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Rezensionen von Studierenden der PH Weingarten


Gmehling, Will

Freibad. Ein ganzer Sommer unter dem Himmel

Verlag: Peter Hammer
160 Seiten

ab 10 Jahren

Die Geschwister Robbie, Katinka und Alf Bukowski bekommen als Dank für ihre mutige Rettung eines Kleinkindes, das im Hallenbad fast ertrunken wäre, Freikarten für die Freibadsaison. Normalerweise hätten sie sich das nicht leisten können, weshalb die Euphorie groß ist. Sie haben es nicht immer leicht, machen aber aus allem das Beste und halten als Geschwister zusammen. Alle drei setzen sich eigene Ziele, die sie bis zum Ende des Sommers erreichen wollen. Will Gmehling erzählt von den spannenden Abenteuern der Bukowskis, bei denen sie auf die unterschiedlichsten Menschen treffen. Dabei gelingt es Gmehling in einer humorvollen, leichten Art sogar schwierige Themen kindgerecht anzusprechen.

Persönliche Erfahrungen: Das Buch ist für Kinder ab 10 Jahren geeignet. Mein kleiner Bruder (11 Jahre alt, 5. Klasse) hat es innerhalb von drei Tagen verschlungen und fragte mich direkt im Anschluss, wann unser Freibad dieses Jahr endlich öffnen wird. Besonders gefallen haben ihm die lustigen Beschreibungen der Erwachsenen durch die Bukowskis und die alltäglichen Abenteuer im Freibad, die er selbst auch schon so erlebt hat, wie zum Beispiel das Springen vom 5m-Turm: wie viel Angst man anfangs hat, was für ein Kribbeln man beim Springen spürt und wie stolz man danach auf sich ist. Als erwachsene*r Leser*in wird man an seine eigenen schönen Kindheitsmomente im Freibad erinnert.

Hinweise für den Deutschunterricht: Das Kinderbuch eignet sich besonders für den Deutschunterricht in der 4. und 5. Klasse, ist sprachlich geprägt von einem einfachen Satzbau und wenigen Fremdwörtern. Auf unbeschwerte Weise werden Themen wie Armut, Rassismus und Inklusion aus kindlicher Perspektive behandelt. Auf Grund der sehr unterschiedlichen Charaktere können Schüler*innen vor allem die verschiedenen Perspektiven literarischer Figuren nachvollziehen.

Katharina Prang

Bildquelle: Katharina Prang

Link zum Verlag: https://www.peter-hammer-verlag.de/buchdetails/freibad


Moeyart, Bart

Wo ist Mia?

Ravensburg: Maier 1994
64 Seiten


Die schüchterne Laura beobachtet am zugefrorenen See eine geheimnisvolle Frau mit einem roten Hut. Sie sitzt schon lange da und blickt starr in die Ferne. „Soll Laura fragen, ob sie sich nicht wohl fühlt? […] In einiger Entfernung bleibt Laura stehen“ (S. 8). Plötzlich fängt die Frau leise an, vor sich hin zu singen: „Mia Frey schwimmt in dem See. Ach Mia, Dumme, lass das sein. Mia Frey trinkt aus dem See. Sie kommt nie, nie mehr heim“ (S.11).

Der Gesang ist schön und traurig zu gleich, sodass sich in Laura ein mulmiges Gefühl breitmacht. Das Mädchen versucht, es zu ignorieren und eine einfache Erklärung dafür zu finden. Sie möchte die traurige Frau trösten und sucht nach den passenden Worten. Die Frau mit dem roten Hut steht mit einem Ruck auf und schreitet eilig davon.

Das seltsame Gefühl in Laura wird stärker. Obwohl Lauras Schwester ihr erklärt, dass die Frau mit dem roten Hut verrückt sei, geht ihr diese Frau nicht mehr aus dem Kopf. Die Frage nach Mia setzt ihr zunehmend zu und macht sie sehr traurig.

Durch einen Zufall trifft Laura die Frau auf dem Friedhof wieder. Sie nimmt all ihren Mut zusammen und geht zu ihr. „Doch dann schafft sie es nicht mehr. Sie setzt sich auf die Bank und fängt an, leise zu weinen“ (S. 49). Wird sich das Rätsel auflösen?

Der Erstlesetext ist durchaus anspruchsvoll, doch das geheimnisvolle Rätsel um Mia wird die Kleinen schnell fesseln. Das Kinderbuch handelt vom Leben, vom Alleinsein und vom Glücklichwerden. Unterstützt wird die gefühlvolle Lektüre mit den Schwarz-Weiß-Illustrationen von Annemie Heymans. Zudem versteht es der Autor, die Leserinnen und Leser in kurzen Sätzen ‚mitzunehmen‘. Er beschreibt prägnant und eindrücklich, was in Laura vorgeht, welche noch nicht gekannten Gefühle und Gedanken sich in ihr ausbreiten. Einfühlsam spannt er ein Geflecht aus Tatsachen, Gefühlen und einer Lösung, mit der Laura und die Frau mit dem roten Hut leben können.

Stefanie Dämmig und Gudrun Mohr



De Beer, Hans

Kleiner Eisbär – Lass mich nicht allein, Lars!

Verlag: NordSüd Verlag
32 Seiten

ab 4 Jahren

„Kleiner Eisbär – Lass mich nicht allein, Lars!“ von dem niederländischen Autor und Illustrator Hans de Beer erzählt eine Geschichte über Freundschaft zwischen einem Eisbären und einem kleinen Schlittenhund.
Lars, der kleine Eisbär, lernt einen kleinen Schlittenhund namens Nanuk kennen, der auf der Suche nach seiner Mutter ist. Obwohl beide zu Beginn keine Freunde sind, hilft ihm Lars. Doch dafür müssen beide in die Menschenstadt am Meer und das, obwohl Lars von seinem Vater gewarnt wurde, dass Menschen gefährlich sind. Auf dem Weg zu Nanuks Mutter erleben die beiden Freunde viele kleine Abenteuer, die die beiden zusammenschweißt.
Dieses Buch greift das Thema Freundschaft auf. Trotz des schwierigen Anfangs und den unterschiedlichen Fähigkeiten, die beide besitzen, ergänzen sie sich und kommen gemeinsam an das Ziel. Durch das Abenteuer entsteht zwischen Lars und Nanuk eine tiefe Freundschaft.
Weil der kleine Eisbär und der kleine Schlittenhund in der Geschichte personifiziert werden (rudern, sprechen), können sich die Kinder mit den tierischen Figuren identifizieren. Dadurch können sie das Thema Freundschaft auf ihre Lebenswelt übertragen. Sie lernen, dass man sich zu Beginn nicht verstehen muss, damit sich eine gute Freundschaft entwickeln kann.
Unterstützt wird das Kinderbuch durch zahlreiche Bilder, die von dem Autor selbst illustriert worden sind. Außerdem benutzt Hans de Beer eine kindgerechte Sprache, die Leser*innen mitreißt.

Eva Dogan, Sara Nipcon und Pia Scherwitz

Bildquelle: https://nord-sued.com/programm/kleiner-eisbaer-lass-mich-nicht-allein-lars/



KNISTER

Hexe Lilli und das Geheimnis der Mumie

Würzburg: Arena Verlag 2014
112 Seiten

ab 7 Jahren

„Hexe Lilli und das Geheimnis der Mumie“ ist ein Kinderbuch einer Kinderbuchreihe, das vom Autor KNISTER (Künstlername für Ludger Jochmann) verfasst wurde.

Die Grundschülerin Lilli besitzt ein geheimes Hexenbuch, durch welches sie spannende Abenteuer erlebt. Wegen eines Gipsverbandes am Arm von Lillis jüngeren Bruder Leon wird das Interesse der beiden Kinder für das Thema Mumien geweckt. Ihre Mutter vereinbart mit Lillis Lehrerin, dass die Klasse die Pharaonen-Sonderausstellung im Museum besuchen kann. In der Ausstellung wird den Kindern aus dem Tagebuch eines Professors vorgelesen, der sich auf einer Expedition in Ägypten befand. Dabei bleibt ein Rätsel ungelöst, wie eine Mumie einen Steinsarg verlassen konnte, ohne dass jemand jemals zuvor die Grabkammer des Pharaos betreten hatte. Lilli will das Geheimnis lüften und benötigt dazu einen Gegenstand aus dieser Zeit von diesem Ort. Sie entwendet ein Sandkorn, mit dessen Hilfe sie in die Vergangenheit reist. Auf ihrer Zeitreise kommt sie dem Rätsel auf die Spur.

Die Schrift des Buches ist überdurchschnittlich groß und auf den einzelnen Seiten ist der Text übersichtlich gestaltet. Einzelne Wörter und Zeichnungen sind durch verschiedene Farben und Größen hervorgehoben. Durch diese formale Gestaltung wird den Leser*innen der Einstieg in das Lesen erleichtert. Der auktoriale Erzähler führt die Leser*innen durch das Buch. Der Schwierigkeitsgrad der verwendeten Sprache variiert. So werden Leser*innen zum Beispiel mit eventuell nicht leicht zu verstehenden Wörtern wie „Gastreferenten“ (S. 37), „Museumspädagoge“ (S. 40) oder „Fratzen“ (S. 84) konfrontiert. Die Syntax ist maßgeblich gekennzeichnet von Hauptsätzen.

Der Charakter der mutigen, aber nicht immer furchtlosen Lilli bietet besonders Leserinnen die Chance, sich mit der Protagonistin zu identifizieren. Deshalb sind wir der Meinung, dass sich dieses Buch vordergründig an Mädchen im Grundschulalter richtet. Das Buch kann auf Grundlage seiner zeitlosen, spannenden und informativen Erzählung die Leser*innen in die literarische Welt entführen.

Alena Paula Dämpfle, Elena Fetscher und Lisa Müller

Bildquelle: https://www.arena-verlag.de/artikel/hexe-lilli-und-das-geheimnis-der-mumie-978-3-401-06943-2



Nordqvist, Sven

Wie Findus zu Pettersson kam

Hamburg: Friedrich Oetinger 2002
26 Seiten

ab 4 Jahren

In dem Buch „Wie Findus zu Pettersson kam“ vom schwedischen Autor und Illustrator Sven Nordqvist geht es um das freundschaftliche Zusammenleben von Pettersson und seinem kleinen Kater Findus. Die Geschichte beginnt damit, dass Findus von Pettersson erzählt bekommen möchte, wie er zu Pettersson gekommen ist. Alles fängt damit an, dass der alte Pettersson einsam mit ein paar Hühnern auf einem kleinen Hof lebt, bis ihm seine Nachbarin einen kleinen Kater schenkt. Pettersson zeigt dem kleinen Findus seine Welt und die beiden wachsen immer mehr zusammen. Eines Nachts begibt sich Findus auf eine Entdeckungsreise durch Haus und Garten. Als Pettersson am nächsten Morgen aufwacht und Findus verschwunden ist, macht er sich voller Sorge sofort auf die Suche.

Die Geschichte greift die Themen Einsamkeit, Freundschaft und Herkunft auf, die Kindern auch in ihrer eigenen Lebenswelt begegnen. So wie Findus beschäftigen sich auch Kinder ab einem gewissen Alter mit ihrer Vergangenheit und ihrer Herkunft, was dazu führt, dass sie sich mit der Geschichte identifizieren können: Durch die Personifikation des Katers Findus kann dieser Prozess zusätzlich unterstützt werden. Die Erzählweise ermöglicht, dass die Leser*innen in die Geschichte involviert werden und beispielsweise bei der Suche nach Findus mitfiebern.

Laura Dörflinger und Veronika Traub

Bildquelle:  https://www.oetinger.de/buch/wie-findus-zu-pettersson-kam/9783789169168


Kästner, Erich

Das doppelte Lottchen

Berlin: Dressler Verlag 1959
169 Seiten

ab 10 Jahren


Der Roman „Das doppelte Lottchen“, eines der bekanntesten Kindergeschichten des deutschen Schriftstellers Erich Kästner, handelt von der Begegnung zweier identisch aussehender, neunjähriger Mädchen in einem Ferienlager. Dieses Aufeinandertreffen wird im Verlauf der Geschichte ihre Leben ordentlich auf den Kopf stellen.

In einem Sommerlager in Seebühl am Bühlsee treffen die sich äußerlich gleichenden, aber charakterlich gegensätzlichen Mädchen aufeinander. Luise Palfy, die äußerst selbstbewusste Tochter eines Komponisten aus Wien, ist empört darüber, dass die ruhige Lotte Körner aus München es wagt, mit dem gleichen Gesicht wie sie daherzukommen. Doch nach dem anfänglichen Konflikt finden die Mädchen zueinander und stellen fest, dass sie Schwestern sind, deren Eltern sich getrennt haben. Von dem Wunsch getrieben, Vater bzw. Mutter kennenzulernen, beschließen die Mädchen, ihren Eltern etwas vorzuspielen und ihre Namen, Frisuren, Kleider und Leben zu tauschen.

Eine Geschichte von Zwillingen, deren Themen auch heute noch aktuell sind. Sie befasst sich mit einer eher traurigen Thematik, die sich um die Trennung und das Zusammenfinden der Erwachsenen dreht. Das Erleben der Kinder wird dabei stets in den Blick genommen. Daher spricht das zeitlose Kinderbuch auch die heutigen Kinder an, da viele Heranwachsende durch eine Trennung bei nur einem Elternteil aufwachsen und somit die Entscheidung ihrer Elternteile akzeptieren müssen.

Friederike Janetschek und Lara Jasmin Metzger


Pressler, Mirjam

Jessi - Drei Dackel bringen Glück

Ravensburg: Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH 1988
63 Seiten

ab 6 Jahren


Was für ein Glückstag: Die Grundschülerin Jessi sieht eines Morgens drei Dackel hintereinander! Der anfangs normale Tag wird für sie zu einem Glückstag, an dem sie drei Wünsche – wie in einem Märchen – frei hat. Jessi will ihr Glück für ihre Familie und Freunde einsetzen. Fest überzeugt von ihrem Glück trifft sie Entscheidungen, die sie im Verlauf der Geschichte noch an ihrem Glück zweifeln lassen.

Die 1940 in Darmstadt geborene Autorin Mirjam Pressler schreibt in diesem Roman von einem vermeintlichen Glückstag, den viele Menschen – und speziell Kinder –aufgrund außergewöhnlicher Ereignisse schonmal erlebt haben. Inhaltlich ist die Geschichte leicht zugänglich, hat aber dennoch einen herausfordernden Tiefgang, da am Ende nicht alles nach Jessis Vorstellungen verläuft.

Die schwarzweißen Illustrationen, die von Gitte Spee gezeichnet wurden, sind sehr kindgerecht und ästhetisch ansprechend gestaltet. Der hohe Umfang an Illustrationen kann den Übergang vom Bilderbuch zum illustrationsfreien Buch unterstützen.

Ulrich Remke und Lia Scholl



Kling, Marc-Uwe/Henn, Astrid

Das NEINhorn

Hamburg: Carlsen Verlag 2019
48 Seiten

ab 3 Jahren

Im Land der Träume, in dem Feen und Gnome wohnen und Blumen so groß wie Bäume sind, wurde ein Einhorn geboren. Dieses Einhorn war nicht wie die anderen Einhörner, denn es mochte sich nicht waschen, mochte nicht essen, mochte nicht zur Schule gehen und mochte nicht einmal vom gezuckerten Glücksklee speisen. Das Einzige, das es immer tat, war auf Bitten und Fragen mit „NEIN!“ zu antworten. Daher wurde es von den anderen Einhörnern nur noch NEINhorn gerufen.

Das Bilderbuch „Das NEINhorn“, geschrieben von dem Autor Marc-Uwe Kling und illustriert von Astrid Henn, erzählt von einem widerspenstigen Einhorn und seinen Freunden, die es auf seinem Weg nach Nirgends kennenlernt. Seine Freunde haben es ebenso wie das Einhorn satt, dauernd froh und glücklich zu sein. Der schlecht hörende Waschbär, der Hund, dem alles egal ist, die Prinzessin, die ständig auf ihrer Meinung beharrt und das Einhorn, das ständig „Nein“ sagt, machen diese einmalige Freundschaft zu etwas Besonderem.

Der spielerische Wortwitz Klings und die Illustrationen von Henn machen „Das NEINhorn“ zu einem Bilderbuch für wortakrobatische Kinder. Eine Geschichte mit Wortspielen der besonderen Art, die dazu einlädt, sich selbst auf die Suche nach einem EGAaL, einer HEULe, oder auch einem sich stets ekelnden IHHHgel zu machen.

Nora Herrmann und Niklas Nutto

Bildquelle: https://www.carlsen.de/download/elvis/original/5437



Kuhlmann, Torben

Edison - Das Rätsel des verschollenen Mauseschatzes

Zürich: NordSüd Verlag 2018
112 Seiten

ab 5 Jahren

Alles beginnt in einer Mäuseuniversität: eine Freundschaft und ein Abenteuer. Der junge Mäuserich Pete sucht den alten, weisen Mäuseprofessor wegen einer geheimnisvollen Notiz seines Vorfahren auf. Es handelt sich um einen Hinweis zu einem Schatz, der die beiden in die bedrohliche, dunkle Meereswelt – auf den Meeresgrund der Tiefsee – führt. Sie stoßen auf viele Hindernisse, geben aber niemals auf! Als Erstes müssen sie viele Fragen beantworten: Wo genau liegt der unbekannte Schatz? Wie kommen die beiden Mäusefreunde dort hin? Wie bekommen Pete und der Professor unter Wasser Luft? Werden die beiden Mäusefreunde – ein Professor der Wissenschaft und ein junger Mäuserich, der das Verschwinden seines Vorfahrens mithilfe des Schatzes aufklären möchte – den mysteriösen Schatz finden können?

Torben Kuhlmann unterstützt die Erzählung mit Illustrationen, die die Lesenden in eine andere Welt eintauchen lassen. Die menschlichen Errungenschaften werden kindgerecht dargeboten, wodurch u. a. eine historische Perspektive eröffnet wird.

Das Buch wird ab 5 Jahren empfohlen, kann aber auf Grund der kreativen Gestaltung sowohl sprachlich als auch bildlich bis ins hohe Alter mit Neugier und Freude gelesen und vorgelesen werden.

Isabel Goller und Janika-Chiara Schwalm

Bildquelle: https://nord-sued.com/?s=edison&submit=


KNISTER

Hexe Lilli und das wilde Indianerabenteuer

Würzburg: Arena Verlag 1997
102 Seiten

ab 7 Jahren

Lilli ist kein gewöhnliches Mädchen. Sie besitzt ein geheimes Hexenbuch, mit dem sie sich in unterschiedliche Abenteuer hexen kann. Vor ein paar Monaten hatte sie sich bereits in den wilden Westen gehext und dort geholfen, eine gefährliche Diebesbande hinter Gitter zu bringen. Eines Nachts hext sie sich zurück in den wilden Westen und landet in Zilli Concarnes Vorratskammer. Es hat sich seit ihrem letzten Besuch viel verändert. Die Bewohner der Stadt stehen in Streit mit den Indianern, da diese in räuberischer Manier die Lieferungen abfangen. Das ist der Grund, warum es in der Stadt keinen Tabak, keinen Whiskey, keine Lollis und keine Windeln mehr gibt. Obwohl die Beute nie bei den Indianern gefunden wurde, malen die Stadtbewohner die Pferde der Indianer grün an, kappen ihnen die Wasserleitungen und werfen stinkende Fische in ihre Zelte. Lilli ist sofort klar, dass hier etwas faul ist. Deshalb reiten Zilli und Lilli zu den Indianern, um mit diesen zu verhandeln. Allerdings sind die Indianer gar nicht erfreut über deren Besuch, weshalb der Plan zu scheitern droht. Schaffen Zilli und Lilli es trotzdem, die Stadt zu retten und den Dieb zu finden?

Die Protagonistin Lilli verkörpert ein kluges, mutiges und vor allem authentisches Mädchen. Mit der spannenden Abenteuergeschichte werden Leser*innen verschiedenen Alters angesprochen.

Lara Hutt und Lena Konstanzer



Kordon, Klaus

Die Reise zur Wunderinsel

Weinheim: Beltz & Gelberg 1983
222 Seiten

ab 8 Jahren

Mit den Worten „Es war einmal …“ beginnt Klaus Kordon seinen abenteuerlichen Roman über die Reise der Familie Pitt. Die märchenhafte Erzählung der Abenteuer beruhe auf einer wahren Begebenheit, was durch den Untertitel „Eine fast wahre Geschichte“ und direkt zu Beginn der Erzählung suggeriert wird. Dies fordert das Fiktionalitätsbewusstsein der Leser*innen heraus, denn es soll darüber nachgedacht werden, welche Teile der Geschichte nun wahr sind und wie wenig dies doch von Bedeutung ist, je länger man die Reise der Figur Silke verfolgt.

Das Kinder- und Jugendbuch handelt von den Eltern Pitt und ihrer neunjährigen Tochter Silke – eine durchschnittliche Familie, die am Rande eines Industriegebiets wohnt und sich eines Tages einem schlimmen Schicksal stellen muss. Silke ist sterbenskrank. Nachdem ihr Arzt keine Hoffnung auf Heilung sieht, beschließen Silkes Eltern, ihr ihren größten und letzten Wunsch zu erfüllen. Und mit genau diesem Wunsch beginnt das Abenteuer der Familie Pitt.
Nachdem die Eltern all ihre Möglichkeiten ausschöpfen und sogar ihr Haus dafür verkaufen, geht es also los: von Deutschland nach Athen, von dort aus schließlich per Segelboot in die Südsee. Mit klarem Plan setzt das Schiff die Segel, doch was nützen Pläne, wenn die Welt so unberechenbar ist? Das muss auch die Familie Pitt feststellen und wagt sich durch neue Freundschaften und Familienmitglieder auch in Stürme und fremde Länder und erkennt ganz nebenbei die Schönheit der Natur wieder. Von typischem Segeljargon, über den Umgang mit einer vermeintlich unheilbaren Krankheit, bis hin zu einem Naturerlebnis der Extraklasse, lässt Kordon nichts aus und zieht uns so in seinen Bann. Die Erzählung endet unerwartet in einem Wunder, von dem keiner zu träumen gewagt hätte.

Eine Geschichte, die nicht an Aktualität verliert, Themen wie Krankheit, Tod und Umweltbelastung kindgerecht behandelt und bei der die Hoffnung auf ein gutes Ende nie verloren geht.

Ronja Henschel, Paula Janouschek und Fabienne Müller

Bildquelle: https://www.beltz.de/fileadmin/beltz/products/9783407741059.jpg


Nuppeney, Burkhard

Prinzessin Lillifee

Münster: Coppenrath Verlag 2004

ab 3 Jahren
 

Der Autor Burkhard Nuppeney und die Illustratorin Monika Finsterbusch nehmen die Leser*innen mit auf eine Reise in eine Märchenwelt voller Freundschaft und Zusammenhalt.

Die kleine Prinzessin Lillifee lebt in einem Blütenschloss mit einem wunderschönen Garten. Den ganzen Tag über kümmert sie sich um die Tiere und Pflanzen, die dort leben, denn sie will eine gute Fee sein. Eines Tages bekommt Lillifee eine Einladung zu ihrem ersten Feenball, die sie aber vor lauter Hilfsbereitschaft vergisst. Einen Tag vor dem Ball fällt ihr ein, dass sie noch gar nichts anzuziehen hat. Als sie in ihrem Schloss nichts Passendes findet, helfen ihre Freunde, ihr ein Ballkleid zu nähen. So kann Lillifee doch noch überglücklich auf ihren ersten Feenball gehen.

Dieses Buch greift das Thema Freundschaft auf. Lillifee, die all ihren Freunden immer altruistisch zur Seite steht, bekommt von ihnen im Gegenzug ein Kleid genäht. Das Narration vermittelt, dass Freundschaft bedeutet, immer füreinander da zu sein und nicht egoistisch zu handeln. Außerdem wird aufgezeigt, dass eine Prinzessin sich z. B. nicht über Reichtum definiert, sondern durch positive Handlungen gegenüber ihren Mitmenschen. Weil Prinzessin Lillifee und ihre tierischen Freunde in der Geschichte personifiziert werden, bieten die Figuren den Leser*innen ein Identifikationspotenzial.

Teresa Grathwohl, Svenja Lanz und Simona Schlenk



Haentjes, Dorothee/Waechter, Philip

Schaf ahoi

Weinheim: Beltz & Gelberg 2010
32 Seiten

ab 3 Jahren

Die Bilderbuchgeschichte „Schaf ahoi“ spielt auf einer beschaulichen kleinen Nordseeinsel, auf der es nur einen einzigen Bauernhof mit der Schafherde von Bauer Ole gibt. Dort lebt das kleine Schaf Berthold. Da Berthold keine Geschwister hat, ist seine Mutter stets sehr besorgt um ihn und legt großen Wert darauf, dass er vieles lernt. Die lautstarken Rufe seiner Mutter sowie seine strebsame Art tragen nicht gerade zu seiner Beliebtheit bei den anderen Jungschafen bei und schnell wird er als Muttersöhnchen abgestempelt. Als die anderen Schafe ein geheimes, nächtliches Abenteuer planen, ist schnell klar, dass Berthold dafür einfach nicht cool genug ist. Seinen Warnungen vor dem gefährlichen Watt und der zurückkehrenden Flut zum Trotz machen sich die anderen Jungschafe in der Nacht auf den Weg über das Watt zum Festland. Berthold ahnt, was passieren wird und macht sich mit Bauer Oles Kahn auf den Weg zum Festland, wo die anderen schon verzweifelt der Flut entgegenblicken. Plötzlich verwandelt sich der einstige Außenseiter zum Retter in der Not! Sein Wissen ermöglicht es Berthold, den Kahn sicher zurück zur Insel zu lenken.

Die Beschreibung der kleinen Nordseeinsel mit einem Bild von grünen Wiesen, Watt, Schafen und Oles Bauernhof lassen die Leser*innen in die beschauliche Schafswelt eintauchen. Schon kleine Kinder können sich in Bertholds Lage und seine Gefühlswelt hineinversetzen, wenn er von den anderen Jungschafen abschätzig als Streber bezeichnet wird. Die Dialoge in wörtlicher Rede lassen die Handlung lebendig wirken. Vor allem in der Situation, als Berthold von der nächtlichen Abenteuerplanung ausgeschlossen wird, empfindet man Mitgefühl mit dem Außenseiter, der die verletzenden Kommentare doch eigentlich gar nicht verdient hat. In dem Moment, als Berthold durch sein mutiges Handeln die anderen Jungschafe rettet, wird deutlich, wie viel Potential in einem kleinen, vorher noch belächelten, Schaf stecken kann. Ohne zu belehren, wird gezeigt, wie wichtig Wissen und Mut sind, und wie ungerecht und folgenreich Ausgrenzung sein kann.

„Schaf ahoi“ erzählt auf einfühlsame Art und Weise vom Leben eines Außenseiters. Das Bilderbuch beschreibt den inneren Zwiespalt eines Außenseiters zwischen der Angst nicht „cool“ genug zu sein, seinem eigenen Wissen und dem Mut, über den eigenen Schatten zu springen. Hierbei wird gezeigt, was es bedeuten kann, ausgeschlossen zu werden und wie wichtig Gemeinschaft und Zusammenhalt sind. Für Kinder im Kindergartenalter und Leseanfänger eignet sich das Bilderbuch u. a. als Vorlesegeschichte und bietet durch die detailreich gestalteten Illustrationen Raum für vielseitige Anschlussgespräche.

Anna Binzler, Tim Dzialosynski und Verena Westhäußer

Bildquelle: https://www.beltz.de/kinder_jugendbuch/produkte/produkt_produktdetails/5710-schaf_ahoi.html


Adrian, Christine/Kunstreich, Pieter

Die Reise mit den Störchen

Ravensburg: Ravensburger Buchverlag 1984
31 Seiten

ab 5 Jahren

In diesem Sachbilderbuch wird von einer Storchenfamilie, ihrer Lebensweise und ihrer Reise nach Afrika erzählt. Die Reise startet in Deutschland, wo die Storchenfamilie ihre Jungen zur Welt bringt und bestimmte Ringe erhält, die es den Menschen ermöglichen, den Aufenthaltsort der Störche nachzuvollziehen. Sie reisen drei Monate und über 10000 Kilometer nach Afrika zum Überwintern und anschließend zurück nach Deutschland. Dabei sind sie verschiedenen Schwierigkeiten wie der Nahrungssuche oder dem Überqueren des Meers ausgesetzt.

In der Verknüpfung der Geschichte über die Storchenfamilie mit den Sachinformationen gelingt es der Autorin Christine Adrian, kindgerecht Wissen zu vermitteln. Die Illustrationen von Pieter Kunstreich sind passend zum Text gestaltet, was auch den Kindern, die die teilweise langen Textstellen noch nicht lesen können, ein Verstehen ermöglicht. Die realistisch gehaltenen Bilder korrespondieren mit dem sachlichen Sprachstil und unterstützen den Prozess des Text- bzw. Bildverstehens.

Das Buch über in Deutschland heimische Störche ist wegen dieses Lebensweltbezugs, der symmetrischen Text-Bild-Interdependenz und der zahlreichen Sachinformationen für Kinder im Vorschulalter und für die Grundschule geeignet.

Tabea Apprich, Serafina Gloger und Theresa Schlumpp



Boie, Kirsten

Wir Kinder aus dem Möwenweg

Hamburg: Verlag Friedrich Oetinger 2000
172 Seiten

ab 8 Jahren

Die achtjährige Tara ist vor kurzem mit ihrer Familie in ein Reihenhaus gezogen und erzählt nun von ihrem neuen Leben im Möwenweg. Schnell lernen sie ihre Nachbarn kennen und die Kinder schließen Freundschaften. Gemeinsam erleben sie viele Abenteuer, die aus der Perspektive Taras erzählt werden. Die Leser*innen erleben mit, wie sie eine Fahrradtour an den See unternehmen, ihren eigenen Imbiss aufbauen, gemeinsam ein Sommerfest feiern und vieles mehr.

Freundschaft hat einen großen Stellenwert in diesem Buch: So wird zuerst beschrieben, wie Tara ihre neue beste Freundin Tieneke findet und wie beide Freundschaften mit den anderen Nachbarskindern schließen. Jedoch kommt es im Möwenweg auch immer wieder zu Reibereien zwischen den Geschwistern. Es werden immer wieder Klischees aufgelöst, wenn z. B. Tienekes Papa manchmal als Hausmann agiert oder Leser*innen darauf aufmerksam gemacht werden, dass die Farbauswahl unabhängig vom Geschlecht ist.

In „Wir Kinder aus dem Möwenweg“ lassen sich viele Parallelen zu dem Klassiker „Die Kinder aus Bullerbü“ erkennen, allen voran der ähnliche Titel. Jedoch wird auch klar, dass sich das Leben innerhalb eines Jahrhunderts sehr verändert hat. So leben die Familien nicht mehr auf dem Bauernhof, sondern in Reihenhäusern und es werden verschiedene Familienkonstellationen abgedeckt (Alleinerziehende, Einzelkinder, kinderlose Paare etc.). Wie auch in Bullerbü wird die Geschichte von einem Kind aus der Ich-Perspektive erzählt, was den Leser*innen ein gewisses Identifikationspotential bereithält.

Einerseits zeigt sich das gemeinsame Leben von Tara und ihren Freunden als ein Wunschtraum kindlicher Leser*innen, andererseits ist auch im Möwenweg nicht alles perfekt: Tara und ihre Freunde lassen sich jedoch von nichts unterkriegen und erleben in sieben weiteren Büchern dieser Reihe vieles mehr.

Laura Bulling und Rebecca Tränkle

Bildquelle: https://www.oetinger.de/buch/wir-kinder-aus-dem-moewenweg/9783789131387



Finsterbusch, Monika

Prinzessin Lillifee, die kleine Ballerina

Münster: Coppenrath Verlag 2007
32 Seiten

ab 3 Jahren

Prinzessin Lillifee und ihre Freunde wollen bei einem Tanzwettbewerb im Feenreich mitmachen. Dies gestaltet sich jedoch schwieriger, als die Freunde ursprünglich gedacht haben. Wer soll ihnen nur das Tanzen beibringen? Prinzessin Lillifee hat die geniale Idee, eine Tanzlehrerin bei den Blumenelfen zu suchen, denn diese sind die besten Tänzerinnen im ganzen Land. Anfänglich läuft beim Wettbewerb alles gut, doch auf einmal vergisst Lillifee die Tanzschritte, was nun? Haben Lillifee und ihre Freunde überhaupt noch eine Chance auf den Sieg?

Diese Ausgabe der Lillifee-Bücher widmet sich dem Thema Ballett. Eine nennenswerte Rolle spielt außerdem die Bedeutung von Freundschaft. Die Geschichte zeigt, dass es immer wieder Momente im Leben geben wird, in denen man die Unterstützung seiner Freund*innen nicht missen möchte.

Die Geschichte wird von großflächigen und verspielten Illustrationen begleitet, die sich vermehrt über beide Buchseiten strecken. Durch helle und freundliche Farben sowie durch glitzernde Elemente wird der Inhalt des Textes visuell unterstützt und erweitert. Der Text auf den einzelnen Seiten ist kurz gehalten, daher eignet sich das Buch als Vorlesebuch für Kinder ab 3 Jahren und für Leseeinsteiger*innen.

Lisa Huber und Kira Lauinger

Bildquelle: https://www.spiegelburg-shop.de/prinzessin-lillifee-die-kleine-ballerina/63715


Stark, Ulf/Höglund, Anna

Kleiner Teufel Asmodeus

Hamburg: Carlsen 2000
46 Seiten

ab 6 Jahren

In einer Welt, welche unterhalb der Erde existiert, in der keine Sonne zu sehen ist und andere Regeln herrschen – auch „Hölle“ genannt –, lebt der kleine Teufel Asmodeus. Asmodeus ist anders als die anderen Teufelskinder; während diese sich raufen und zanken, sitzt er nur ruhig daneben. Er ist nie ungezogen oder zornig: Verhält sich so ein richtiger Teufel? Asmodeus Vater stellt ihn deshalb vor eine Aufgabe, bei der er beweisen soll, dass auch er ein echtes Teufelskind ist. Asmodeus wird hinauf auf die abscheulich riechende Erde, zu den sauberen und ekligen Menschen geschickt. Er soll dort einen Menschen verleiten, ihm seine Seele zu schenken. Bei dieser Aufgabe muss er einige Hürden überwinden. Er hat den Einfall, sein Anliegen hinter einem Angebot zu verstecken, bei welchem er derjenigen Person einen Wunsch erfüllen wird, wenn sie mit ihm kommt. Als er dem Glauben zu verfallen scheint, schon gescheitert zu sein, trifft er auf ein junges trauriges Mädchen, das auf das Angebot eingeht. Da das Mädchen keinen selbstsüchtigen Wunsch äußert, wendet er sich gegen das ursprüngliche Vorhaben des Vaters.

In seinem Kinderbuch zeigt Ulf Stark eine Teufelsfamilie mit ihren Herausforderungen. Durch seinen empathischen Schreibstil gestaltet er eine mitreißende und spannende Phantasiegeschichte. In meist kurzen Sätzen schildert der Autor die Welt tief unter der Erde und zeigt den Gegensatz zu dieser auf. Die Stimmung des Kinderbuches wird durch die teils düsteren Illustrationen von Anna Höglund unterstützt.

Ulf Stark kreiert ein Kinderbuch, das die Fantasie der Leser*innen erweitern kann und trotz der klischeehaft dargestellten Unterwelt dennoch das Gute betont.

Kathrin Reich und Selina Weber



Dahl, Roald

Hexen hexen

Reinbeck: Wunderlich 1986
185 Seiten

ab 10 Jahren

In dem Buch „Hexen hexen“ erzählt ein Achtjähriger von einem Abenteuer, durch welches sein Leben eine drastische Wendung nimmt.

Bei einem Autounfall verliert er seine Eltern und wird nun von seiner Großmutter betreut. Diese erzählt dem Jungen viele Geschichten, vor allem von der Gefahr, die von Hexen ausgeht: Hexen, ECHTE Hexen, würden Kinder hassen und diese vernichten. Um ihren Enkel zu schützen, erklärt die Großmutter, wie man diese Hexen erkennen kann. Dies ist sehr schwierig, da sie sich wie gewöhnliche Frauen aussehen und sich auch so.

Durch einen Kuraufenthalt der Großmutter in einem Hotel landet der Protagonist versehentlich mitten in einer Versammlung aller Hexen Englands. Diese planen die Vernichtung aller Kinder Englands, indem sie in Mäuse verwandelt werden. Am Ende dieser Zusammenkunft wird er von den Hexen entdeckt und in eine Maus verwandelt. Der Junge, der zwar seine äußere Gestalt, aber nicht seine Sprache oder seinen Charakter verlor, zieht nun mit seiner Großmutter los, um die Hexen zu bekämpfen und so die Kinder Englands zu schützen.

Ein zentrales Thema in dem Roman ist der Mut, den der Protagonist aufbringt, indem er seine eigenen Ängste überwindet, um andere zu schützen. Auch die Liebe wird thematisiert, die sich u. a. in der steten Zuversicht der Figuren widerspiegelt. Obwohl die in einfacher Sprache gehaltene Geschichte eine düstere Stimmung aufweist, schafft es Roald Dahl, dass viele Szenen den Leser amüsieren oder mindestens nur selten als tatsächlich gruselig wahrgenommen werden. Besonders hervorzuheben ist das offene Ende des Buchs, das Raum für weitere Vorstellungsbildungen lässt.

Amelie Fietze und Theresa Schropp

Bildquelle: https://res.cloudinary.com/holtzbrinck-buchverlage/image/fetch/w_320,c_fill,g_auto,q_auto,f_auto/https://rdw.hgvcdn.de/resources/FILENAME/9783644574618.jpg


Schuld, Kerstin M.

Pommes und Majo – Gemeinsam sind wir rattenstark!

Münster: Coppenrath Verlag 2008
34 Seiten

3 - 6 Jahre

In dem im Jahr 2008 veröffentlichten Buch „Pommes und Majo“, erzählt von Kerstin M. Schuld, tauchen die Leser:innen in die Welt dreier befreundeter Ratten ein – Pommes, Majo und Mozzarella. An ihrem Schlemmertag entdecken sie auf der Straße ein für sie außergewöhnliches, glitzerndes Objekt, von dem sogar auch die kleine Maus Gouda angelockt wird. Die Neugierde verbindet die sich sonst sich voneinander abgrenzenden Tiere miteinander. Als das Objekt auf einmal sogar musikalische Töne von sich gibt, ist für die drei Ratten klar: „Musik machen möchten wir auch – in einer Rattenband!“ Gemeinsam versuchen sie auf einem Casting eine Ratte für den Gesang zu engagieren. Doch da bewirbt sich auch die kleine Maus Gouda mit ihrem wunderschönen Gesang und stellt damit die Ratten vor eine große Frage …

In der spannenden Erzählung über die Realisierung der gemeinsamen Vision einer Rattenbande wird die Freundschaft und die Unterschiedlichkeit der drei Charaktere Pommes, Majo und Mozzarella auf eine spielerische Weise deutlich. Die mutige Majo bringt ihre Ideen ungeniert ein und bricht damit Konventionen. Der gelassene Pommes ist schwer zu überstimmen und ist von seinen eigenen Vorstellungen überzeugt, wohingegen Mozzarella mit ihrer etwas tollpatschigen und wuseligen Art die Erzählung auf angenehme Weise auflockert. Somit können Kinder in dieser Geschichte gemeinsam mit den Ratten, und nicht zuletzt auch mit der Maus, in die vielfältigen Facetten von Beziehungen eintauchen.

Geschildert wird die Geschichte aus auktorialer Perspektive, wodurch den Kindern ein vollumfänglicher Einblick in die Erzählung ermöglicht wird. Die hohen Anteile wörtlicher Rede und die kindgerechte Sprache bewirken eine unmittelbare Involviertheit in das Geschehen. Diese sinnliche Spracherfahrung wird auf visueller Ebene ergänzt: Als Illustratorin kreiert Kerstin M. Schuld durch ihre zahlreichen, wunderschönen Bilder lebhafte Vorstellungen, die den Betrachter:innen vielfältige Einblicke in die Geschichte geben.

Über die geschriebene Erzählung hinaus wird ein vertiefendes Nachdenken und Reflektieren über die angesprochenen Inhalte ermöglicht. So öffnet sich den Kindern hierbei eine Tür, um ausführlich über Fiktion und Wirklichkeit nachzudenken. Denn die geschilderten Dynamiken innerhalb der Rattenbande und zwischen der Bande und den Mäusen bieten eine Möglichkeit, diese auf das eigene Leben zu transferieren. In Situationen einer Anschlusskommunikation können Kinder somit unter anderem verstehen, dass unterschiedliche Herkünfte keine Barriere für zwischenmenschliche Beziehungen darstellen. Vielmehr können eben diese Unterschiede eine große Bereicherung darstellen und dazu ermuntern, den Blick auf das Wesentliche zu richten: die gemeinsamen Leidenschaften, die einander emotional verbinden. Durch diesen Perspektivwechsel werden negativ behaftete Konventionen und Vorurteile überschritten und es kann erkannt werden, dass jedes Individuum kostbare, eigene Charakterzüge und Stärken hat – ganz egal ob Ratte, Maus oder Mensch.

Durch die kindgerechte Sprache und die sehr ansprechenden Illustrationen eignet sich das Buch sehr gut für Kinder in der angegebenen Altersspanne und ermöglicht auch bei wiederholtem Lesen und Betrachten vielfältige Entdeckungen.
 

Viktoria Bock, Timea Lander und Vanessa Maier


 


Siegner, Ingo

Der kleine Drache Kokosnuss – Expedition auf dem Nil

München: cbj 2015
69 Seiten

ab 6 Jahren

Der Feuerdrache Kokosnuss, der Fressdrache Oskar und das Stachelschwein Matilda sind drei Freunde auf der Dracheninsel und reisen nach Ägypten in die Zeit vor 4500 Jahren, um den Pharao zu besuchen. Auf der Reise treffen sie den jungen Nubier Schabako, dem sie helfen wollen, seinen Vater aus dem Kerker des Pharaos zu befreien, den Händler Schepi, den sie vor einem Löwen retten, und den Pharao Chephren, der sie einsperrt.

Das Buch ist kindgerecht mit ansprechenden Illustrationen, in altersgemäße Sprache und durch lesevereinfachende formale Strukturen verfasst. Des Weiteren erklären Fußnoten geschichtliche Rahmenbedingungen sowie inhaltliche Unklarheiten aus anderen Bänden, sodass man dieses Buch ohne Vorwissen zur Geschichte des Alten Ägypten oder des Drachen Kokosnuss lesen kann.

Erzählt wird die Freundschaft zwischen verschiedenen Lebewesen, ein Thema, das bei Kindern in der Regel Interesse wecken sollte. Die Drachen und das Stachelschwein werden als fantastische Wesen personifiziert dargestellt und wirken wie “ganz normale” Kinder, wodurch die jungen Leser:innen sich diesen besonders nahe fühlen können. Das Geschehen wird auf einer kindlichen Ebene in einen historischen Rahmen gebettet, wodurch die Kinder zum einen in den Genuss des Lesens kommen und zum anderen erste Berührungspunkte mit der Zeit des Alten Ägypten erleben.

Fabian Erb und Bruno Rudolphi 

Bildquelle: https://www.penguinrandomhouse.de/Buch/Der-kleine-Drache-Kokosnuss-Expedition-auf-dem-Nil/Ingo-Siegner/cbj-Kinderbuecher/e456874.rhd


Opel-Götz, Susann

Ab heute sind wir cool 

Hamburg: Oetinger 2007
32 Seiten

ab 5 Jahren



Was machen Jungs überhaupt, wenn sie cool sind? Na, das weiß doch jeder! Coole Jungs wie Leo und Mug tragen dunkle Sonnenbrillen, reden anders, haben besondere Freude und benehmen sich ganz schlecht. Doch was machen Coole eigentlich, wenn sie mit Würgespinnen im Zimmer nicht schlafen können oder ihnen von Cola schlecht wird? Hmm. Ist Coolsein vielleicht doch ganz schön anstrengend?

Das Bilderbuch von Susann Opel-Götz regt zur Kommunikation über (vermeintlich) cooles Verhalten an. Auf witzige Weise können Lesende reflektieren, was ‚wirklich‘ cool ist. Die Text, der durch detailreiche Illustrationen ergänzt wird, eignet sich nicht nur für das Vorlesen im Vorschulalter, sondern auch für erste eigene Leseerfahrungen. Im Besonderen werden Jungen mit dieser Geschichte angesprochen, die sich in bekannte alltägliche Situationen hineindenken und die Perspektive der männlichen Figuren übernehmen können.

Zerin Erdogan und Seyma Öztürk

Bildquelle: https://www.oetinger.de/buch/ab-heute-sind-wir-cool/9783789169557


Lindgren, Astrid

Wir Kinder aus Bullerbü

Hamburg: Friedrich Oetinger 1954
110 Seiten

ab 6 Jahren

Das Kinderbuch „Wir Kinder aus Bullerbü“ ist der erste Band einer Kinderbuchreihe von Astrid Lindgren und nimmt die Leser:innen mit in ein schwedisches Dorf im beginnenden 20. Jahrhundert. Das Buch besteht aus 17 kurzen Kapiteln, die in sich abgeschlossene Geschichten beinhalten. Es erschien erstmals 1947 bei Rabén Sjögren in Stockholm, später dann auch in Deutschland.

„Oh, wie haben wir es schön in Bullerbü!“, findet die siebenjährige Lisa, die mit ihren großen Brüdern Lasse und Bosse und ihren Freunden Ole, Inga und Britta in einem kleinen schwedischen Dorf aufwächst, welches aus lediglich drei Höfen besteht – dem Nordhof, dem Mittelhof und dem Südhof. In dem Kinderbuch erlebt Lisa mit ihren Brüdern und Freunden viele kleine und große Abenteuer. Sie erzählt Geschichten von ihrem Schulweg, ihrem Geburtstag, was sie in den Sommerferien auf dem Bauernhof erlebt und wie sie mit ihrer Familie Weihnachten feiert.

Beim Lesen des Buches fühlt man sich in seine eigene Kindheit zurückversetzt. Einerseits hat man das Buch als Kind gelesen oder ähnliche Abenteuer selbst erlebt und andererseits werden die Geschichten aus der Ich-Perspektive von Lisa erzählt. Durch diese Ich-Perspektive wird die Gefühls- und Gedankenwelt des Mädchens authentisch und lebhaft dargestellt und kann durch die einfache stilistische Form bereits von kleinen Kindern gut nachvollzogen werden. Zudem sind die Sätze recht kurz und einfach gehalten, wodurch das Buch nicht nur zum Vorlesen, sondern auch zum Selberlesen für alle Altersklassen geeignet ist. Der distinktive Schreibstil und die malerische Erzählweise von Astrid Lindgren sind auch in diesem Buch klar erkennbar, was von kleinen schönen Illustrationen ergänzt wird. Die verschiedenen aufgegriffenen Themen, wie zum Beispiel Kindergeburtstag, Freundschaft, Abenteuer in der eigenen Lebenswelt und viele mehr, sind auch heute noch aktuell. Gerade deswegen fördert der Unterhaltungswert des Buches „Wir Kinder aus Bullerbü“ die Lesemotivation.

Für den Deutschunterricht ist das Buch insbesondere in der 1. Klasse zum Vorlesen oder in der 2. Klasse ab circa 7 Jahren zum Selberlesen geeignet, da die Schriftgröße relativ groß ist und die Sätze kurz und einfach formuliert sind. Zudem werden für Kinder interessante Themen aufgegriffen, zum Beispiel mit der Szene, in der sich die Kinder verkleiden und hierbei nicht auf gesellschaftliche Rollenbilder geachtet wird. Auch wird sehr oft von der guten Beziehung der Kinder zum Großvater erzählt. Durch die Themen und die Ich-Erzählweise können sich alle Kinder mit der Protagonistin und ihren Freunden gut identifizieren.

Pia Rose, Leonie Schmidt und Julia Weiß

Bildquelle: https://res.cloudinary.com/pim-red/image/upload/q_auto:best,f_auto/v1565920835/oetinger/cover/9783789119446.jpg


Nöstlinger, Christine

Die feuerrote Friederike

München: Deutscher Taschenbuch Verlag 2009
98 Seiten

ab 7 Jahren
 

„Die feuerrote Friederike“ ist das erste Kinderbuch der 1936 in Wien geborenen Autorin Christine Nöstlinger. Illustriert wurde das Werk mit zweifarbigen Bildern der Autorin selbst. Das Buch thematisiert die Bedeutung von Offenheit und Empathie gegenüber Unbekanntem.
Friederike ist ein kleines Mädchen, welches sich stark von anderen unterscheidet. Sie hat tomatenrote, karottenrote oder auch weinrot schimmernde Haare. Diese führen dazu, dass sie von ihrem Umfeld ausgelacht und verspottet wird, was ihr zunächst sehr zu schaffen macht. Die einzigen Menschen, die sie so akzeptieren wie sie ist, sind ihr einziger Freund, der farbenblinde Postbote Bruno, ihre dicke Tante Annatante und die sprechende Katze Kater. Ihr Schicksal wendet sich, als sie herausfindet, dass ihre roten Haare besondere Kräfte haben. Sie versucht sich mit Hilfe der Kräfte zu wehren, doch merkt schon bald, dass Gewalt Gegengewalt erzeugt und somit keine Lösung ist. Letztendlich findet sie einen Brief ihres Vaters, der ihr dabei hilft, das Problem zu lösen. Dieser stellt sie zunächst jedoch vor so einige Herausforderungen.
Die enthaltenen phantastischen Elemente in der Geschichte machen Lust auf das Lesen und regen die Vorstellungen der Leser:innen an. Mit Mobbing und Hänseleien werden zeitlose Themen behandelt, weshalb Kinder sich gut in die Protagonistin hineinversetzen können. Die Autorin gibt die Brutalität gegenüber Friederike schonungslos wieder, schreibt dabei jedoch in einer für die Kinder angemessenen Sprache.

Hanna Braun und Tanja Kneer

Bildquelle: https://www.dtv.de/_cover_media/450b/9783423713092.jpg?20211102135240
 


van Hout, Mies

Heute bin ich

Zürich: aracari Verlag 2012
48 Seiten

3-6 Jahre

 

Wie fühlst du dich heute? Und woran erkenne ich, dass du dich so fühlst? Gefühle zu interpretieren ist gar nicht so einfach. Deshalb versucht Mies van Hout in diesem Bilderbuch verschiedene Gefühle darzustellen. Empfindungen wie Erstaunen, Neugierde und Langeweile werden durch farbenfroh gestaltete Fische und deren Gesichtsausdruck erklärt. Dabei kommt das Buch fast ganz ohne Text aus, da pro Doppelseite jeweils nur ein Fisch und das Gefühl als Wort abgebildet sind. Die Gefühle werden durch die Wahl der Farben und den Zeichenstil verdeutlicht. Es werden nicht nur Freude, Wut und Trauer illustriert, sondern auch komplexere Emotionen wie Verblüffung, Verlegenheit und Neid.
Das Buch ist im Unterricht sowie im Kindergarten vielseitig einsetzbar, da es auch für alle verständlich ist. Für jüngere Kinder kann dieses Buch eine Hilfe darstellen, die eigenen Gefühle und die der anderen besser zu benennen und zu interpretieren.
„Heute bin ich“ von Mies van Hout kann die Empathiebildung fördern und stellt damit eine Bereicherung für jedes Klassenzimmer dar.

Christina Axt und Laura Lubini

Bildquelle: https://www.aracari.ch/user/buecher_shadowcover/213.jpg


Härtling, Peter

Das war der Hirbel

Weinheim und Basel: Beltz 1973

63 Seiten

ab 9 Jahren

Hauptfigur des Buches ist ein Junge namens Hirbel. Er lebt in einem Übergangsheim am Stadtrand und ist nicht wie die anderen Kinder. Hirbel ist krank, hat unter anderem starke Kopf- und Bauchschmerzen, oft Wutanfälle, ist zornig und schreit. Seine Mutter besucht ihn nur selten, seinen Vater kennt er nicht. Pflegefamilien haben ihn nicht lange ausgehalten, deshalb war er schon in vielen Heimen und aufgrund seiner Krankheit auch in Kliniken. Er fühlt sich von niemandem verstanden. Alle halten ihn für dumm und denken, dass er nichts kann und auch nichts lernen kann. Dabei kann er viel mehr als alle denken und weiß das auch: Zum Beispiel kann er sehr gut singen, was ihm Freude bereitet – doch nur wenn er Lust hat. Er hat gelernt, sich an den Alltag im Heim anzupassen, wem er trauen kann und wem er aus dem Weg gehen sollte. Er spielt die Spiele mit den Psychologinnen, die er auswendig kann und deshalb so spielt, wie die Psychologinnen es gut finden. Er kann sehr schnell rennen und obwohl er recht klein ist, hat er viel Kraft und kann sich gegenüber den anderen Kindern durchsetzen. Obwohl diese oft über Hirbel lachen, haben sie wegen seiner Launen und Anfälle Respekt vor ihm. Er hat keine Freunde, nur Georg, der älteste Junge im Heim, kümmert sich um ihn. Außerdem hat er Fräulein Maier, eine Pflegerin, die Hirbel besonders gernhat und sich seiner annimmt.

Das Buch zeigt mit der Figur Hirbel die Realität vieler Kinder, mit denen die Gesellschaft nicht zurechtkommt, die von einer Pflegefamilie in die nächste abgeschoben werden, nirgends „hineinpassen“ und in Heimen landen. Schonungslos werden die Probleme des jungen Protagonisten aufgezeigt, wie oft vorschnell über ihn geurteilt wird und wie wenige versuchen, seine guten Seiten zu sehen. Durch den personalen Erzähler wird es den Leser:innen ermöglicht, sich in Hirbel hineinzuversetzen. Sie sehen seine Sicht der Dinge, seine Gedanken und Gefühle und lernen seine Persönlichkeit kennen. So zeigt sich, dass Hirbel sich trotz seiner Krankheit Gedanken über seine Umwelt macht, weiß was er mag und was nicht. Er weiß, dass er anders, aber nicht ‚schlechter‘ ist als die anderen Kinder und dass er trotzdem ernst genommen werden will. Durch graphische Darstellungen einzelner Szenen wird die Vorstellungsbildung der Leser:innen zusätzlich unterstützt.

Das Buch kann eher als Unterrichts- denn als Freizeitlektüre empfohlen werden, da die schwierige Thematik einer Anschlusskommunikation bedarf, um Fragen und Unklarheiten der kindlichen Leser:innen aufgreifen zu können. Das Nachwort des Autors bietet hierbei eine erste Unterstützung: Härtling selbst beantwortet darin einige Fragen seiner Leser:innen. Zu beachten ist beim Verstehen der Aussagen jedoch, dass die Erstausgabe des Buches vor vielen Jahrzehnten erschienen ist und sich die Fragen heutiger Kinder sowie die Antworten darauf aufgrund der Weiterentwicklung in unserer Gesellschaft verändert haben werden.

Katharina Regner

Bildquelle: www.beltz.de/kinder_jugendbuch/produkte/details/41939-das-war-der-hirbel.html


Rowling, Joanne K.

Harry Potter und der Stein der Weisen

Hamburg: Carlsen Verlag 2005

336 Seiten

ab 10 Jahren
 

Harry ist ein ziemlich gewöhnlicher Junge, der, seit er ein Baby war, bei seinen Verwandten in der kleinen Besenkammer unter der Treppe lebt. Doch an seinem 11. Geburtstag kommt alles anders. Er erfährt, dass er einer der berühmtesten jungen Zauberer der Welt ist – er ist Harry Potter. Doch das ist noch nicht alles: Ab diesem Jahr wird er auf die Schule für Hexerei und Zauberei nach Hogwarts gehen. Bereits nach kurzer Zeit lernt Harry Ronald Weasley und Hermine Granger kennen, die fortan seine besten Freunde sind. Auf ihren täglichen Streifzügen durch das Schloss Hogwarts stoßen sie auf magische Wesen und Geheimnisse. Hinter einer verbotenen Tür entdecken sie ein schreckliches Monster: einen dreiköpfigen Hund. Doch wieso lauert so ein Ungeheuer in einer Schule? Was bewacht der Hund? Und was hat es mit der Rückkehr des meistgefürchteten Zauberers der Welt auf sich? Und die wichtigste Frage: Was hat all dies mit Harry Potter zu tun?

Harry Potter, der durch eine blitzförmige Narbe auf seiner Stirn gekennzeichnet ist, trifft auf der ersten Reise nach Hogwarts auf den eher ängstlichen Ronald Weasley. Als sie Hermine Granger, die zunächst überheblich zu sein schien, vor einem Troll retten, entsteht eine innige Freundschaft zwischen den drei unterschiedlichen Charakteren. Das Aufeinandertreffen mit dem Troll ist nur eine der vielen Herausforderungen, die Harry nur gemeinsam mit den Fähigkeiten und der Hilfe seiner Freunde meistern kann.
Dabei treffen die reale und die fiktionale Welt aufeinander. Dinge, die Leseende kennen, verändern sich oder werden von Grund auf neu definiert. So ist auch Harry anfangs überrascht, wie normal doch fliegende Autos, lebende Bilder und Drachen in seiner – für alle anderen ganz normalen – Welt sind. Joanne K. Rowling schafft es, diese zwei Welten, die unterschiedlicher nicht sein könnten, nahtlos ineinander fließen zu lassen.

Der Umfang des Buches sollte nicht abschrecken, dieses mit Kindern zu lesen. Die Sätze sind verständlich und kindgerecht geschrieben, so dass auch ungeübte Lesende ihre Freude am Eintauchen in die Geschichte finden können.

Jaqueline Herz, Alissa Metzger und Julian Repnow

Bildquelle: www.carlsen.de/taschenbuch/harry-potter-und-der-stein-der-weisen-harry-potter-1/978-3-551-35401-3


Zacharias-Hellwig, Judith

Das kleine Kunterbunt

Lindau: Papierfresserchens MTM-Verlag 2018

27 Seiten

ab 3 Jahren
 

„Und siehe da, was passierte dann, ich nahm ein bisschen Blau von ihr an“.

Das liebevoll illustrierte Bilderbuch von Judith Zacharias-Hellwig handelt vom kleinen Kunterbunt, das zu Beginn der Geschichte eigentlich noch gar nicht kunterbunt ist. Es erzählt von einer Familie, bestehend aus Mama Rot, Papa Gelb, Papa Gelbs neuer Freundin Blau, dem Geschwisterchen Grün und Mamas Freund Braun, der irgendwie so anders ist als Papa Gelb. All das beschäftigt und prägt das kleine Kunterbunt. Wie es nun aber wirklich zu all seinen Farben kam und welche Herausforderungen es dafür meistern musste – das muss selbst gelesen werden.

Die Autorin zeichnet mit einfachen, aber sehr treffenden Versen und Illustrationen, ein umfassendes Bild einer gut funktionierenden Patchwork-Familie, Familie Kunterbunt. Sie bleibt dabei nah an der Lebens- und Erfahrungswelt der Kinder heutzutage und thematisiert Herausforderungen, die viele von ihnen so oder ähnlich vielleicht schon einmal erlebt haben könnten.

Das Buch ist für Kinder ab ca. drei Jahren geeignet, regt zum intensiven Nachdenken an und kann zudem zur produktiven Weiterarbeit genutzt werden, denn Brücken zur Kunst oder zum Schreiben eigener Farb- und Familiengeschichten sind schnell geschlagen.

Hannah Hornung

Bildquelle: www.papierfresserchen.de/Das-kleine-Kunterbunt-Taschenbuch


Richter, Jutta

Hinter dem Bahnhof liegt das Meer

München: dtv 2008

94 Seiten

ab 8 Jahren
 

In der Lektüre „Hinter dem Bahnhof liegt das Meer“ gibt ein Neunjähriger alles, was er besitzt her, um seinen Traum Wirklichkeit werden zu lassen.

Der kleine Neuner ist neun Jahre alt. Um „dem Neuen“ seiner Mutter aus dem Weg zu gehen, beobachtet er die Schatten in der Wohnung seiner Mutter. Nachdem die Lichter ausgehen, klettert er jeden Abend, durch das Küchenfenster, das Mama stets offenlässt, in die Wohnung. Eines Abends beim Beobachten der Schatten sieht Neuner eine plötzliche, heftige Bewegung, ein schnelles Helldunkel. Neuner muss zusehen, wie der große Schatten auf den kleinen einschlägt. An diesem Tag steht für Neuner zum letzten Mal das Fenster offen.

Fortan lebt Neuner auf der Straße und lernt den Stadtstreicher Kosmos kennen. Neuner vertraut Kosmos seinen Traum an, ans Meer zu wollen, denn am Meer ist Sommer. Am Meer ist es warm und am Meer gibt es Häuser, die stehen leer. Doch wer zum Meer will, muss Geld haben und das haben die zwei nicht. Eines Tages treibt es Neuner und Kosmos in die Kneipe „Caracas“. Die Besitzerin, die „Königin von Caracas“, bietet den Jungs ein Tauschgeschäft an. Sie bekommt das, was den zwei am wertvollsten ist und im Gegenzug bekommen Neuner und Kosmos genug Geld, um ans Meer zu fahren. Mit ungutem Gewissen verkauft Neuner „der Königin von Caracas“ seinen Schutzengel. Mit dem Geld in der Tasche beschließen die zwei, die Reise ans Meer anzutreten. Ob das ohne Schutzengel gut gehen wird?

Die Leser:innen erleben beim der Lektüre des Buches das Abenteuer mit Neuner und Kosmos mit. Dabei vermittelt die Geschichte ein ernstes Thema kindgerecht. Nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene ist dieses Buch geeignet, um auf die Wichtigkeit von Mitgefühl und Freundschaft aufmerksam zu machen.

Jan-Ove Bolach

Bildquelle: www.dtv.de/buch/jutta-richter-hinter-dem-bahnhof-liegt-das-meer-62357/


Richter, Jutta

Hinter dem Bahnhof liegt das Meer

München: dtv 2008

92 Seiten

ab 9 Jahren

 

Die Hauptfigur im Buch ist der kleine Neuner, der auf der Straße lebt. Er verließ die Wohnung, in der er mit seiner Mutter gelebt hatte, zunächst nur tagsüber, um nicht Mutters ‚Neuem‘ zu begegnen. Dieser ist ein brutaler Kerl, der sich gewalttätig zwischen den sensiblen Neunjährigen und seine Mutter stellt, damit diese ihn nicht ‚verzärtelt‘. Eines Abends muss der Junge durch das Fenster beobachten, wie seine Mutter von ihrem betrunkenen Freund niedergeschlagen wird. Neuner rettet seiner Mutter das Leben, indem er die Sanitäter ruft. Seine Mutter kommt ins Krankenhaus, er selbst flieht verängstigt nun endgültig auf die Straße, wo er sich bald dem Obdachlosen Kosmos, der etwas älter ist als er, anschließt. Neuner vertraut Kosmos seinen Traum an, ans Meer zu gehen, dort wo die Sonne scheint. Kosmos ist stark und kennt sich aus, nimmt sich Neuner an und möchte mit ihm ans Meer, um dort gemeinsam einen Kiosk zu eröffnen. Bis dahin leben sie weiter zusammen auf der Straße. An einem ihrer guten Tage gehen Neuner und Kosmos auf der Suche nach etwas zu essen in die Kneipe „Caracas". Durch Neuners kindliche Offenheit und Kosmos’ selbstbewussten Witz gelingt es den beiden, die ‚Königin von Caracas‘, die Besitzerin des Lokals, die zu Reichtum gekommen ist, zu überzeugen, sie finanziell für ihre Reise ans Meer zu unterstützen. Sie bekommt als Gegenleistung Neuners Schutzengel. Mit dem Geld können sie ihre Reise beginnen. Die Geschichte des kleinen Neuner ist damit jedoch noch nicht an einem Happy-End angelangt. Im Verlaufe des Buches muss Neuner immer wieder Tiefen durchleben. Kosmos macht sich mit dem Geld aus dem Staub. Doch kommt er, nachdem ihn Gewissensbisse plagen, wieder zu Neuner zurück und findet einen sehr kranken Neuner vor. Kosmos findet eine Villa, bei der er klingelt, die zufälligerweise der ‚Königin von Caracas‘ gehört. Mit der Hilfe der Königin wird Neuner wieder gesund. Neuner verbleibt vermeintlich erst einmal bei der Königin, weil er noch zu jung ist, und Kosmos geht ans Meer, wohin ihm Neuner später folgen möchte.

Auch wenn das Buch recht kurz ist, ist es ereignisreich, weil sehr viele kleine, emotionale Geschichten eingebettet sind. Man fühlt sehr stark mit Neuner mit. Die Sehnsucht nach einem besseren Leben, die düstere Stimmung, der feste Glauben des kleinen Neuners an seinen Schutzengel und die Entscheidung diesen trotzdem zu verkaufen für die gemeinsame Reise und den gemeinsamen Traum vom Meer.

Das Buch ist insgesamt bedrückend aufgrund der grafischen Beschreibung der Gewaltszene, der Tatsache, dass es sich beim Lokal Caracas offensichtlich um ein Bordell handelt, und dem Elend der Kinder auf der Straße. Das als Kinderbuch deklarierte Werk erfordert sicher eine ausführliche Besprechung und sollte mit Kindern gemeinsam gelesen werden, um es als Anlass zu nehmen, über die Themen, die in der Geschichte angeschnitten werden, zu sprechen. Eine Behandlung des Buches in der Grundschule muss jedoch aufgrund der düsteren und teils verstörenden Themen hinterfragt werden. Eine sehr gute Vorbereitung der im Buch angesprochenen Themen zur Lektüre mit Grundschulkindern ist sicherlich unabdingbar.

„Hinter dem Bahnhof liegt das Meer“ ist eine Leseempfehlung und sollte als All-Age-Literatur kategorisiert werden.

Lars Fischer und Steffen Prüser


Jörg, Sabine

Der Ernst des Lebens

Stuttgart: Thienemann Verlag 2015

32 Seiten

ab 4 Jahren
 

Alle sagten zu Anette: „Wenn du sechs Jahre alt bist und in die Schule kommst, beginnt der Ernst des Lebens". Doch sie wusste gar nicht, wie der Ernst des Lebens aussah und vermutete, dass er nichts Schönes sein konnte. Sie sah ihrem sechsten Geburtstag und ihrer Einschulung mit gemischten Gefühlen entgegen. Anette wollte ja Lesen und Schreiben lernen, aber auf den Ernst des Lebens konnte sie verzichten. Sie feierte einen tollen sechsten Geburtstag, bei dem in keinem der Geschenke der Ernst des Lebens steckte und vergaß ihn beinahe. Kurz darauf kam Anette jedoch in die Schule. Dort malte, sang, rechnete und schrieb sie glücklich. Ab und zu redete sie auch mit ihrem freundlichen Nebensitzer. Er hieß Ernst. Anette war sehr froh, dass sie nun den Ernst ihres Lebens kannte und er so nett war. Sie entschied nun, dass sie sich nicht mehr Angst von den Älteren einjagen lassen würde.

Die Erstfassung des Bilderbuchs „Der Ernst des Lebens“ von Sabine Jörg erschien 1993 und wurde 2015 neu illustriert von Antje Drescher. Des Weiteren erschienen Fortsetzungen des Bilderbuches mit dem Titel „Neues vom Ernst des Lebens“ (2017) und „Der Ernst des Lebens – Den Schulweg gehen wir gemeinsam“ (2021).

Das Bilderbuch ist besonders für ältere Kindergartenkinder und für die Grundschule geeignet. Die Kinder können sich mit Anette identifizieren, denn vielen bereitet der Gedanke an die Einschulung Unbehagen und Sorgen. Anette kann diese den Kindern jedoch am Ende humorvoll nehmen und vermittelt Vorfreude auf die Schule.  Die großen, bunten Illustrationen lassen die Kinder viel entdecken und zeigen die anfänglichen Ängste sowie die Erleichterung und Freude zum Schluss mithilfe Anettes Mimik. Zuletzt ist zu vermerken, dass die Schriftgröße vergleichsweise klein und somit nicht für Leseanfänger:innen geeignet ist.

Maren Wiest

Bildquelle: www.thienemann-esslinger.de/produkt/der-ernst-des-lebens-der-ernst-des-lebens-isbn-978-3-522-43766-0


Jörg, Sabine

Der Ernst des Lebens

Stuttgart: Thienemann-Esslinger Verlag 2015

32 Seiten

ab 4 Jahren
 

Bevor Anette in die Schule kommt, wird sie von den Großen eingeschüchtert. Sie solle dankbar sein über die schöne Zeit, die sie im Kindergarten verbringen durfte, denn jetzt käme der Ernst des Lebens auf sie zu. Das kann für Anette nichts Gutes heißen, deshalb begegnet sie dem ersten Schultag mit einem mulmigen Gefühl.
Anette fragt sich, wie der Ernst des Lebens wohl aussehe und malt sich in ihrer Fantasie unterschiedliche Möglichkeiten aus. Auf jeden Fall kann er weder freundlich noch gut sein, da die Erwachsenen sie immer verängstigen.
Doch dann verläuft alles gegen ihre Erwartungen … Anette kommt in die Schule und wartet darauf, jeden Moment dem Ernst des Lebens zu begegnen. Neben ihr sitzt ein sehr netter und hilfsbereiter Junge, der Ernst heißt.
Anette ist erleichtert und froh, dass der Ernst des Lebens doch nicht so ist, wie alle Großen immer gesagt haben und beschließt ab diesem Zeitpunkt, sich nie mehr Angst machen zu lassen.

Das Buch ist sehr kindgerecht und ästhetisch ansprechend gestaltet und wird zum Schulanfang empfohlen.

Elisabeth Battlogg und Andrea Nacke

Bildquelle: https://www.thienemann-esslinger.de/produkt/der-ernst-des-lebens-isbn-978-3-522-43766-0


Siegner, Ingo

Der kleine Drache Kokosnuss und das Geheimnis der Mumie

München: cbj 2010

80 Seiten

ab 6 Jahren

Das Kinderbuch „Der kleine Drache Kokosnuss und das Geheimnis der Mumie“ von Ingo Siegner wurde von cbj 2010 als 13. Band der Reihe herausgegeben.

Auf der Dracheninsel treffen der kleine Drache Kokosnuss und seine Freund*innen Matilda und Oskar auf den berühmten Forscher Professor Champignon, der das Geheimnis des alten Ägypten lösen möchte. Zusammen machen die Vier sich auf die Reise nach Ägypten. Dort wird der Professor von zwei Räubern entführt. Die Rettung gelingt den Freund*innen nur durch Zusammenarbeit und kreative Lösungswege. Zusammen retten sie nicht nur den Professor, sie können sogar den Schatz vor den Räubern retten.

Die Geschichte des kleinen Drachen handelt von Mut und Freundschaft. Im Vordergrund steht vor allem ihr Zusammenhalt, mit dem sie allerlei Herausforderungen überwinden können. Für junge Leser*innen ist dies ein guter Anreiz, um über den Wert von Freundschaft nachzudenken. Durch die zusätzliche Personifikation der Tiere wird ein Identifikationspotenzial geschaffen, wodurch die Geschichte für die Kinder nahbarer wird.

Das Buch wurde in altersgemäßer Sprache verfasst und bezieht die wörtliche Rede mit ein, wodurch die Geschichte lebendiger wird. Durch die farbenfrohen Illustrationen wird die Erzählung visuell unterstützt. Die Fußnoten im Text helfen beim Verständnis, sollten die anderen Bände der Reihe unbekannt sein.

Lilly Maier


Funke, Cornelia

Tintenblut

Hamburg: Dressler Verlag 2005

736 Seiten

ab 12 Jahren 

 

Tintenblut ist der zweite Band der Tintenwelt-Trilogie, der von Cornelia Funke verfasst und illustriert wurde. Nach dem überstandenen Bücherabenteuer (Band 1: Tintenherz) sollte bei dem Buchbinder Mortimer, seiner 12-jährigen Tochter Maggie und ihrer Familie nun eigentlich Ruhe eingekehrt sein. Doch die Faszination für das Buch „Tintenherz“ lässt auch nach einem Jahr nicht nach, denn seit Maggies Mutter Resa endlich wieder nach Hause zurückgekehrt ist, unterhalten sich die beiden sehr viel über ihre Zeit in der Tintenwelt. Während Resa Zeichnungen von all den magischen Wesen und Schauplätzen anfertigt, berichtet sie Maggie voller Begeisterung von dem bunten Markt in Ombra mit seinen Spielleuten, dem Wald, der von mystischen Geschöpfen bevölkert ist sowie von der Festung des Speckfürsten und den silbernen Türmen der Nachtburg. Der Zauber des Buches „Tintenherz“ und seines Hauptcharakters Staubfinger lassen Maggie nicht mehr los. Aus Angst davor, dass dieses Buch seine Familie erneut ins Unglück stürzen könnte, untersagt Mo seiner Tochter jedoch, sich weiterhin mit dem Buch „Tintenherz“ zu befassen. Er möchte ihr am liebsten alles verbieten, was mit dieser aus seiner Sicht unsäglichen Geschichte zu tun hat. Daraufhin geraten Mo und Maggie in einen heftigen Streit miteinander. Das plötzliche Auftauchen der Figur Farid und die unglaubliche Sehnsucht danach, diese magische Welt endlich einmal mit eigenen Augen zu sehen, lassen Maggie einen folgenschweren Entschluss treffen: Sie wagt den verbotenen Schritt und liest sich zusammen mit Farid in die Tintenwelt.

Erzählt wird abwechselnd aus der realen Welt und der Tintenwelt. Der Fokus verlagert sich jedoch zunehmend in die verzauberte Welt von „Tintenherz“. Das Buch Tintenblut handelt grundsätzlich von der Macht der Literatur und davon, wie sie die Vorstellungen des Autors für die fleischlichen Personen wahr werden lässt. Dies gelingt ihm, indem er sie als reale Menschen in die Welt der Fantasie eintreten lässt. Wichtige Themen hierbei sind Freundschaft und Liebe, vor allem zwischen Maggie und ihrem Vater Mo, Farid und Staubfinger sowie Mortimer und Resa. Es geht um die Kunst des Bücherschreibens und darum, welche Wirkung Bücher auf den Menschen haben, der sie liest bzw. vorliest. Das wird dadurch verkörpert, dass Maggie, Mo, Darius und Orpheus Gegenstände und Personen sowohl aus Büchern heraus- als auch in sie hineinlesen können.

Ein weiteres Thema ist die Liebe zu Büchern, welche die Figuren Mo, Maggie, Elinor und Fenoglio verbindet. Hiermit ist jedoch nicht ausschließlich das Sammeln und „Verschlingen“ von Büchern gemeint, sondern auch die Auseinandersetzung mit den technischen Aspekten der Bücherherstellung. Durch Mos Arbeit als Buchbinder und dem Besuch bei dem Illuminator Bulbulus erhalten die Leser*innen zusätzlich einen Einblick in den aufwändigen Entstehungsprozess handgefertigter Bücher.

Sowohl die ansprechenden, von Cornelia Funke selbst angefertigten Illustrationen als auch die im Buch beigefügte Karte der Tintenwelt laden Leser*innen aller Altersklassen dazu ein, sich durch den Roman Tintenblut selbst auf die spannende Reise in die verzauberte Tintenwelt zu begeben.

Lena Edler

Bildquelle: https://www.oetinger.de/buch/tintenwelt-2-tintenblut/9783791504674#gallery


 

Zertifikat seit 2016 audit familiengerechte hochschule