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Ethos und Professionalisierung

Seit den 1960er Jahren vollzieht sich nicht nur in Deutschland eine gesamtgesellschaftliche Transformation, die zunehmend mit europäischen und globalen Rationalisierungsprozessen verflochten ist. Entsprechend steht auch das Erziehungssystem nicht nur in Deutschland im Zeichen der Modernisierung. Zu ihr gehören die Verwissenschaftlichung der Pädagogik und die Professionalisierung des pädagogischen Personals. Dieses soll disponibel und flexibel auf der Basis einer wissenschaftlich ausgewiesenen lehr- und überprüfbaren Kompetenz vereinbarte Ziele durchaus unterschiedlichster Auftraggeber gegen Bezahlung in zeitlich limitierter Weise und unter Einsatz adäquater Mittel umzusetzen fähig sein. Zugleich steht die Modernisierung insgesamt unter den Vorzeichen einer sich zuspitzenden Ökonomisierung des gesamten Erziehungs- und Bildungssystems.

 

Zwar hat die offenkundige Vernachlässigung ethischer Kriterien bei den Professionstheorien mittlerweile zu Gegenbewegungen geführt, die vor allem auch an die Bedeutung des Ethos z.B. als Berufsethos oder Schulethos erinnern. Aber eine auch den erziehungswissenschaftlichen Ethos-Diskurs philosophisch-ethisch insgesamt auf seine tragenden Grundlagen hin befragende Untersuchung ist noch nicht vorgelegt worden.

Auf diese Problemsituation versucht das Projekt historisch wie systematisch zu antworten. Systematisch geht es um die Re-Analyse des Zusammenhangs der zentralen Professionalitätskomponenten und um die Freilegung verschiedener Dimensionen des Ethos in seiner Unhintergehbarkeit für alles Erziehen in seiner ganzen Weite, also auch für alles professionell-berufsethische Operieren. Da diese Dimensionen sich je personal-biographisch, kulturell-lebensformspezifisch sowie orts- und geschichtsbezogen als faktische Lebenspraxis vollziehen,

  • soll das Professionalitätsdenken in seiner heutigen Systematik ebenso auf seine gegebenenfalls vorhandenen Einseitigkeiten und Defizite geschichtlich bedacht werden,
  • wie umgekehrt die hermeneutische Auslegung geschichtlich-kultureller Ethos-Formationen systematisch angelegt sein muss,
  • um so an anders mögliche bzw. weiter gehende Lebensweisen bzw. Aufenthalte menschlichen In-der-Welt-seins und ihre Bedeutung für das Erziehen zu erinnern.

Ansprechpartner:     Apl. Prof. Dr. Ralf Elm

 
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