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Schloss Achberg als Atelier und Kunstoase

12.08.2021

Nach einer Corona-Pause im vergangenen Jahr fand in diesem Jahr das Kunstcamp der Pädagogischen Hochschule Weingarten wieder mit 35 Jugendlichen statt


Auch eher regnerisches Wetter kann dem fröhlichen Treiben im idyllischen Schloss Achberg nichts anhaben. Neben der Straße vor den Schlosstoren ist ein buntes Zeltlager aufgebaut, aus verschiedenen Schlossräumen erklingen Stimmen und Lachen. Nach einer Corona-bedingten Pause im vergangenen Jahr fungiert Schloss Achberg „endlich wieder“, wie zwei Jungs, die sich gerade eine Pause auf dem Vorplatz gönnen, betonen, als großes Atelier und Kunstoase. 35 kunstbegeisterte Jugendliche im Alter zwischen 14 und 21 Jahren nehmen am Kunstcamp 2021 teil – einem Angebot der Pädagogischen Hochschule Weingarten (PH) und des Landkreises Ravensburg. Das innovative Kunstprojekt mit vier Workshops fand in diesem Jahr besonders großes Interesse. „Wir waren bereits Anfang Juni ausgebucht“, berichtet PH-Kunstprofessor Dr. Martin Oswald, der vor rund 15 Jahren das KunstCamp ins Leben gerufen hat. Mittlerweile hat Christopher Oravec, Kunstpädagoge und Lehrbeauftragter der PH Weingarten im Fach Kunst, die Leitung übernommen. Unterstützt wird er vom bewährten Kern-Organisationsteam mit Valentin Oswald, Theresa Gauß und Lisa Blum. Die Themen und Workshops erarbeitet und das Programm vorbereitet haben PH-Kunst-Studierende im Rahmen eines auf das Kunstcamp hinführenden Begleitseminars. Sie kümmern sich auch um die Materialbeschaffung für die Workshops und leiten die Jugendlichen an.

„Wir haben dieses Mal sogar Teilnehmer aus Dresden“, berichtet Theresa Gauß. Nahezu die Hälfte der Jugendlichen war schon bei früheren KunstCamps mit dabei – wie sie selbst auch. „Die Atmosphäre hier in Achberg ist einmalig und die Stimmung könnte nicht besser sein“, schwärmt sie. Bei heißem Sommerwetter sind die Schlossräume angenehm kühl und sie bieten, wenn es regnet, Raum für ganz unterschiedliche Kunstaktivitäten. Die Workshops finden im Schloss selbst, in einem benachbarten barocken Gebäude und Schuppen sowie, sofern das Wetter mitmacht, auch draußen statt. Nicht nur das vielseitige künstlerische Schaffen begeistert die jungen Kunstcamper. Auch das gesellige Beisammensein an den Abenden und nicht zuletzt die gute Verpflegung durch die Allgäuer Landfrauen kommen bestens an. „Kunst-Workshops, Schloss und Freizeit – hier passt alles zusammen“, so die einhellige Meinung.

Die vier Workshops spannen einen künstlerischen Bogen von der klassischen Landschaftsmalerei und zeitgenössischen Fotografie über künstlerisch-nachhaltiges Upcycling bis hin zum Gestalten mit Ton, einem der ältesten Kreativmaterialien. „Wir sind künstlerisch der Natur auf der Spur“, sagt eine junge Landschaftsmalerin. In dem Workshop erlernen die Kunstjunioren die Grundlagen zum Thema Landschaftsmalerei und sie erproben diese künstlerisch. Neben Skizzen mit Bleistiften und Buntstiften sind bereits faszinierende Landschaften entstanden, gemalt mit Acrylfarben auf Leinwänden. Auch die Schönheit einzelner Bäume mit Wurzel- und Blätterwerk bringen die jungen Landschaftsmalerinnen zum Ausdruck.

Fleißig gearbeitet wird auch in dem Workshop „Lebendiger Ton“. Schon sind die ersten Kreationen, darunter Gebäude, Türme und futuristische Bauwerke, zu sehen. „Wir haben uns zunächst mit den Grundlagen der Tonbearbeitung auseinandergesetzt“, berichten die Teilnehmenden. Jetzt lassen sie ihrer Kreativität freien Raum. Gemeinsam wollen sie eine kleine Patchwork-Stadt aus Ton erschaffen. Dass ihnen dies gelingen wird, ist klar erkennbar.

„Schluss mit Wegwerfen“ lautet die Devise im dritten Workshop. Hier entstehen aus Plastikmüll, Naturmaterialien und Farben ganz eigentümliche Figuren einer geheimnisvollen Unterwasserwelt. Die ersten 3D-Bilder aus Plastik und Natur zeigen, dass der Fantasie keine Grenzen gesetzt sind. Mit Ideenreichtum und Kreativität gestalten die Teilnehmenden aus Naturmaterialien, die in den Wäldern um Schloss Achberg gesammelt wurden, und aus Plastikobjekten wie Obstnetzten, bunten Flaschen, Korken, Dosen und Deckel ganz wundersame Geschöpfe. „Wir kreieren gemeinsam eine plastische Wasserlandschaft“, berichten sie. Und sie sind selbst überrascht und begeistert, wie mit Plastikabfällen, Naturmaterialien und guten Ideen Kunstwerke entstehen können.

Großer Beliebtheit erfreut sich auch in diesem Jahr der Workshop „Fotografie total“. Von Foto-Profi Jakob Fahlbusch erlernen die Teilnehmenden die Kunst des kreativen Fotografierens und sie erhalten wichtige Tipps für die digitale Bildbearbeitung. „Wir experimentieren mit verschiedenen Techniken“, berichtet Fahlbusch. Die Juniorfotografen bringen dabei ihre eigenen Ideen mit ein und werden in der Umsetzung unterstützt. „Ich habe nicht gewusst, was für tolle Möglichkeiten ich mit meiner Digitalkamera habe“, sagt eine Teilnehmerin, die gerade eine Workshop-Kollegin für eine Fotoserie in Szene setzt. Der Blick „hinter die Kulissen des Fotografierens“ begeistert alle.

Ihre vielfältigen Kunstobjekte präsentieren die kreativen Köpfe des KunstCamps wieder in einer gemeinsamen Abschlussveranstaltung. „Da sehen wir dann auch, was die anderen in ihren Workshops so alles gemacht haben“, freuen sie sich. Dass ihnen das KunstCamp viele Impulse gibt und dass das gemeinsame künstlerische Arbeiten „einfach Spaß macht“, darin sind sie sich einig.

Text und Fotos: Barbara Müller


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