaft das Schulsportprogramm der Grundschule Neuwiesen. Ursprünglich waren 5 Messzeitpunkte geplant, in denen die körperliche Fitness und andere Faktoren gemessen werden sollten. Aufgrund der Schulschließungen musste ein Messzeitpunkt ausgesetzt werden. Das Fach Sportwissenschaft plant nun, das Projekt anzupassen und zu prüfen, welche Auswirkungen die Pandemie und ihre gesellschaftlichen Konsequenzen auf körperliche Aktivitäten von Grundschüler*innen am Beispiel der Neuwiesen-Grundschule haben. Dazu sollen die Ergebnisse des Messzeitpunktes des Projektes „Fit & Clever in der Schule“ vor der unterrichtsfreien Zeit mit den Ergebnissen des Messzeitpunktes nach Wiedereröffnung der Schule vergleichen werden. Außerdem ist eine zusätzliche Schülerbefragung zu ihrem Sportverhalten zwischen den beiden Messzeitpunkten geplant: Was hat sich in der Zeit Zuhause verändert? Es soll überprüft werden, ob Verschlechterungen oder Verbesserungen der motorischen Leistungsfähigkeiten erkennbar sind.
Projektverantwortliche: Prof. Dr. Stefan König, Elke Weyermann, A. Lamparter

Sport- und Bewegungsverhalten in Pandemiezeiten – Inwiefern haben Gewohnheitsveränderungen durch die Corona-Krise einen Einfluss auf die körperliche Aktivität von Studierenden an der PH Weingarten?
Im Rahmen dieses Forschungsprojekts, das Gegenstand einer Bachelorarbeit im Studiengang Bewegung & Ernährung ist, soll exploriert werden, inwieweit das Leben der Studierenden der Pädagogischen Hochschule Weingarten, das im Regelfall durch hohe Sitzzeiten, Zeitdruck und Prüfungsstress geprägt ist, zu Veränderungen mit Blick auf die körperliche Aktivität der Studierenden geführt hat. Dabei ist zu berücksichtigen, dass in dem untersuchten Zeitraum (März bis Oktober 2020) über viele Wochen alle öffentlichen und privaten Sportanlagen und Sportstätten, insbesondere Fitness-Studios sowie Tanzschulen u. ä. Einrichtungen, geschlossen hatten. Ziel ist eine Theorie kleiner Reichweite zu generieren, die über das Verhalten von Studierenden Aussagen macht.
Projektverantwortliche: Prof. Dr. Stefan König, J. Iserhardt, I. Martin, A. Heckel

Auswirkungen der Corona-Krise auf die sportlichen Aktivitäten von Grundschulkindern
In diesem Projekt, das Gegenstand einer Masterarbeit im Studiengang Lehramt Primarstufe (Verfasserin Leonie Schick) ist, wird im Zeitraum von März bis Oktober 2020 untersucht, inwieweit die Schulschließungen und die damit unterbrochene Versorgung mit Regelsportunterricht sich auf das Bewegungsverhalten und die körperliche Aktivität von Grundschulkindern ausgewirkt haben. Hierbei sind theoretisch zwei Szenarien denkbar: Einerseits haben Schülerinnen und Schüler möglicherweise ihren Medienkonsum erhöht, andererseits ist denkbar, dass sie durch Bewegung, Spiel und Sport im Freien die körperliche Aktivität gesteigert haben. Diese Fragestellung wird im Rahmen einer explorativen Studie mit ca. 100 bis 150 Kindern im Alter von 6 bis 11 Jahren aus den unterschiedlichen Schulen in Baden-Württemberg auf Fragebogenbasis durchgeführt. Die Auswertung erfolgt mittels deskriptiver und inferenzstatistischer Verfahren.
Projektverantwortliche: Prof. Dr. Stefan König, L. Schick

Alltagskultur und Gesundheit

Lern-Stoff- Die Alltagsmaske
Was ist eine Alltagsmaske? Wie verwende ich diese, kann ich die auch selber herstellen und gab es solche Schutzmasken schon in früherer Zeit? In diesem Forschungsprojekt wird unter Einbeziehung kulturanthropologischer und naturwissenschaftlicher Gesichtspunkte die Gestalt, Material, Funktion und der Einsatz von Gesichtsschutzmasken früher und heute erforscht und reflektiert. Im Zentrum stehen dabei die fachlichen Kategorien von Schutz, Schmuck und Scham, die Alltagsmasken im Spannungsfeld zwischen modischem Anspruch und gesundheitlichem Schutz erforschen. Erschlossen werden fachliche Aspekte von „Alltagsmasken“ als Schmuck mit dem Fokus auf die Realisierung mit Mittel der ästhetischen Textilgestaltung (modische Bezüge zu den ästhetischen Anforderungen an dieses neue „Bekleidungsaccessoire“ und deren Vermarktungsstrategien). Das „Phänomen“ der Masken als Schutz bei Seuchen/ Epidemien/ Pandemien, sowie Formen der kulturellen Tradierung, werden in der fachlichen Disputatio zusammengestellt. Die Vermittlung von Handlungskompetenzen im Bereich der eigenen Herstellung von Alltagsmasken im Unterricht und privaten Haushalt werden evaluiert, sowie konkrete Bezüge und Umsetzungsmöglichkeiten für die schulische Bildung erschlossen. In diesem Zusammenhang geht es auch um die Gebrauchswerterhaltung und die sinnvolle Weiterverwendung von textilen Materialen (zentraler fachlicher Diskurs zur Nachhaltigkeit). Neben den privaten Produktionen geht es um den „Globalen Textilhandel“, die globalen Handelswege der medizinischen Schutzmasken und der fachlichen Erschließung der aktuellen Textilen Netzwerke im Kontext von BNE. Hier werden die regionalen textilproduzierenden Wirtschaftszweige - die in dieser besonderen Bedarfslage auf die Maskenproduktion umgestellt haben – im Sinne der Nachhaltigkeit besonders fokussiert. Es werden des weiteren Vermittlungsformen und Handlungsebenen für den fachlichen Bildungsauftrag und die unterrichtliche Realisierung für Bildungseinrichtungen reflektiert. Prof. Dr. Marieluise Kliegel (Projektleitung); Melina Figel (Werkstattleitung) Kooperationspartner: Vamos Juntos FSJ Projekt Lena Beck, Schuhputzer in Bolivien (www.vamosjuntos.de)

Zwiebelsystem - Bekleidungsphysiologische Aspekte für die richtige Kleidung im Klassenraum
Ausgehend von dem fachlichen Zusammenhang von Körper-Kleidung-Klima (vgl. Jürgen Mecheels, Körper- Kleidung- Klima: Grundzüge der Bekleidungsphysiologie Berlin 1998) werden hier die Bezüge zwischen den Pandemievorschriften für den Schulalltag und die adäquate Kleidung und andere textilen Möglichkeiten zur Gesunderhaltung des Körpers evaluiert. Dabei geht es neben den Formen der Bekleidung auch um die materiale Ausstattung, den damit verbundenen ökologischen Fußabdruck (z.B. bei den sogenannten Funktionstextilien, Mikroplastik im Wasser). In diesem Forschungsprojekt werden Kontexte zur Etablierung des fachlichen Diskurses in konkrete Handlungsebene für den Bildungsbereich erschlossen. Prof. Dr. Marieluise Kliegel

Textilkonsum in Zeiten der Pandemie
In dem Projekt werden Daten und Fakten zu den durch die Pandemie angewachsenen Altkleiderberge zusammengestellt. Der analytische Blick richtet sich auf das Phänomen der „Entsorgung“ im Kontext der Bildung für nachhaltige Entwicklung. Im Rahmen des Projektes werden Handlungsebenen zur Verbraucher- und Konsumerziehung erschlossen um Vermeidungsstrategien zu initiieren. Hier wird eine Verbindung zur Herstellung von z.B. Alltagsmasken aus Alttextilien hergestellt. Vgl. hierzu auch die Fachtagung: Hautnah unsere zweite Haut – Nachhaltigkeit und globale Verantwortung im Textilkonsum; 15. – 17.01.2021, Tagungshaus Weingarten, Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart Prof. Dr. Marieluise Kliegel (Kooperation mit Dr. Heike Wagner)

Institut für Bildungsconsulting

FiLuS - Fit im Lesen und Schreiben
Die Arbeitsstelle für Lernschwierigkeiten im Schriftspracherwerb (ALiSS), ein Teilprojekt des Instituts für Bildungsconsulting der Pädagogischen Hochschule Weingarten, setzt mit finanzieller Unterstützung der Bürgerstiftung Kreis Ravensburg und der Mossakowski Stiftung ein Förderprojekt für Grundschulkinder der 2. Klasse um. Mit Beginn des Schuljahrs 20/21 wurden über 50 Kinder der 2. Klasse im Landkreis Ravensburg in 18 verschiedenen Grundschulen beim Lesen- und Schreibenlernen unterstützt. 21 qualifizierte und speziell vorbereitete Lehramtsstudierende haben die Kinder in Intensivkursen in kleinen Gruppen gefördert. In die Förderung wurden die Kinder aufgenommen, die das Lesen und Schreiben in der ersten Klasse durch die „Corona-Auszeit“ nicht sicher erwerben konnten, da für das weitere Fortkommen der Kinder entscheidend ist, dass die Grundlagen in der Schriftsprache sicher gelegt sind. Nur so ist das weitere Voranschreiten in den nachfolgenden Klassen in allen Fächern unproblematisch. Hier setzt das Projekt FiLuS – Fit im Lesen und Schreiben – an: Die intensive Unterstützung soll den Kindern helfen, die durch den Shutdown entstandenen Rückstände aufzuholen, um den Anschluss nicht zu verlieren. Das Team der Arbeitsstelle, unter Leitung von Dr. Ute Fischer, und die beteiligten Studierenden arbeiten eng mit den beteiligten Grundschulen und den zuständigen Lehrkräften zusammenarbeiten, um eine bestmögliche Unterstützung der Kinder zu gewährleisten. Erste Ergebnisse des Projekts wird es Anfang 21 geben.


Educational Leadership in Times of Covid-19 – A Showcase from Twitter

Social media offers multiple parties inside and outside politics (e.g. teachers and other educational professionals) the opportunity to start bottom-up initiatives and acquire social capital (e.g. Rehm, 2018). Similarly, influenced by developments in society, such as the increased influence of information technology and individualization,the role of policy makers has changed and given way to a governance approach, wherein the (horizontal) cooperation between the government and (public) networks of relevant actors is central (e.g. Klijn & Koppenjan, 2012). In this context, social media platforms, such as Twitter, are increasingly utilized to share resources and initiate relevant discussions about (educational) policy (e.g. Cornelissen, 2015). Yet, previous research on this topic can be criticized on the basis of three main issues. First, while social capital has been identified and analyzed in a number of social media settings (e.g. Rehm, Cornelissen, Notten, Daly, & Supovitz, 2020), considerable uncertainty remains about how social capital and content might shape (educational) policy processes. Second, educational professionals, particularly educational leaders, have largely been neglected from the analysis of policy processes and social capital formation within social media. Finally, while “tweeting” has been identified as a central new information literacy practice (e.g. Click & Petit, 2010; Greenhow & Gleason, 2012), more research is required to map and better understand the underlying communication patterns within these spaces. The present study focuses on a selection of 15 US-based hashtags, including #WeLeadEd, #JoyfulLeaders and #FitLeaders, where educational leaders and policy makers exchange opinions, experiences and resources on the topic of school leadership. Moreover, special attention is being paid on the potential impact of the covid-19 pandemic on the applicable conversations on Twitter. Departing from a mixed-methods approach, we first used social network analyses to identify underlying activity patterns. Second, we employed web-scraping techniques to identify the sources (urls) of the links being shared and to collect all textual elements from these links. Finally, we used latent semantic analysis and latent dirichlet allocation, in order to analyze the underlying topical structure of the data set. Our results suggest a large network structure comprised of unique communities in which different types of users share a variety of resources. Moreover, we are able to identify different categories for the resources being shared, ranging from personal blogs to commercial vendors. Finally, our analysis allowed us to zoom in the actual content being shared, suggesting a number of topics that were central and influential to the discussion. These findings are valuable for researchers and practitioners alike, as they map the underlying communication patterns and provide valuable insights into who is moving what types of resources as part of the emerging governance approach on social media.
Projektverantwortlicher: Dr. Martin Rehm

Investigating the Impact of #covid19 on #breastfeeding in Social Media Spaces - A Pilot Study on Twitter
Breastfeeding is one of many health practices known to support the survival and health of mother and infant, yet low breastfeeding rates persist globally. These rates may be influenced by limited diffusion of evidence-based research and guidelines from the scientific community (SC). As recently highlighted by the National Academy of Sciences, there is a need for the SC to diffuse its findings to the public more effectively online, as means to counteract the spread of misinformation. In response to this call, we gathered data from Twitter for one month from major breastfeeding hashtags resulting in an interconnected social network (n= 3,798 users). We then identified 59 influencers who disproportionately influenced information flow using social network analysis. These influencers were from the SC (e.g. academics, researchers, health care practitioners), as well as interested citizens (IC) and companies. We then conducted an ego-network analysis of influencer networks, developed ego maps, and compared diffusion metrics across the SC, IC and company influencers. We also qualitatively analyzed their tweets (n=711) to understand the type of information being diffused. SC influencers were the least efficient communicators, although having the highest tweeting activity (80% of tweets) they reached fewer individuals compared to IC and companies (two-step ego size: 220± 99, 188 ± 124, 169 ± 97 respectively, P=0.24). Content analysis of tweets suggest IC are more active than the SC in diffusing evidence-based breastfeeding knowledge, with 35% of their tweets around recent research findings compared to only 12% by the SC. Nonetheless, in terms of outreach to the general public, the two-step networks of SC influences were more heterogenous than ICs (55.7 ± 5.07, 50.9 ± 12.0, respectively, P<0.001). Collectively, these findings suggest SC influencers may possess latent potential to diffuse research and evidence-based practices. However, the research suggests specific ways to enhance diffusion." Projektverantwortlicher: Dr. Martin Rehm

Wissenstransfer
Das Institut für Bildungsconsulting stärkt den Transfer von Bildung und Wissen in die Gesellschaft. Dort finden im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie zurzeit folgende Aktivitäten statt:

- Unterstützung von Schulen / Bildungsträgern bei der Bewältigung der “Online - Schule”
• Kreismedienzentrum
• Edith-Stein Schule Ravensburg / Aulendorf
• Gewerbliche Schule Ravensburg
• Geschwister-Scholl Schule Leutkirch
• Berufliches Schulzentrum Wangen
• Humpis-Schule Ravensburg
• Martinus-Schule Ravensburg (Sonderpädagogisches Bildungs- & Beratungszentrum)

Deutsch

Zeit des „Szenario“: Ein Diskurs-Handlungsformat vor und während „Corona“ im Rahmen allgemeiner Medien- und Gesellschaftstheorie.
Im Kern geht es um Begriff und Konzept des „Szenario“, seine Geschichte (seit den 1960er Jahren), Bedeutung (im Zusammenhang mit brisanten Fragen der Militärpolitik, Ökologie, Ökonomie usw.) und derzeitige Proliferation und „Karriere“ in Wissenschaft, Politik und Gesellschaft, der in den aktuellen Medien zurzeit dazu dient, die verschiedenen Dimensionen der von der Corona-Pandemie ausgelösten Krise (epidemiologisch-medizinisch, politisch, rechtlich, wirtschaftlich usw.) in prägnanter Form für die Öffentlichkeit verständlich darzustellen, aufeinander beziehend zu bündeln und ggf. mit entsprechenden Appellen und Handlungsweisen zu versehen (z.B. von Worst Case-Szenarien ungebremster Epidemie zum erwünschten Standard-Szenario des „flatting the curve“ bzw. „Hammer and Dance“, von den Szenarien des Gesundheitsrisikos zu den Szenarien des politisch-rechtlichen „Ausnahmezustands“ und der „Wirtschafts-Rezession“). Die Entwicklung und der Einsatz des „Corona“-Szenarios (vgl. zum Beispiel das bekannte bmi-strategiepapier vom März 2020) zeigt sich dabei eindrücklich als gutes Beispiel, wie die wissenschaftlich fundierte Regierungskunst zeitnah-realistischer Vorhersage und Vorsorge (Prognose und Prävention) politisches, wirtschaftliches und allgemein alltäglich-öffentliches Verhalten zur Maximierung gesamtgesellschaftlicher „Sicherheit“ zwischen „(ursprünglicher) Normalität“, „Ausnahmezustand“ und flexibler, zeitlich, regional und sektoriell gestuft-gestaffelter „Re-Normalisierung“ (als „Alte“ oder auch „Neue Normalität“) schon motiviert hat und noch motiviert bzw. motivieren wird (mit zurzeit offenbar recht beachtlichen ,Erfolgen' im Gesundheitswesen, und zugleich unterschiedlich bedrohlichen Szenarien zwischen V-, U- und L-Formation für die Wirtschaft oder unterschiedlichen Szenarien zwischen Ausnahmesituation und Normalfall in Politik und Recht zum Beispiel.

Mediendidaktik
Übersicht der Forschungsaktivitäten: Forschungsaktivitäten im Kontext von COVID-19

Erziehungswissenschaft

WEICHENSTELLUNG für Viertklässler
Seit dem Schuljahr 2014/15 werden an Schulen in den Landkreisen Biberach und Ravensburg Kinder und Jugendliche der vierten bis sechsten Klassen im Rahmen des Projekts „WEICHENSTELLUNG für Viertklässler“ sowohl in der Schule als auch außerhalb durch studentische Mentorinnen und Mentoren begleitet. Ziel des Mentoring-Programms ist es, junge Menschen zu stärken und chancengerechte Bildung zu ermöglichen. Es werden gezielt und individuell Kinder gefördert, die das Potenzial für einen höheren Schulabschluss haben, aber aus vielfältigen Gründen auf ihrem Bildungsweg wenig Unterstützung und Anregung erfahren. Zudem werden seit ca. einem Jahr auch Kinder von geflüchteten Familien im Rahmen von „WEICHENSTELLUNG für Zuwandererkinder und –jugendliche“ vorwiegend in ihrer Sprachentwicklung unterstützt. Beide Projekte sind auf einen direkten persönlichen Austausch zwischen Mentoren und deren i.d.R. drei Mentees ausgerichtet. Die studentischen Mentoren kommen regelmäßig an die Schulen der Kinder um diese dort individuell in der Kleingruppe zu fördern und unternehmen darüber hinaus mit ihren Mentees Exkursionen außerhalb des Unterrichts. Im Verlauf des Projekts stellt sich so eine vertrauensvolle Beziehung ein, welche das Fundament für ein fruchtbares von- und miteinander Lernen darstellt. Die aktuelle durch das Corona-Virus bedingte Situation bringt dieses gewohnte Konzept an seine Grenzen. Die Studierenden können aktuell weder in der Schule für die Kinder persönlich da sein, noch außerhalb der Schule ihre vielfältigen Unternehmungen mit den Mentees gemeinsam durchführen. Das Projekt geht daher neue Wege. Die Förderung durch die Mentorinnen und Mentoren findet über andere Kommunikationswege statt, allen voran die elektronischen Medien. Für einzelne Mentorinnen und Mentoren ergeben sich hier besondere Herausforderungen. Ein paar Familien des Projekts sind nicht in ausreichender Zahl mit Medien wie Smartphones oder Computern ausgestattet. Da die wenigen Geräte häufig von den Eltern für deren Arbeit benötigt werden, können die Kinder Aufgaben, die ihnen digital zur Verfügung gestellt werden nicht zuverlässig bearbeiten. Regelmäßige Telefonate mit der Mentorin bzw. dem Mentor lassen sich ebenfalls nicht immer realisieren. In solchen Fällen greifen die Studierenden sogar auf Kommunikationswege wie Postbriefe zurück. In den meisten Fällen findet die Förderstunde aber mittlerweile am Telefon statt. Die Studierenden stehen mit den Kindern damit weiterhin regelmäßig im direkten Austausch und die Beziehung wird weiterhin gepflegt. Im Idealfall lassen sich wöchentlich fest terminierte Videotelefonate organisieren, die es zusätzlich zum Austausch noch ermöglichen, sich gegenseitig etwas zu zeigen. Die Mentorinnen und Mentoren und die Mentees. Beide Projekte leisten einen wichtigen Beitrag für mehr Chancengerechtigkeit. Diese Ausrichtung ist nun mehr denn je gefragt. Es wird befürchtet, die aktuelle Situation der Schulschließungen könnte die bereits bestehende Bildungsungerechtigkeit weiter verstärken. Die Unterstützung durch WEICHENSTELLUNG wirkt dem entgegen.
Projektverantwortlicher: Prof. Dr. Bernd Reinhoffer
Weitere Informationen: Factsheet WEICHENSTELLUNG

Deutsch/ Mediendidaktik

Bildungsabbrüche und die Auswirkungen der Corona-Krise
In dem Forschungsprojekt „Bildungsabbruch“ werden die Kompetenzstände im Lesen und Rechtschreiben und die Motivation bei Neuntklässlern erfasst. Um die schulwirksamen Auswirkungen der Pandemiebekämpfung in Zusammenhang mit Bildungsabbrüchen zu bringen, wurde eine Verlängerung des Projektes beantragt. Die erste Erhebung fand im Herbst 2019 statt. Derzeit erfolgt die Planung für Herbst 2020. Hintergrund: In Deutschland verlassen nach wie vor viele Schüler*innen die Schule ohne Abschluss. Das Projekt „Bildungsabbruch“ erforscht, welche Ursachen einem Bildungsabbruch zugrunde liegen und welche Maßnahmen angeboten werden, um Bildungsabbruch zu verhindern. Projektverantwortliche: Prof. Dr. Cordula Löffler und Prof. Dr. Michael Henninger Weitere Informationen: bildungsabbruch.wordpress.com Kunst Coronakunst – eine transnationale Studie zur epidemischen Affektation ästhetischer Artikulationen im Feld individueller und intraindividueller Kommunikation vor dem Hintergrund einer Ethik des Raums Die intendierte Studie baut auf einem vorhandenen Netzwerk aus Institutionen der Kunstvermittlung, des Ausstellungswesens und Kunstschaffender auf. Die von der Pandemie global betroffenen Kulturschaffenden reagieren auf unterschiedliche Weise. Indizien deuten darauf hin, dass Bildende Künstler besonders insofern infiziert sind, als sie schneller als andere mit künstlerischen Antworten auf die Weltsituation ansprechen. Womöglich resultiert dies auf einer besonderen Empfindlichkeit bzw. Sensualität, die zur Verbildlichung drängt. Dem wäre mittels bildgebender Verfahren, wie sie auch in der Medizin üblich sind, nachzugehen. Beachtenswert sind Programmänderungen in Museen und Ausstellungshäusern, die nun Coronakunst zeigen. Etwa wird derzeit im Kunsthaus Bregenz von die Coronakunst „vorahnenden“ Werken gesprochen. Dem wäre i.E. nachzugehen. Über Einzelfalluntersuchungen und mit Hilfe von Leitfadeninterviews betroffener Künstler (Stichwort: Betroffenheitskunst) wird auf dem Wege qualitativer Forschung ein Blick auf die Affektationen geworfen. Dies soll in einem interdisziplinären Team aus Kunstschaffenden, Kuratoren, Kunstsoziologen, sozialwissenschaftlich orientierten Virologen, Philosophen (Lockdownphilosophen) und Soziologen geschehen. Leitung / Initiator: Prof. Dr. Martin Oswald  

Kontakt

Prorektorat für Forschung

Leitung
Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Müller
Tel.: 0751/501-8143
muellerw(at)ph-weingarten.de

Sekretariat
Regina Koros
Tel.: 0751/501-8143
Fax: 0751/501-58143
koros(at)vw.ph-weingarten.de

Servicezentrum Forschung

Forschungsreferentinnen

Susanne Weber
Tel.: 0751/501-8057
webers(at)ph-weingarten.de 

Sherin Sadek
Tel.: 0751/501-8141
sherin.sadek(at)vw.ph-weingarten.de  

Drittmittelbewirtschaftung
Ute Mehner
Tel.: 0751/501-8470
mehner(at)vw.ph-weingarten.de

Zertifikat