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Licht und Schatten bei der Hochschulfinanzierungsvereinbarung

02.04.2020

Rektorin und Kanzler der PH Weingarten sehen die neue Vereinbarung mit gemischten Gefühlen


Nach monatelangen Verhandlungen ist es geschafft: Die Hochschulfinanzierungsvereinbarung zwischen dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg wurde von den Vertragspartnern unterzeichnet. Mit der Vereinbarung wird die Finanzierung der staatlichen Hochschulen des Landes für die Jahre 2021-2025 geregelt.

Was dies im Detail für die Pädagogische Hochschule Weingarten bedeutet, erläutern die Rektorin, Professorin Dr. Karin Schweizer, und der Kanzler, Dr.-Ing. Uwe Umbach:

„Zunächst einmal ist unsere Grundfinanzierung, die im Landeshaushalt verankert ist, für die kommenden fünf Jahre gesichert“, sagt die Rektorin. „Das gibt uns Planungssicherheit. Damit sind die Personalkostensteigerungen abgedeckt. Insgesamt ergibt sich eine Steigerung des Haushalts der PH von jährlich etwas über 3 Prozent.“

„Die Bäume wachsen jetzt aber nicht in den Himmel“, ergänzt Umbach, der als Kanzler für den Haushalt der PH verantwortlich ist. „So sehr die Regelungen zu begrüßen sind, wir müssen in diesem Rahmen eine Fülle von neuen Aufgaben übernehmen.“ Allein die Folgen der Coronakrise stellt hohe finanzielle Anforderungen an die PH. Diese konnten in der Hochschulfinanzierungsvereinbarung noch nicht berücksichtigt werden. „Die Anforderungen an eine entschiedene Digitalisierung der Lehre wird zum personellen und finanziellen Kraftakt“, erklärt die Rektorin. „Wir gehen von einem sechsstelligen Gesamtbetrag aus – damit sind die begrüßenswerten zusätzlichen Mittel bereits vor der Umsetzung komplett verplant“, erläutert Umbach.

Trotz der zusätzlichen Mittel kann nicht von einer Gleichstellung mit anderen Hochschularten gesprochen werden. Das von den Pädagogischen Hochschulen formulierte Verhandlungsziel „Gleiches Geld für gleiche Leistung“ wurde nicht erreicht. Besonders bedauerlich: „Während die Universitäten eine Absicherung der Erfolge in der Exzellenzinitiative erhielten, konnten wir die Mittel für unser Transferprojekt in der kleinen Exzellenzinitiative leider nicht verstetigen“, so Schweizer. „Das muss uns aber anspornen, eine Anschlussfinanzierung durch unsere Leistung zu erreichen“, gibt sich die Rektorin kämpferisch.

„Insgesamt sind wir daher für die Planungssicherheit für die kommenden Jahre sehr dankbar, wir müssen aber angesichts der anstehenden Herausforderungen weiterhin genau auf die finanziellen Konsequenzen unserer Entscheidungen achten.“, bilanziert Schweizer. „Wir werden uns auch weiterhin stark um Drittmittel bemühen müssen, um wichtige Zukunftsaufgaben, wie die Forschung und den Wissenstransfer, die Digitalisierung in der LehrerInnenbildung, die Bildung für nachhaltige Entwicklung oder den Umgang mit Heterogenität weiter voranbringen zu können.“


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