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Projekt CaBire bietet individuelle Unterstützung bei psychischen Herausforderungen

12.10.2021

38 Lehramtsstudierende der PH Weingarten wurden geschult um Schülerinnen und Schülern gezielt zu helfen


Die teilnehmenden Lehramtsstudierenden mit den Projektleiterinnen Kristina Götz (ganz hinten rechts) und Sarah Lukas (ganz vorne links). Robert Grassinger fehlte leider krankheitsbedingt.

Die durch Corona bedingten langen Schulschließungen in den zwei vergangenen Schuljahren hatten nicht nur negative Auswirkungen auf den Lernstand vieler Schülerinnen und Schülern, sondern zogen nachweislich auch erhebliche psychische Beeinträchtigungen mit sich.

Um diese Beeinträchtigungen niederschwellig aufzufangen und gleichzeitig angehende Lehrkräfte auf die vielfältigen Anforderungen ihres späteren Berufsfelds vorzubereiten, rief das Fach Pädagogische Psychologie der Pädagogischen Hochschule Weingarten das Projekt CaBire – Coronabedingte Bildungseinbrüche reduzieren ins Leben. Das Projekt wird von Jun.-Prof. Dr. Sarah Lukas, Dr. Kristina Götz und Prof. Dr. Robert Grassinger geleitet.

„Als ich von den vermehrten Beeinträchtigungen der Kinder und Jugendlichen gehört habe, habe ich auch an meine Lehramtsstudierenden gedacht und daran, dass sie diese im Beruf später auffangen müssen. Ich sah mich in der Verantwortung, sie darauf gut vorzubereiten“, sagt Sarah Lukas.

CaBire zielt darauf ab, Schülerinnen und Schülern individuelle Unterstützung bei psychischen Herausforderungen, wie Motivationstiefs und Lernblockaden durch speziell geschulte Lehramtsstudierende anzubieten. Die 38 teilnehmenden Lehramtsstudierenden wurden hierfür in einem dreitägigen Workshop an der PH Weingarten speziell geschult. Neben Themenbereichen aus der pädagogischen Psychologie wie psychische Auffälligkeiten erkennen, Kinder coachen und angemessenes Feedback geben, beteiligten sich Expertinnen des Instituts für Bildungsconsulting der PH Weingarten aus den Bereichen der Lese-Rechtschreibförderung (ALISS), sowie der Matheförderung. Zwei externe Expert*innen aus dem Schulbereich lehrten zum Umgang mit Lernblockaden mittels Kinesiologie. Darüber hinaus lieferte der Brennessel Verein Ravensburg wertvollen Input zum Erkennen und Umgang mit Missbrauchsfällen.

Ab Anfang Oktober werden die so bestens vorbereiteten Studierenden an 13 Schulen im Landkreis Ravensburg und im Bodenseekreis eingesetzt. Zweimal pro Woche unterstützen Sie nun Kinder und Jugendliche bis Februar auf ihrem individuellen Lernweg. Hierbei werden Sie durch die drei Projektleiter*innen im Rahmen eines wöchentlichen Coachings unterstützt. Kristina Götz ist sich sicher: „Vielen Schülerinnen und Schülern ist der Wiedereinstieg in den neuen Schulalltag sehr schwergefallen. Das CaBire-Projekt hilft, diesen Kindern und Jugendlichen, den Anschluss zu finden und die Lust auf Schule und Lernen wieder zu erleben“. Die drei Projektleiter*innen bieten darüber hinaus jeweils einmal pro Woche Online Elternsprechstunden an. Eltern der am Projekt beteiligten Schülerinnen und Schüler können sich so zusätzlich beraten lassen. Mit „Mich begeistert am CaBire-Projekt, dass hier Lehramtsstudierende, Lehrkräfte, Eltern und Wissenschaftler*innen konstruktiv ihr Wissen und ihre Erfahrungen zusammenbringen, um engagiert Schüler*innen dabei zu unterstützen, Wissenslücken zu schließen und Lernschwierigkeiten zu überwinden“, beschreibt Robert Grassinger seine Motivation für das Projekt. Finanziell unterstützt wird das CaBire-Projekt von der Sonja-Reischmann-Stiftung. „Mich hat besonders überzeugt, dass das Projekt vor allem den Kindern zugute kommt, die es im Leben ohnehin schwer haben. Die Corona-Pandemie hat diese Kinder besonders getroffen, daher fördern wir dieses Projekt sehr gerne“, so Frau Sabine Reischmann.

Foto: Carolin Dengler


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