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Mathematik
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Weingartener Kolloquium zur Didaktik der Mathematik

Die Mitglieder des Fachbereichs Mathematik laden alle an Mathematikdidaktik Interessierten recht herzlich zu den Kolloquiumsvorträgen im Wintersemester 2008/2009 ein.

Kolloquiumsvorträge als pdf-Datei...


Wintersemester 2008/2009

18.11.2008    Dr. Marcus Nührenbörger, Universität Duisburg Essen

                        "Mathematik im Gespräch" - mathematische Deutungskonstruktionen im

                         Gespräch von und mit Kindern im jahrgangsgemischten Anfangsunterricht

 

02.12.2008    Dr. Marei Fetzer, Universität Frankfurt

                         Interaktion am Werk

 

16.12.2008    Prof. Dr. Rolf Biehler, Universität Kassel

                         Leitidee Daten und Zufall in der Sek. I - Curriculare Entwicklungslinien und

                         Möglichkeiten des Computereinsatzes

                         Der Vortrag findet im Rahmen der Abschlussveranstaltung zum Jahr der

                         Mathematik 2008 statt.

 

13.01.2009     Prof. Dr. Gabriele Kaiser, Universität Hamburg

                          Mathematische Modellierung in der Schule - Beispiele und Erfahrungen

 

 

 

Alle Vorträge finden im Schlossbau der Pädagogischen Hochschule im Raum S 134 bzw. S 115 (bitte Hinweise beachten) jeweils um 18.00 Uhr statt. Die Vortragsdauer mit Diskussion beträgt circa 60 min. Anschließend findet eine kleine Nachsitzung in einem nahegelegenen Restaurant statt.


 

Vortragskurzfassungen

 

18.11.2008,  Dr. Marcus Nührenbörger, Universität Duisburg Essen

"Mathematik im Gespräch" - mathematische Deutungskonstruktionen imGespräch

von und mit Kindern im jahrgangsgemischten Anfangsunterricht

 

Das Fach Mathematik ist in besonderer Weise unter Lehrkräften „im Gespräch“, die in jahrgangsgemischten Klassen unterrichten. Die Lehrkräfte sehen sich vor der schwierigen Herausforderung, vor dem Hintergrund der bewussten Wahrnehmung von Heterogenität im jahrgangsgemischten Unterricht die Prozesse individueller und kooperativ-kommunikativer Wissenskonstruktionen miteinander zu verknüpfen. Aus pädagogisch-psychologischer Sicht wird in diesem Zusammenhang die Bedeutung des „Lernens durch Lehren“ betont, wenn Kinder aus verschiedenen Jahrgängen miteinander über Mathematik „ins Gespräch“ kommen.
Aus mathematikdidaktischer Sicht stellen sich aber auch Fragen, wie etwa:
Welche Aufgaben und Inhalte bieten sich für die Zusammenarbeit von Kindern aus verschiedenen Jahrgängen an?
Wie entwickelt sich das mathematische Gespräch zwischen den Schülern auf der Grundlage ihrer unterschiedlichen Rollen – eher wie ein Lehrer-Schüler-Gespräch im „traditionellen“ Sinne (direktes Vermitteln) oder eher im „aufgeklärten“ Sinne (moderierend) oder auf eine spezifische kooperativ-kommunikative Weise?
Beschränkt sich die mathematische Wissenskonstruktion auf ein „Lernen durch Belehren“ oder bietet die Interaktion Anlass zur „Betrachtung“ von Wissen und damit verbunden zu einem Wechsel des mentalen Standpunktes?
In dem Vortrag werden anhand von Fallbeispielen unterschiedliche mathematische Deutungsweisen exemplarisch diskutiert, die auf der Basis gemeinsamer Gespräche über Mathematik von Kindern aus benachbarten Einschulungsjahrgängen entwickelt worden sind. Die mathematikdidaktische Rekonstruktion der interaktiven Deutungsweisen verweist auf ein Potential dieser mathematischen Wissenskonstruktionen, wenn diese auf „Aufgaben zum Deuten“ bezogen und Anregungen zur vorausschauenden oder rückblickenden Betrachtung von Mathematik geben können.

 

02.12.2008,  Dr. Marei Fetzer, Universität Frankfurt

Interaktion am Werk

 

Eine Fragestellung aus der mathematischen Unterrichtspraxis und die wissenschaftlichen Folgen.
Am Anfang stand eine Grundschullehrerin mit der Beobachtung, dass ihre Schülerinnen und Schüler Mathematik ausschließlich mit Auswendiglernen assoziierten. Daraufhin ließ sie die Kinder über mathematische Fragestellungen schreiben und auf der Grundlage der selbst verfassten Werke diskutieren. Der Einfluss auf das Lernen der Kinder erwies sich als positiv. Wie kam das eigentlich? Was lief da im Unterrichtsgeschehen ab? Diese Nachfragen waren die Geburtsstunde für umfassende Forschungstätigkeiten zu Schreibanlässen und unterrichtlichen Interaktionsprozessen. Im Vortrag möchte ich einen Querschnitt durch meine wissenschaftlichen Aktivitäten während meiner Promotionszeit vornehmen. Dabei werde ich Ergebnisse ganz unterschiedlicher Art vorstellen und auf interaktionstheoretische, mathematikdidaktische sowie unterrichtspraktische Aspekte eingehen.

 

16.12.2008,   Prof. Dr. Rolf Biehler, Universität Kassel

Leitidee Daten und zufall in der Sek. I - Curriculare Entwicklungslinien und Möglichkeiten des Computereinsatzes

 

Ausgehend von den Bildungsstandards werden Entwicklungslinien im Sinne eines Spiralcurriculums für die Leitidee „Daten und Zufall“ unterschieden und entfaltet.
Es geht um
1. Darstellungen und Daten in Medien,
2. Datenerhebung und - analyse,
3. Wahrscheinlichkeit,
4. Schließen aus Daten,
5. Daten und Funktionen,
6. Zusammenhänge zwischen 2 Merkmalen. Zu allen Themen werden Beispiele mit und ohne Computereinsatzmöglichkeiten vorgestellt, die auf unterrichtliche Erprobungen zurückgehen.

13.01.2009,    Prof. Dr. Gabriele Kaiser, Universität Hamburg

Mathematische Modellierung in der Schule - Beispiele und Erfahrungen

 

Im Vortrag soll über eine gemeinsame Veranstaltung von Mathematik und Mathematikdidaktik berichtet werden, in der Studierende des Lehramts für Oberstufe gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern aus Leistungskursen Jgst. 12 an Hamburger Gymnasien Modellierungsbeispiele durchgeführt haben. Ausgangspunkt der Aktivitäten waren von Mathematikerinnen bzw. Mathematikern aus der Praxis gestellte Probleme, die von den Schülerinnen und Schülern in Kleingruppen im Mathematikunterricht modelliert wurden, betreut von den Studierenden.
Im Vortrag sollen einige der bearbeiteten Beispiele vorgestellt werden, z.B.:
• Optimale Stationierung von Rettungshubschraubern in Südtirol
• Strahlentherapieplanung bei Krebspatienten
• Berechnung optimaler Fischfangquoten
• Vorhersage von Aktienkursen
Dabei sollen jeweils einige Lösungsansätze der Schülerinnen und Schüler sowie ihre Reaktionen darauf dargestellt werden.
Abschließend sollen Ergebnisse einer Evaluation dieser mehrfach durchgeführten Veranstaltung beschrieben werden, in denen Möglichkeiten, aber auch Schwierigkeiten der Realisierung von Modellierungsaktivitäten sowohl in Universität als auch in der Schule deutlich werden.

 

 
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