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Bildungswesen im digitalen Wandel

18.12.2019

Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Zertifikatkurses „Experte für interkulturelle Lern- und Bildungsprozesse“ der Akademie für wissenschaftliche Weiterbildung der PH Weingarten sind vom Blended Learning-Format des Kurses begeistert


Sind von der berufsbegleitenden AWW-Weiterbildung im Blended Learning-Format überzeugt (von links): Jule Pallasch (Digital Transformation Managerin), Theodor Pindl (Intendant, Wirk Raum Kirche), Anika Schneider (Studierende und akademische Mitarbeiterin) und Dr. Monica Bravo Granström (AWW-Geschäftsführerin und Projektleiterin).

Durch den digitalen Wandel steht auch das Bildungswesen vor neuen Herausforderungen. Zum einen wirke sich die Digitalisierung auf Inhalte und Kompetenzen aus, die vermittelt werden sollen, zum anderen hätten sich auch die Erwartungen der Lernenden verändert, gibt Dr. Monica Bravo Granström, Geschäftsführerin der Akademie für wissenschaftliche Weiterbildung der Pädagogischen Hochschule Weingarten (AWW), zu bedenken. „Die Lehre muss auf diese Anforderungen reagieren, indem neue digitale Lehr- und Lernformen Anwendung finden, digitale Materialien didaktisch aufbereitet werden und Dozierende die dafür notwendigen Kompetenzen erwerben“, sagte sie bei einem Treffen.

Die Akademie für wissenschaftliche Weiterbildung bietet als zentrale Einrichtung der Pädagogischen Hochschule Weingarten seit 2014 berufsbegleitende Weiterbildungskurse an. Das in der AWW verankerte Projekt „International Teaching“ – gefördert durch den Europäischen Sozialfonds (ESF) und die Europäische Union sowie Landesmittel des Ministeriums für Soziales und Integration und des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst – diene zum einen dem Aufbau eines konkreten Master-Studiengangs in der Erwachsenenbildung, so Bravo Granström. Zum anderen bildeten die im Rahmen des Projekts gemachten Erfahrungen eine der Grundlagen für die Digitalisierungsstrategie der gesamten Hochschule. „Wir haben die Chance, neue Formen der berufsbegleitenden weiterbildenden Studienangebote zu entwickeln, zu erproben und standardisieren zu können“, berichtete Digital Transformation Managerin Jule Pallasch. Die im Rahmen des Projekts an der AWW lehrenden Dozierenden würden bei der Gestaltung und Umsetzung von E- und Blended-Learning durch digitale Werkzeuge unterstützt. Die AWW mit ihrem Projekt „,International Teaching? verstehe sich als Living Lab. Etwaige Bedarfe werden erkannt und in nachhaltige Lösungen und Angebote umgesetzt. Unsere Ziele sind Lerninnovationen sowie die Qualitätssteigerung der Bildungsangebote“, so die AWW-Geschäftsführerin.

Wie erfolgreich dies gelingt, zeigte der erste Zertifikatskurs „Experte für interkulturelle Lern- und Bildungsprozesse“ (Abschluss: Diploma of Advanced Studies, DAS) im Blended Learning-Format, der im Oktober 2018 an den Start ging. Die Rückmeldungen der Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer seien durchweg positiv. Das Format biete räumliche sowie zeitliche Flexibilität und ermögliche berufsbegleitend eine individuelle Lernplanung. Das Kurskonzept und die Kursdauer von zwei Semestern seien stimmig – ebenso die synchronen Online-Lehrveranstaltungen und die asynchronen Selbstlernaufgaben, so die einhellige Meinung. Gleich zu Kursbeginn gab es für Dozierende und Teilnehmende eine Kennenlern-Veranstaltung. Die fünfköpfige Gruppe sei altersmäßig und aufgrund ganz unterschiedlicher Bildungs- und Berufshintergründe sehr heterogen gewesen, berichteten die Absolventinnen und Absolventen. „Das hat für uns einen besonderen Reiz ausgemacht“, sagte Kursteilnehmerin Anika Schneider. Nach ihrem Lehramtsstudium studiert sie momentan den Master-Studiengang „Interkulturelle Bildung und Kulturvermittlung“ und ist akademische Mitarbeiterin. „Für mich war der Kurs eine ideale Ergänzung zu meinem Studium“, sagte sie. Die Teilnehmenden erhielten wichtige Impulse für die Kommunikation mit Personen aus anderen Sprachräumen. Sie lernten, wie interkulturelle Kompetenzen aufgebaut werden können oder auch wie interkulturelle Kommunikation medienbasiert gestaltet werden kann. „Theorie und Praxis sind in dem Kurs eng miteinander verknüpft. Vielfältige Fallbeispiele erleichterten uns den Anwendungsbezug“, lobte Kursteilnehmer Theodor Pindl, Intendant bei Wirk Raum Kirche im schweizerischen St. Gallen. Er habe aus seiner beruflichen Tätigkeit schon viel Erfahrung mitgebracht und dennoch sehr von dem Kurs profitiert, betonte er. „Der Kurs hat mir gezeigt, wie lebenslanges Lernen die persönliche und berufliche Weiterentwicklung fördert.“ Als sehr wichtig bewerteten alle Kursteilnehmende die zwei Präsenzveranstaltungen an der PH. „Der Austausch mit den Dozenten und Kurskollegen hat meine Lern-Motivation immer wieder gestärkt“, verriet Anika Schneider.

Begeistert von dem Zertifikatskurs war auch Kursteilnehmerin Silke Paust: „Es war spannend und genau das Richtige für mich.“ Sie arbeitet als freiberufliche Dozentin für verschiedene Sprachen mit Schwerpunkt Deutsch als Fremdsprache in unterschiedlichen Einrichtungen der Erwachsenenbildung und in renommierten Firmen, die Deutsch-Sprachkurse benötigen. „Blended Learning war für mich neu und ich hatte auch anfänglich Bedenken“, sagte sie. Die räumliche und zeitliche Lern-Flexibilität sowie die interessanten und stimmigen Kursinhalte aber hätten sie überzeugt. Der Kontakt untereinander und auch zu den Dozenten sei gut und ausreichend gewesen. „Wir konnten jederzeit mit den Dozenten telefonieren oder ihnen eine E-Mail schreiben.“ Vor allem beruflich, aber auch privat habe der DAS-Kurs sie weitergebracht. „Wir haben unsere pädagogischen, interkulturellen und digitalen Kompetenzen erweitert“, sind sich die Teilnehmer einig. „Ich gehe ganz anders in Verhandlungen, also auch mit viel mehr Selbstbewusstsein“, so Silke Paust. Und noch etwas eint die Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer: Sie würden den Kurs sofort wieder belegen.

INFO: Blended Learning verknüpft traditionelle Präsenzveranstaltungen und Formen der onlinegestützten Lehre und des Lernens. Hierbei werden die Vorteile der zeitlichen und örtlichen Flexibilität genutzt und verschiedene Lernmethoden und –medien didaktisch sinnvoll miteinander verbunden

INFO: Der nächste DAS-Kurs „Experte für interkulturelle Lern- und Bildungsprozesse startet im kommenden Oktober (Wintersemester 2020/21). Anmeldemöglichkeit besteht bis zum 30. August 2020. Kontakt: Dr. Monica Bravo Granström, bravo@ph-weingarten.de, Telefon 0751 501-8153, http://aww-phweingarten.de

Text und Foto: Barbara Müller

 

 

 

 

 

 


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