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Mathematik
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Weingartener Kolloquium zur Didaktik der Mathematik

Die Mitglieder des Fachbereichs Mathematik laden alle an Mathematikdidaktik Interessierten recht herzlich den Kolloquiumsvorträgen im Wintersemester 2005/2006 ein.

Wintersemester 2005/2006

29.11.2005 Prof. Dr. Petra Scherer, Universität Bielefeld

Substanzielle Aufgabenformate – Lernmöglichkeiten für alle Schülerinnen und Schüler


20.12.2005 Prof. Dr. Albrecht Beutelspacher, Universität Giessen

Experimente aus dem Mathematikum – Mathematik lernen mit interaktiven Experimenten


17.01.2006 Prof. Dr. Günter Krauthausen, Universität Hamburg

Nullmauern - ein Variation zu Zahlenmauern


07.02.2006 Prof. Dr. Jürgen Richter-Gebert, Technische Universität München

Phänomenologische Zugänge zum Mathematikunterricht


Zum Abschluss der Vortragsreihe findet am 07.02.2006 ab 17.45 Uhr das Mathe-Cafe vor dem Vortragsraum S232 statt.
 


Alle Vorträge finden im Schlossbau der Pädagogsichen Hochschule im Raum S232 jeweils um 18.00 Uhr statt. Die Vortragsdauer mit Diskussion beträgt circa 60 min. Anschließend findet eine kleine Nachsitzung in einem nahegelegenen Restaurant statt.


Vortragskurzfassungen


Prof. Dr. Petra Scherer, Universität Bielefeld

Substanzielle Aufgabenformate – Lernmöglichkeiten für alle Schülerinnen und Schüler

Neben den inhaltlichen Lernzielen hat der Mathematikunterricht der Grundschule vor allem auch allgemeine Lernziele zu verfolgen. Zur Realisierung inhaltlicher wie allgemeiner Ziele sind insbesondere substanzielle Aufgabenformate geeignet, bei denen sich die Schüleraktivitäten nicht nur auf das bloße Rechnen beschränken, sondern auch allgemeine Kompetenzen wie bspw. das Erkennen und Beschreiben von Mustern und Begründen von Zusammenhängen erforderlich sind. Hier wird man häufig einwenden, dass dies nicht für alle Schülerinnen und Schüler gelten mag, sondern lediglich den Leistungsstarken vorbehalten bleibt. Dass alle Kinder, gerade aber auch die Lernschwächeren, von substanziellen Aufgabenformaten profitieren können, soll im Rahmen des Vortrags aufgezeigt werden


 

Prof. Dr. Albrecht Beutelspacher, Universität Giessen

Experimente aus dem Mathematikum – Mathematik lernen mit interaktiven Experimenten

Die Erfahrung des Mathematikums in Gießen zeigt, dass interaktive mathematische Experimente bei den Besuchern sehr gut ankommen, unabhängig davon, ob sie jung oder alt, gebildet oder naiv sind. Spannend ist die Frage, was und wie und ob überhaupt dabei gelernt wird und wie man mögliche Lernprozesse unterstützen kann oder soll. Diese Fragen werden anhand einer Reihe von Exponaten diskutiert.
 


Prof. Dr. Günter Krauthausen, Universität Hamburg

Experimentieren mit Ziel: Von der Vermutung zum Beweis

Zahlenmauern als substanzielles Aufgabenformat sind im Unterricht weithin bekannt. Sie sind besonders geeignet, das Mathematiktreiben im mathematisch gehaltvollen,
ganzheitlichen Kontext zu fördern und zu fordern.
Im Vortrag wird über unterrichtliche Erfahrungen mit einer noch recht unbekannten
Forschungsfrage zu Zahlenmauern berichtet. Sie ist eine von insgesamt elf
Forschungsaufträgen, die in einer neuen eigenen Software-Entwicklung enthalten sind
("Zahlenforscher", Auer 2006).
 


Prof. Dr. Jürgen Richter-Gebert, Technische Universität München

Phänomenologische Zugänge zum Mathematikunterricht

Kinder im Vor- und Grundschulalter haben zumeist noch ein ausgesprochen unbefangenes Verhältnis zur Mathematik. Zählen, Vergleichen, Ordnen sind Tätigkeiten, die mit viel kreativem Spaß, und oftmals direkten Erfolgserlebnissen, verbunden sind. Für Kinder hat Mathematik dabei oftmals eine fast magische Komponente: „Alles geht so schön auf“, „Die Dinge passen überraschend gut zueinander“. Mit einer solchen Herangehensweise sind Kinder in diesem Alter dem Bild, das ein „richtiger Profimathematiker“ von Mathematik hat, oftmals auf überraschende Weise näher, als zu vielen späteren Zeitpunkten ihrer Schullaufbahn. Im Verlauf der Schulausbildung wird das direkte, oft neugierige Herangehen an Mathematik ersetzt durch Auswendiglernen und Anwenden von Regeln, ohne diese verstanden und hinterfragt zu haben. Die Kategorien „richtig“ und „falsch“ werden wichtiger als Verstehen und Nachvollziehen. Dies ist auch verständlich, denn der Lehrplan drängt. All zu viele vertiefende und interessante Fragen kann sich der Lehrer nicht leisten, sonst läuft ihm die Zeit weg.
Gerade der Mathematikerziehung in der Vor- und Grundschule kommt beim Aufbrechen dieser Misere eine wichtige Schlüsselrolle zu. Es gilt die ursprüngliche Offenheit, der Kinder zu erhalten und weiteres Interesse zu wecken, dass es dem Kind zu einem späteren Zeitpunkt auch noch ermöglicht, Fragen zu stellen, und eventuell sogar selbst zu beantworten. Spielerische Angebote, mit denen Mathematik unter Einbeziehung visueller, motorischer und haptischer Komponenten erlebt und erfahren werden kann, sind dabei von unschätzbarer Wichtigkeit.
Das Kind soll selbst aktiv werden und im Spiel mathematische Phänomene erfahren. Der Vortrag zeigt Möglichkeiten auf, wie man Kindern, unter Berücksichtigung entwicklungsbedingter Besonderheiten, Zugänge für einen freudvollen und selbstmotivierten Umgang mit Mathematik geben kann, wie man Mathematikvermittlung spannend und abwechslungsreich gestalten kann.
Exponate, die in der Mathematikausstellung ix-quadrat an Zentrum für Mathematik in Garching zu sehen sind, werden vorgestellt. Diese Ausstellung wird von Schulklassen jeder Stufe besucht und erfreut sich sowohl bei Schülern als auch bei Lehrern einer ausgesprochen positiven Resonanz.
(Nähere Informationen: http://www-m10.ma.tum.de/ix-quadrat.)

 
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Schlossbau