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Ziel Olympia 2021 im Blick

05.05.2020

Der Spitzensport ist in Zeiten von Corona ebenso ausgebremst wie die Wirtschaft und das kulturelle Leben. Alle Wettkämpfe, einschließlich der Olympischen Spiele in Tokio, liegen auf Eis. Das Beste aus der Situation macht Triathlet Jannik Schaufler vom DAV Ravensburg: Für das Lauf- und Radtraining steht ihm die freie Natur rund um seinen Heimatort Weingarten zur Verfügung. Für die Nutzung der Schwimmhalle der Pädagogischen Hochschule (PH) Weingarten erhielt der 23-Jährige eine Sondergenehmigung.


Triathlet und Profisportler Jannik Schaufler erhielt von der Pädagogischen Hochschule Weingarten eine Sondergenehmigung für das Training in der hochschuleigenen Schwimmhalle während der Corona-Zeit. Bild: privat

Wichtig ist Schaufler, seinen Tagen eine Struktur zu geben. Nach dem Frühstück läuft er zwölf bis 15 Kilometer, nachmittags geht es zwei bis drei Stunden aufs Rad. Im heimischen Gym folgen Stabilitätsübungen und Hanteltraining. Das Schwimmtraining ersetzte er drei Wochen lang durch den Einsatz von Thera- und Zugbändern. „Das hat aber nur wenig mit Schwimmen zu tun.“ Aktuell wohnt er bei seinen Eltern ganz in der Nähe der PH-Schwimmhalle. „Ich habe registriert, dass Wasser im Becken ist, und habe per Mail bei der PH nachgefragt. Innerhalb einer Woche hat es geklappt“, freut sich der Profisportler. Drei Bahnen in der Schwimmhalle entsprechen 50 Metern. „Damit komme ich bei vier Schwimmeinheiten pro Woche wunderbar zurecht.“ Im Vergleich zu den Problemen von Einzelhändlern, Gastronomen und Künstlern sei es ja geradezu ein Luxusproblem, eine Zeitlang nicht schwimmen zu können.

Unterstützung für Hochleistungssportler

Als Partnerhochschule des Spitzensports sei es für die PH Weingarten Aufgabe und Verpflichtung, Hochleistungssportlern jede mögliche Unterstützung zukommen zu lassen, sagt Kanzler Dr. Uwe Umbach. „Dies gilt umso mehr, als die schwierigen Rahmenbedingungen in der Corona-Pandemie gerade Hochleistungssportler in Ihren Möglichkeiten elementar beschneiden.“ Es sei selbstverständlich, Jannik Schaufler zu helfen. Auch wenn die kleine Schwimmhalle für den Spitzensport nur eingeschränkt geeignet sei. „Es geht uns hier auch um die integrative Wirkung des Sports in der Gesellschaft. Diese manifestiert sich eben oftmals in Spitzenathleten mit ihrem Vorbildcharakter“, erklärt Dr. Umbach.

Konzentration auf die sportliche Karriere

Mit der deutschen Mannschaft gewann Jannik Schaufler 2019 bei der U23-Europameisterschaft in der Mixedstaffel die Silbermedaille. Normalerweise lebt er seit dem Abschluss seines Bachelorstudiums in Heidelberg. Trainiert von Philipp Seipp konzentriert er sich hier voll und ganz auf seine Karriere als Profisportler. Nun unterstützt ihn in Weingarten sein Vater. Beim Laufen begleitet er seinen Sohn auf dem Fahrrad und in der Schwimmhalle stoppt er die Zeit. „Zusammen mit ihm macht das Training deutlich mehr Spaß“, stellt Schaufler fest. Das durch das Corona-Virus bedingte Kontaktverbot treffe ihn weniger, da er es gewohnt sei, sich allein auf Wettkämpfe vorzubereiten. „Im Vergleich mit anderen internationalen Athleten, die das Haus ja teilweise gar nicht verlassen können, geht es mir hier richtig gut“, so Schaufler.

Rhythmus tut auch Hobbysportlern gut

Die auf 2021 verschobenen Olympischen Spiele sind seine Motivation. „Dieses Ziel trägt mich durch die Trainingswochen.“ Ein weiterer Ankerpunkt sei die U23-Weltmeisterschaft, die aktuell für Ende August terminiert ist. Sein großes Glück sei, dass Triathleten ihren Leistungshöhepunkt normalerweise zwischen 28 und 30 Jahren hätten. Hobbysportlern empfiehlt Jannik Schaufler in den Zeiten geschlossener Fitnessstudios sich ebenfalls einen gewissen Rhythmus anzueignen. „Von Situps bis Liegestützen ist daheim vieles möglich. Es gibt im Internet viele Videos und Podcasts, um mit dem eigenen Körpergewicht zu trainieren.“ Raus in die Natur zu gehen sei gut für das Wohlbefinden. „Der Waldspaziergang ist jetzt wieder gesellschaftsfähig geworden und ich kann mir gut vorstellen, dass die Leute auch nach Corona dabei bleiben“, sagt er.

PH Weingarten ist Partnerhochschule des Spitzensports

Die PH Weingarten ist seit mehr als zehn Jahren Partnerhochschule des Spitzensports. „Es ist uns deshalb ein zentrales Anliegen, Kaderathletinnen und -athleten bei der erfolgreichen Bewältigung ihrer Doppelaufgabe Hochleistungssport und Studium zu unterstützen“, betont Professor Dr. Stefan König, Fachsprecher Sportwissenschaft. Aktuell werde Paul Berg, Lehramtsstudent und Athletensprecher der Deutschen Snowboarder, gefördert. „Für uns stand außer Frage, dass wir diese Unterstützung auch Jannik Schaufler zukommen lassen und ihm unsere Schwimmhalle zur Verfügung stellen“, so Professor Dr. König.

 

Claudia Wörner


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