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PH Weingarten verstärkt medienbezogene Ausbildung von Lehramtsstudierenden

26.03.2020

Die Hochschule auf dem Martinsberg erhält Fördermittel in Höhe von 1,9 Millionen Euro aus der „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“


Digitalisierung in der Lehrerbildung: Die PH Weingarten wird im Rahmen der Qualitätsoffensive Lehrerbildung mit 1,9 Millionen Euro gefördert.

Digitalisierung und Technologisierung prägen und verändern zunehmend das Leben und Arbeiten der Menschen in Deutschland und in der ganzen Welt. Dies hat auch Auswirkungen auf die Lehrerbildung. Schulen sind zunehmend gefordert, den jungen Menschen Kenntnisse und Fähigkeiten zu vermitteln, damit sie sich reflektiert und auf einer gesicherten Informationsbasis in der Lebens- und Arbeitswelt von heute und morgen bewegen können. Aus diesem Grund haben Bund und Länder die 2015 gestartete „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ um eine neue Förderrichtline ab 2020 mit den Förderschwerpunkten „Digitalisierung in der Lehrerbildung“ sowie „Lehrerbildung für die beruflichen Schulen“ ergänzt. Die Pädagogische Hochschule Weingarten (PH) wurde als eine von 64 Hochschulen für die Förderung eines Einzelvorhabens ausgewählt.

Wir haben jetzt die Förderzusage in Höhe von 1,9 Millionen Euro für das Projekt ‚Teacher Education goes Digital (TEgoDi)‘ erhalten“, berichtet Professor Dr.-Ing. Wolfgang Müller. Er ist Professor für Mediendidaktik und Prorektor für Forschung, Transfer und Internationalisierung der PH Weingarten sowie Hauptansprechpartner für das am 1. März gestartete Projekt. „Unser Ziel ist die wissenschaftlich fundierte und forschungsbasierte Vermittlung digitalisierungsbezogener Kompetenzen für Lehramtsstudierende, Lehrkräfte und Hochschullehrer“, beschreibt Professorin Dr. Stefanie Schnebel, Fach Erziehungswissenschaft, den Charakter des Vorhabens, das bis 31. Dezember 2023 laufen wird. Das Projektteam nutze die spezifische Struktur der Pädagogischen Hochschule, um ein interdisziplinär ausgerichtetes Konzept zur Förderung der medienpädagogischen sowie mediendidaktischen und medienfachdidaktischen Kompetenzen von Lehrenden und Studierenden zu entwickeln und zu implementieren. „Im Fokus stehen beispielsweise mediengestützte Lehr-Lernangebote im schulischen Unterricht“, so Dr. Schnebel weiter. Studierende des Lehramts werden künftig während ihres Studiums verpflichtend zwei fachdidaktisch und/oder bildungswissenschaftlich angebundene Projekte durchführen, die mittels e-Portfolios dokumentiert werden. Den fachlichen Kontext können die Studierenden frei wählen. „Eines der Projekte wird auf die Nutzung von elektronischen Medien in selbst entwickelten Lehr-Lern-Settings abzielen, das andere auf die eigenständige Entwicklung elektronischer Lehrmaterialien“, berichtet die Professorin.

Damit die studentischen Projekte erfolgreich durchgeführt werden können, sorge die PH zudem für die erforderlichen organisatorischen und technischen Infrastrukturen und schaffe Unterstützungsangebote wie etwa Selbstlernmaterialien, Tutorien oder Feedbackmechanismen, so Prorektor Müller. Nach Abschluss und Evaluation der Projekte und e-Portfolios erhalten die Studierenden ein Hochschulzertifikat, das ihnen den Erwerb medien- und medienfachdidaktischer Kompetenzen bescheinigt.

Die PH werde das im Rahmen des Förderprojekts entwickelte Konzept dann verstetigen und kontinuierlich weiterentwickeln – durch entsprechende Angebote in der Lehre der Fachdidaktiken und Bildungswissenschaften, durch Vorhaben im Rahmen der vorgeschriebenen Schulpraktika, aber auch in Fortbildungsangeboten. Parallel dazu werde den Lehrenden im Rahmen der hochschuldidaktischen Weiterbildung die Möglichkeit eröffnet, ihre Kompetenzen im mediendidaktischen Bereich gezielt weiterzuentwickeln. „Damit leisten wir einen wertvollen Beitrag zur Digitalisierung unserer gesamten Hochschule“, betont Müller. Maßnahmen und Ergebnisse des geförderten Vorhabens sollen zudem in die zweite Phase der Lehrerbildung sowie in die Weiterbildung für Lehrkräfte getragen werden.

Text: Barbara Müller Fotos: Arne Geertz


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