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Rezensionen von Studierenden der PH Weingarten

Gmehling, Will

Freibad. Ein ganzer Sommer unter dem Himmel



Verlag: Peter Hammer

160 Seiten

ab 10 Jahren

Die Geschwister Robbie, Katinka und Alf Bukowski bekommen als Dank für ihre mutige Rettung eines Kleinkindes, das im Hallenbad fast ertrunken wäre, Freikarten für die Freibadsaison. Normalerweise hätten sie sich das nicht leisten können, weshalb die Euphorie groß ist. Sie haben es nicht immer leicht, machen aber aus allem das Beste und halten als Geschwister zusammen. Alle drei setzen sich eigene Ziele, die sie bis zum Ende des Sommers erreichen wollen. Will Gmehling erzählt von den spannenden Abenteuern der Bukowskis, bei denen sie auf die unterschiedlichsten Menschen treffen. Dabei gelingt es Gmehling in einer humorvollen, leichten Art sogar schwierige Themen kindgerecht anzusprechen.

Persönliche Erfahrungen: Das Buch ist für Kinder ab 10 Jahren geeignet. Mein kleiner Bruder (11 Jahre alt, 5. Klasse) hat es innerhalb von drei Tagen verschlungen und fragte mich direkt im Anschluss, wann unser Freibad dieses Jahr endlich öffnen wird. Besonders gefallen haben ihm die lustigen Beschreibungen der Erwachsenen durch die Bukowskis und die alltäglichen Abenteuer im Freibad, die er selbst auch schon so erlebt hat, wie zum Beispiel das Springen vom 5m-Turm: wie viel Angst man anfangs hat, was für ein Kribbeln man beim Springen spürt und wie stolz man danach auf sich ist. Als erwachsene*r Leser*in wird man an seine eigenen schönen Kindheitsmomente im Freibad erinnert.

Hinweise für den Deutschunterricht: Das Kinderbuch eignet sich besonders für den Deutschunterricht in der 4. und 5. Klasse, ist sprachlich geprägt von einem einfachen Satzbau und wenigen Fremdwörtern. Auf unbeschwerte Weise werden Themen wie Armut, Rassismus und Inklusion aus kindlicher Perspektive behandelt. Auf Grund der sehr unterschiedlichen Charaktere können Schüler*innen vor allem die verschiedenen Perspektiven literarischer Figuren nachvollziehen.

Katharina Prang

Bildquelle: Katharina Prang

Link zum Verlag: www.peter-hammer-verlag.de/buchdetails/freibad

 


Wo ist Mia?

Die schüchterne Laura beobachtet am zugefrorenen See eine geheimnisvolle Frau mit einem roten Hut. Sie sitzt schon lange da und blickt starr in die Ferne. „Soll Laura fragen, ob sie sich nicht wohl fühlt? […] In einiger Entfernung bleibt Laura stehen“ (S. 8). Plötzlich fängt die Frau leise an, vor sich hin zu singen: „Mia Frey schwimmt in dem See. Ach Mia, Dumme, lass das sein. Mia Frey trinkt aus dem See. Sie kommt nie, nie mehr heim“ (S.11).

Der Gesang ist schön und traurig zu gleich, sodass sich in Laura ein mulmiges Gefühl breitmacht. Das Mädchen versucht, es zu ignorieren und eine einfache Erklärung dafür zu finden. Sie möchte die traurige Frau trösten und sucht nach den passenden Worten. Die Frau mit dem roten Hut steht mit einem Ruck auf und schreitet eilig davon.

Das seltsame Gefühl in Laura wird stärker. Obwohl Lauras Schwester ihr erklärt, dass die Frau mit dem roten Hut verrückt sei, geht ihr diese Frau nicht mehr aus dem Kopf. Die Frage nach Mia setzt ihr zunehmend zu und macht sie sehr traurig.

Durch einen Zufall trifft Laura die Frau auf dem Friedhof wieder. Sie nimmt all ihren Mut zusammen und geht zu ihr. „Doch dann schafft sie es nicht mehr. Sie setzt sich auf die Bank und fängt an, leise zu weinen“ (S. 49). Wird sich das Rätsel auflösen?

Der Erstlesetext ist durchaus anspruchsvoll, doch das geheimnisvolle Rätsel um Mia wird die Kleinen schnell fesseln. Das Kinderbuch handelt vom Leben, vom Alleinsein und vom Glücklichwerden. Unterstützt wird die gefühlvolle Lektüre mit den Schwarz-Weiß-Illustrationen von Annemie Heymans. Zudem versteht es der Autor, die Leserinnen und Leser in kurzen Sätzen ‚mitzunehmen‘. Er beschreibt prägnant und eindrücklich, was in Laura vorgeht, welche noch nicht gekannten Gefühle und Gedanken sich in ihr ausbreiten. Einfühlsam spannt er ein Geflecht aus Tatsachen, Gefühlen und einer Lösung, mit der Laura und die Frau mit dem roten Hut leben können.


Moeyart, Bart

Wo ist Mia?

Ravensburg: Maier 1994

64 Seiten

Stefanie Dämmig und Gudrun Mohr

Zertifikat