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Weiterbildung Goes Digital: Online Abschlusstagung des Projekts International Teaching

11.12.2020

Mehr als 100 Teilnehmer aus verschiedenen Nationen diskutierten Ende November auf der Online-Tagung „Weiterbildung Goes Digital“ über aktuelle Trends in der Digitalisierung von Lehre und Weiterbildung. Die Abschlusstagung des Projekts International Teaching wurde von der Akademie für wissenschaftliche Weiterbildung (AWW) der Pädagogischen Hochschule Weingarten veranstaltet.


Aufgrund der aktuellen Umstände, aber auch passend zum Slogan Weiterbildung Goes Digital, wurde die Tagung digital durchgeführt und konnte so für ein internationales Publikum geöffnet werden. Insgesamt waren 111 Anmeldungen eingegangen, unter anderem aus den USA, Kanada, Chile, Ägypten, Spanien, Luxemburg und Österreich. Nach einer kurzen Begrüßung der Rektorin der PH und Leiterin der AWW, Professorin Dr. Karin Schweizer, sowie einer Einführung der Geschäftsführerin und Projektleiterin Dr. Monica Bravo Granström, gab es einen Tag lang verschiedene Vorträge und Workshops rund um die Digitalisierung im Weiterbildungsbereich.

In einem ersten Vortrag von Dr. Thomas Strasser von der Pädagogischen Hochschule Wien zum Thema „Mythen, MOOCs und Megatrends: Eine Verortung der Weiterbildung im Narrativ der Digitalisierung“ wurden viele inspirierende Impulse gesetzt. Unter anderem beleuchtete er die Vielfalt an Einstellungen gegenüber der Digitalisierung, betonte aber vor allem die Wichtigkeit von Partizipation und interaktiven Formaten bei der Gestaltung von Bildung unter Bedingungen und Kontexten der Digitalität. Es war fast zu wenig Zeit, um alle Fragen zu seinen innovativen, aber gleichzeitig praxisorientieren Vorschlägen zu beantworten.

Danach wählten sich die Teilnehmenden in verschiedene, parallel laufende Workshops ein: Beim Workshop Digitales Lernen an der vhs Ravensburg von Stephan Burkowski ging es vor allem um die Erfahrung in der Praxis, wie auf digitale Angebote umgestellt werden musste und welche Potenziale sich daraus ergeben haben.

Dr. Sandra Niedermeier und Dr. Monica Bravo Granström referierten zum Thema „Lehre in Zeiten der Digitalisierung - Kompetenzen im Rahmen einer modularen Fortbildung“, Galina Gostrer von der Hochschule München sprach über sowie „(Kulturelle) Diversität im virtuellen Klassenzimmer“, überall wurde anschließend angeregt diskutiert. Die Kompetenzen der Lehrenden kristallisierten sich im Laufe der gesamten Tagung als ein Thema heraus, das für alle Teilnehmenden eine zentrale Rolle spielt.

Am Nachmittag wurde das Programm mit praxisorientierten Workshops weitergeführt. Im „Einführungsworkshop in Actionbound“ von den PH-Mitarbeiterinnen Sandra Klingenhäger und Hanna Umland wurden grundlegende Schritte für den praktischen Einsatz dieser Anwendung erklärt und interaktive Austauschmöglichkeiten zum Tool geschaffen. Im Workshop „Mediengestützte Sprachförderung am Arbeitsplatz“ mit Jun-Prof. Dr. Sarah Lukas und Roswitha Klepser von der PH und der AWW schätzten die Teilnehmer das Sprachniveau von Schreibenden anhand von vorgelegten Beispielsätzen ein. Im Workshop „Was bedeutet die Digitalisierung für Lehrende in der Weiterbildung? - ausgewählte Ergebnisse aus einem Forschungsüberblick“ erörterten Angelika Gundermann und Jan Koschorreck vom Deutschen Institut für Erwachsenenbildung noch einmal das wichtige Thema der Kompetenzen von Lehrenden.

Der abschließende Hauptvortrag von Stephanie Wössner vom Landesmedienzentrum Baden-Württemberg trug den Titel: „The future is already here: Weiterbildung x.0“. Die Referentin befasste sich mit den grundlegenden strukturellen Veränderungen durch die Digitale Transformation, dem kulturellen Wandel und der Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler, die sich zum Beispiel durch soziale Medien stark verändert hat, jedoch noch wenig Berücksichtigung im Schulalltag findet. Sie berichtete, dass durch den verstärkten Online-Unterricht eine Rückkehr zum klassischen Frontalunterricht zu beobachten sei. Ihr Fazit: Um den steigenden Erwartungen gerecht zu werden, benötigen Jugendliche vor allem Kompetenzen, Handlungsorientierung, spielerisches Lernen, Interaktionen und Motivation. Damit ändert sich auch die Rollenverteilung im Klassenraum: die Rolle der Lehrenden wird neu definiert und diese Veränderung benötigt Unterstützung durch Weiterbildungen.

Nach dem Schlusswort von Dr. Monica Bravo Granström gab es von allen Seiten virtuellen Applaus, zahlreiche positive Rückmeldungen, Impulse und Anregungen und der Dank an die Betreuung durch das AWW-Team rundeten eine gelungene Veranstaltung ab.

 

Das Projekt International Teaching

International Teaching startete im Juni 2016 mit dem Ziel, die Weiterbildung an der PH Weingarten auszubauen und wurde mit rund 500.000 Euro vom Land Baden-Württemberg (Ministerium für Soziales und Integration und Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst) sowie vom Europäischen Sozialfond Baden-Württemberg der Europäischen Union im Programm zur Intensivierung des lebenslangen Lernens gefördert. Im Projekt wurde ein berufsbegleitender, modularisierter Master konzipiert, der sich an verschiedene Zielgruppen berufstätiger Frauen und Männer mit und ohne Migrationshintergrund richtet, die sich für Laufbahnveränderungen innerhalb ihres Berufes oder für den Wechsel in einen anderen Beruf qualifizieren wollen. Nach fast fünf Jahren Laufzeit fand nun die Abschlusstagung des Projekts statt.


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