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Mathematik
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Weingartener Kolloquium zur Didaktik der Mathematik

Die Mitglieder des Fachbereichs Mathematik laden alle an Mathematikdidaktik Interessierten recht herzlich den Kolloquiumsvorträgen im Wintersemester 2006/2007 ein.

Kolloquiumsvorträge als pdf-Datei...


Wintersemester 2005/2006


14.11.2006 Mutfried Hartmann, Uni Nürnberg

Zauberdreiecke und mehr - Wie man an Übungsformaten mathematisches Denken lernen kann.


19.12.2006 Prof. Dr. Xu Binyan, ECNU/Shanghai

Forschendes lernen und Projektlernen im Mathematikunterricht in China


09.01.2007 Elmar Hengartner, PHL Aargau

Mit Lernumgebungen unterrichten: Vielfalt unterstützen und eigenes Denken stärken


30.01.2007 Prof. Dr. Lutz Führer, Uni Frankfurt

„Siehe“- Beweise für elementare Volumenbestimmungen
 

Zum Abschluss der Vortragsreihe findet am 09.01.2006 ab 17.45 Uhr das Mathe-Cafe vor dem Vortragsraum S232 statt.


Alle Vorträge finden im Schlossbau der Pädagogischen Hochschule im Raum S232 jeweils um 18.00 Uhr statt. Die Vortragsdauer mit Diskussion beträgt etwa 60 min. Anschließend findet eine kleine Nachsitzung in einem nahe gelegenen Restaurant statt.


Vortragskurzfassungen


14.11.2006    Mutfried Hartmann, Uni Nürnberg

Zauberdreiecke und mehr - Wie man an Übungsformaten mathematisches Denken
lernen kann.

Übungsformate wie das Zauberdreieck halten ausgehend von der Grundschule zunehmend auch Einzug in die Sekundarstufe. Auch wenn Sie zur Zeit primär zum Training der Rechenfertigkeit eingesetzt werden, so beinhalten sie dennoch eine solch hohe mathematische Reichhaltigkeit, dass sie insbesondere auch für zentrale mathematische Aktivitäten wie das Aufspüren von Phänomenen, das operative Durchdringen eines Systems bis hin zum Algebraisieren desselben eingesetzt werden können. Durch die Variation solcher For-mate, insbesondere auch durch die Schüler selbst, eröffnet sich ein fast unerschöpflich reiches Feld für der-artige mathematische Vorgehensweisen. Besondere Bedeutung gewinnt dabei die in der Mathematik so wichtige heuristische Methode des Analogisierens, die darin besteht, in ähnlichen Systemen nach ähnlichen Phänomene zu suchen bzw. bei ähnlichen Problemen ähnliche Vorgehensweisen zu versuchen.
 


19.12.2006    Prof. Dr. Xu Binyan, ECNU/Shanghai

Forschendes lernen und Projektlernen im Mathematikunterricht in China

Forschendes lernen und Projektlernen im Mathematikunterricht hat keine lange Geschichte in China. Diese neue Lernkultur die seit 1999 von der Curriculumreform verlangt wurde, ist ein große Herausforderung an unsere traditionelle Lernkultur „Lernen von Grundwissen und Grundfertigkeiten“. Diese traditionelle Lernkultur hat beim mathematischen Lernen zwar Vorteile aber auch einige Nachteile für Schüler. Die Einführung von forschendem Lernen und Projektlernen dient dazu, dass Schüler
- nicht nur rechnen und beweisen können, sondern auch Wissen anwenden können.
- nicht nur formal logisch deduktiv denken können, sondern auch die Entwicklung und Verwendung von mathematischem Wissen erleben und mathematische Modellierungsfähigkeiten beherrschen können.
- nicht nur mathematische Formeln kennen, sondern auch geisteswissenschaftliche Auswirkungen der Mathematik kennen. Dabei sollen neue Lernumgebungen den Schülern zu Verfügung stehen damit diese sich individuell entwickeln können. Im Vortrag wird anhand einiger Beispiele berichtet, wie forschendes Lernen und Projektlernen im Mathematikunterricht in China geplant und durchgeführt werden.



09.01.2007   Elmar Hengartner, PHL Aargau

Mit Lernumgebungen unterrichten: Vielfalt unterstützen und eigenes Denken stärken

In einem überregionalen Projekt (in der Schweiz und im Südtirol) haben Lehrerinnen und Lehrer gemeinsam mit Fachdidaktikern Lernumgebungen für den Mathematikunterricht der Grundschule entwickelt und erprobt - mit dem Ziel, besser mit Heterogenität umzugehen. An der Projektarbeit waren ferner rund 100 Lehrerstu-dentinnen und –studenten im Rahmen von Diplomarbeiten beteiligt. Im Vortrag werden an Schülerarbeiten Aspekte von Heterogenität aufgezeigt. An ausgewählten Beispielen soll die Bezeichnung Lernumgebung geklärt und die Idee einer Förderung aller Kinder – von Rechenschwachen bis zu Hochbegabten – durch einen Unterricht mit Lernumgebungen dargelegt werden.
 


30.01.2007    Prof. Dr. Lutz Führer, Uni Frankfurt

„Siehe“- Beweise für elementare Volumenbestimmungen

Räumliche Messungen, Berechnungen, Dar- und Vorstellungen gehören zweifellos zur schulischen Allge-meinbildung. Auch zu diesem Zweck wurden (und werden noch) am Ende der Mittelstufe Volumenformeln für einige nichttriviale Körper hergeleitet - im Falle des Pyramiden-, Kegel- und Kugelvolumens gewöhnlich mithilfe von ein paar heuristischen Grenzwertbetrachtungen. Das macht zur Vorbereitung einer echten "Infi-nitesimalrechnung" auf Oberstufen durchaus einen guten Sinn. Andererseits werden viele Schüler kaum noch Grenzwertbetrachtungen bei räumlichen Integrationen erleben. Gibt es einen sinnvollen Weg, Stereo-metrie auf der Mittelstufe (vorläufig) "handgreiflich" und trotzdem begründend und verallgemeinerbar abzu-schließen? Der Vortrag versucht eine fachmethodische Zusammenschau recht vieler Körper zu geben, die mit wenigen heuristischen Strategien "elementar" berechenbar sind, d. h. genauer: mit naiven Ähnlichkeitsüberlegungen, mit dem Cavalieri- Prinzip und ansonsten mit der "Methode des scharfen Hinsehens". Dass und wie für die elementare Stereometrie eine sowohl abschlussfähige als auch durch echte Integralrechnung anschlussfä-hige Systematik möglich ist, lassen einige Blicke in die Vorgeschichte der Analysis ahnen. Wie geistreich, anschaulich, aktuell und ausbaufähig für heutigen Unterricht manche der alten, teils sogar ganz alten Ideen tatsächlich sind, wird im Vortrag mit einigen MuPAD-Animationen gezeigt. Am Ende sollte das auch eine anspruchsvollere, numerisch akzentuierte Einführung in die Integralrechnung zumindest nahe legen.

 
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Mit freundlicher Unterstützung:
Schrödel