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Mathematik
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Mathematikdidaktisches Kolloquium


Kommende Vorträge:


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Vergangene Vorträge:


Entfiel:

Dr. Andreas Marx

01. Februar 2016 von 18.00 - 19.30 Uhr im Raum Schlossbau S 115

Schülervorstellungen zu unendlichen Prozessen – Die metaphorische Deutung des Grenzwerts als Ergebnis eines unendlichen Prozesses

Welche Schülervorstellungen zu unendlichen Prozessen bestehen in der ausgehenden Sekundarstufe I? Auf Basis von Einzelfallstudien ließen sich, über beobachtete Phänomene hinaus, Strukturen und überindividuelle Verhaltensweisen herausstellen, die als zentrales Problem im Umgang mit unendlichen Prozessen die gedankliche Verbindung zu endlichen Prozessen ausmachen. Vor diesem Hintergrund wird die „Basic Metaphor of Infinity“ von Lakoff und Núñez nutzbar gemacht, indem eine Folge und ihr Grenzwert als Erweiterung und Neuinterpretation eines Prozesses mit seinem Ergebnis gesehen werden.



Entfiel:

Dr. Jan Wessel 

25. Januar 2016 von 18.00 - 19.30 Uhr im Raum Schlossbau S 115

Grundvorstellungen und Vorgehensweisen bei der Subtraktion -
Stoffdidaktische Analysen und empirische Befunde von Schülerinnen und Schüler des 1. Schuljahres

Bezogen auf das Lösen von Subtraktionsaufgaben lassen sich mindestens zwei grundsätzlich verschiedene Wege unterscheiden: Zum einen das Abziehen, bei dem das Ergebnis der zu lösenden Aufgabe durch ein Abziehen des Subtrahenden vom Minuenden bestimmt wird. Zum anderen das Ergänzen, bei dem zur Lösung der Aufgabe vom Subtrahenden zum Minuenden ergänzt wird, wobei das ‚Hinzugefügte’ das Ergebnis der Aufgabe darstellt.
Die Berücksichtigung und Thematisierung dieser beiden grundsätzlich verschiedenen Vorgehensweisen zur Lösung von Subtraktionsaufgaben findet sich auch in den Schulbüchern der Grundschule wieder. Betrachtet man jedoch die empirischen Forschungsergebnisse der jüngeren Jahre, die sich mit dem Gebrauch und der Effizienz von Abziehen und Ergänzen beschäftigen, so wird deutlich, dass das Ergänzen im Gegensatz zum Abziehen eher selten von Schülerinnen und Schülern genutzt wird, obwohl es sich laut der Forschungsergebnisse um eine sehr effiziente Vorgehensweise zu handeln scheint. Dieses Spannungsverhältnis stellt den Ausgangspunkt der Überlegungen des im Vortrag vorgestellten Promotionsprojektes dar.
So wird im Vortrag durch Rückgriff auf das Grundvorstellungskonzept zunächst eine theoretische Perspektive auf die Grundvorstellungen und Vorgehensweisen der Subtraktion eingenommen. Dabei werden ausgehend von der Darstellung des diesbezüglichen Forschungsstandes die theoretischen Ergebnisse weiterführender stoffdidaktischer Analysen entfaltet. Darauf aufbauend wird eine deskriptive Perspektive auf die Grundvorstellungen und Vorgehensweisen der Subtraktion eingenommen und auf der Grundlage der Darstellung des diesbezüglichen Forschungsstandes und des Design der durchgeführten qualitativen Studie die übergeordnete Forschungsfrage des Promotionsprojektes ‚Inwiefern nutzen Schülerinnen und Schüler des ersten Schuljahres Unterschiedsvorstellungen und darauf aufbauende Vorgehensweisen zur Lösung von formalen und kontextgebundenen Subtraktionsproblemen?’ beantwortet.



Prof. Dr. Petra Scherer

18. Januar 2016 von 18.00 - 19.30 Uhr im Raum Schlossbau S 115

Inklusiver Mathematikunterricht der Grundschule im Spannungsfeld zwischen gemeinsamem Lernen und Einzelförderung

Der Umgang mit Heterogenität stellt eine zunehmende Anforderung für alle Schulformen und Schulstufen dar. Dabei fügen Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf dem bereits existierenden Hetero-genitätsspektrum eine besondere Facette hinzu, die eine entsprechende Weiterentwicklung des Unterrichts erfordert. Im Vortrag werden mit Bezug zur aktuellen Situation im Grundschulunterricht exemplarische Aufgabentypen und Lernumgebungen hinsichtlich ihrer Möglichkeiten für den inklusiven Unterricht diskutiert. Dabei gilt es, sowohl Phasen und Situationen des gemeinsamen Lernens sinnvoll zu planen als auch die Notwendigkeit individueller Lernsituationen zu identifizieren und zu ermöglichen. Abschließend werden Folgerungen für Lehreraus- und -weiterbildung abgeleitet.



Prof. Dr. Peter Bender (Universität Paderborn), 29. Juni 2015

Mathematik und gesunder Menschenverstand

Die Mathematik, wie sie in der Gesellschaft gebraucht wird und in der Schule gelernt werden sollte, ist durchweg eng mit dem gesunden Menschenverstand verbunden. Mit eingekleideten Aufgaben hat dieser Zusammenhang allerdings wenig zu tun. Im Vortrag wird die Verbindung an Themen aus allen Schulstufen illustriert (Phänomen des Spiegels, Abzählen von Mengen, Grenzwert und Un-endlichkeit). Darüber hinaus werden Beispiele vorgestellt, wie Menschen mit und ohne gesunden Menschenverstand Mathematik treiben, von Kleinkindern, die mit ihrem gesunden Menschenverstand nicht den Piagetschen Theorien entsprechen, bis hin zu Ökonomie-Professoren, die in offensichtlicher Abwesenheit des gesunden Menschverstands absurde Studien produzieren.



Prof. Dr. Kordula Knapstein (Paderborn), 29. Januar 2015

Begründen im Mathematikunterricht der Grundschule am Beispiel Substanzieller Aufgabenformate

Der Vortrag handelt von der empirischen Studie, in der untersucht wurde, wie Grundschüler bei Aufgabenstellungen der Substanziellen Aufgabenformate „Zahlengitter“ und „Zahlenketten“ ihre mathematischen Erkenntnisse begründen.
Nach einem knappen theoretischen und methodischen Überblick werden die in der Studie identifizierten „Begründungs-Typen“ im weiteren Verlauf des Vortrags gestützt durch Videoausschnitte der Kinderbearbeitungen vorgestellt.



Prof. Dr. Benjamin Rott (Universität Duisburg-Essen), 15. Januar 2015

Mathematische Problembearbeitungsprozesse von Fünftklässlern

Wie sollten Problembearbeitungsprozesse (idealerweise) ablaufen? Und wie laufen solche Prozesse (im Schulkontext) tatsächlich ab? Auf die erste Frage gibt es zahlreiche Antworten – meist in der Form von (normativen) Phasenmodellen. Die zweite Frage ist hingegen noch relativ unbearbeitet.

Im Vortrag wird von einer Studie mit dem Ziel berichtet, die Problembearbeitungsprozesse von SuS zu beschreiben und daraus Erkenntnisse für die Forschung, insbesondere aber auch für den Unterricht zu ziehen.



Dr. Sabrina Lübke, 11.12.2014


Überschlagsrechnen in der Grundschule


Es wird immer wieder kritisiert, dass das Überschlagsrechnen von Kindern häufig als unverstandene Zusatzaufgabe empfunden wird. Ausgehend davon wird im Vortrag zunächst theoretisch die Bedeutung des Überschlagsrechnens geklärt. Daran anknüpfend werden Ergebnisse einer Interviewstudie mit 42 Kindern des vierten Schuljahres vorgestellt, in der erstmalig gezielt die beiden gängigen Aufgabentypen „Wie viel ungefähr?“ und „Reicht das Geld?“ eingesetzt wurden.



Prof. em. Dr. Lutz Führer, 02.07.2014

Vom Schüler aus? - Mathematikunterricht und Reformpädagogik


Vom Ende des 19. Jahrhunderts bis zum Beginn des Dritten Reiches gab es (auch) in Deutschland eine pädagogisch und oft auch literarisch ambitionierte Minderheit in der Lehrerschaft, die möglichst alle Schüler-Ichs für die vermeintlich "Neue Zeit" stärken wollte. Ihre "Reformpädagogik" unter der allgegenwärtigen Parole "Vom Schüler aus!" bot im Einzelnen ein sehr heterogenes Bild von Unterrichtsideen, -theorien und Aufbruchsparolen. Ertüchtigung, Lebensweltbezug, konstitutiver Anwendungsbezug, Innere Differenzierung,
Inklusion, Forderung nach Selbsttätigkeit und -kritik, Schülerorientierung, Arbeitsgemeinschaften, Gruppen- und Projektunterricht, Schulgemeinden, Stadtteilschulen, curriculare Selbstbestimmung, ... All das waren seinerzeit gutgemeinte Reformansätze – auch für "Niederen Rechen- und Raumlehreunterricht", und in Maßen sogar für "den Höheren Mathematikunterricht".

Warum die Reformpädagogik historisch wiederholt gescheitert ist und ob uns diese Erfahrungen nicht warnen sollten, wird leider öffentlich kaum (mehr)
diskutiert. Im Vortrag wird für den einstmals "Neuen" Mathematikunterricht zu zeigen versucht, dass sich im Konstruktiven wie im Bedenklichen mancherlei lernen ließe, wenn man die Vorkämpfer unserer fortschrittlichsten Unterrichtsideen und Schulformen wieder einmal in ihrer Muttersprache ernst nähme.


Stephanie Schuler, 23.01.2014

Mathematikdidaktische Überzeugungen und Praktiken von ErzieherInnen und GrundschullehrerInnen – Qualitative Erfassung mittels Gruppendiskussionen und Fallstudien


Aktuelle Kompetenzmodelle für LehrerInnen ordnen fachdidaktisches Wissen und professi-onsbezogene Überzeugungen stets als zentralen Bestandteil der professionellen Kompetenz ein. Gleiches gilt – bezogen auf domänenspezifische Lernprozesse – auch für ErzieherInnen. Im Hinblick auf die Kooperation von Kindergarten und Grundschule gelten deshalb neben dem Professionswissen insbesondere auch die Überzeugungen der beteiligten Fachkräfte als ein wichtiger Einflussfaktor für deren Gelingen.
In einer qualitativen Teilstudie des Projekts Anschlussfähigkeit mathematikdidaktischer Überzeugungen und Praktiken von ErzieherInnen und GrundschullehrerInnen als Voraussetzung für die Kooperation von Elementar- und Primarbereich (kurz: AnschlussM; www.anschluss-m.de), einem vom BMBF geförderten Verbundprojekt der Universität Bremen und der Pädagogischen Hochschule Freiburg, wurden die mathematikdidaktischen Überzeugungen von Erzieherinnen und Grundschullehrerinnen mittels Fallstudien (n=10) und zwei Gruppendiskussionen mit insgesamt 35 TeilnehmerInnen erhoben. Da die Studie auf möglichst handlungsrelevante professionsbezogene Überzeugungen zielt und diese nur aus handlungsnahen Situationen rekonstruiert werden können, wurden die TeilnehmerInnen zu Beschreibungen und vor allem Bewertungen von Materialien für das Mathematiklernen, des eigenen professionellen Handelns, des Handelns der jeweils anderen Profession und der Erwartungen an dieses Handeln angeregt.
Im Vortrag werden die Ergebnisse der qualitativen Teilstudie vorgestellt sowie Einblicke in eine weitere Teilstudie gegeben, bei der handlungsnahe Überzeugungen und handlungsna-hes fachdidaktische Wissen mittels eines computerbasierten Settings mit Bild- und Videovignetten erhoben wurden.


Uta Häsel-Weide, 12.12.2013

Ablösung vom zählenden Rechnen – Struktur-fokussierende Deutungen in kooperativen Diskursen?!


Zählendes Rechnen ist für Kinder zum Schulbeginn vielfach der elementare Zugang zur Lösung von Additions- und Subtraktionsaufgaben. Im Laufe der ersten Grundschuljahre wird dieser Zugang ergänzt und zunehmend ersetzt von abstrakten strukturellen Einsichten in mathematische Beziehungen. Doch nicht allen Kindern gelingt es, sich vom (verfestigten) zählenden Rechnen zu lösen. So gilt zählendes Rechnen auch als zentrales Merkmal von rechenschwachen Lernenden.
Im Rahmen des Projekts ZebrA (Zusammenhänge erkennen und besprechen, rechnen ohne Abzählen) werden zählend rechnende Kinder zum Erkennen und Beschreiben sowie zum Nutzen von Strukturen beim Rechnen in einer „unterrichtsintegrierten Förderung“ angeregt. Der fokussierte Blick auf Strukturen und die Kooperation mit Kindern, die über alternative Strategien zum zählenden Rechnen verfügen, soll eine Ablösung vom zählenden Rechnen initiieren. An ausgewählten Fallbeispielen aus der qualitativen Studie werden die struktur-fokussierenden Deutungen zählend rechnender Kinder in ausgewählten Unterrichtsszenen analysiert. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, ob und inwiefern die Deutungen durch die Interaktion beeinflusst werden und somit letztlich das Konzept der unterrichtsintegrierten Förderung nicht nur ein methodisches Konzept zum Umgang mit heterogenen Vorausset-zungen ist, sondern auch aus der Sicht des Faches grundlegende Lernprozesse anregt.



Bianca Beutler, 21.11.2013

Räumliche Strukturierungsfähigkeiten und arithmetische Strategien von Vorschulkindern – Ein Kooperationsprojekt aus mathematikdidaktischer Forschung, Evaluation eines Frühförderprogramms und forschender Hochschullehre

Der Vortrag gibt Einblicke in eine qualitative Interviewstudie zur Erforschung von Zusammenhängen räumlicher Strukturierungsfähigkeiten und arithmetischer Zahlbegriffs-entwicklung von Vorschulkindern. Für die Analyse kindlicher Strategien im Umgang mit in Reihen, Spalten und ggf. Schichten angeordneten räumlichen Konfigurationen wird ein Diagnosetool vorgestellt, welches vier Dimensionen zur räumlichen Strukturierung und zwei Dimensionen zu arithmetischen Strategien differenziert und in einen grafischen Zusam-menhang setzt. Ausgewählte Ergebnisse zeigen die Fähigkeiten von 25 Vorschulkindern beim Bestimmen von Würfelanzahlen in konkreten Würfelbauwerken und Schrägbilddarstellungen von Würfelbauwerken.
Das Forschungsprojekt ist neben der mathematikdidaktischen Forschung darüber hinaus auch als Evaluation eines mathematischen Frühförderprogramms angelegt und ermöglicht gleichzeitig ein forschendes Lernen von Masterstudierenden des Grundschullehramts Mathematik sowie einen Austausch zwischen der Hochschule und einer Kindertagesstätte. 


Michael Link, 03.07.2013

Fachsprachliche Kompetenzen im Mathematikunterricht fördern – am Beispiel von Entdeckerpäckchen


Im Gegensatz zu „grauen Päckchen“ sind die Aufgaben in einem Entdeckerpäckchen nicht willkürlich zusammengestellt, sondern stehen in einem strukturellen Zusammenhang zueinander, zum Beispiel durch eine operative Variation der Aufgabendaten. Dieser Zusammenhang kann als Muster von den Schülerinnen und Schülern erkannt, beschrieben und erklärt werden.
Dadurch bieten Entdeckerpäckchen über die Übung von Rechenfertigkeiten hinaus zahlreiche Möglichkeiten zur Förderung der prozessbezogenen Kompetenzen, insbesondere zur Förderung der (fach-)sprachlichen Ausdrucksfähigkeit. Im Vortrag werden dazu mögliche Unterrichtsaktivitäten vorgestellt und anhand von Beispielen aus Unterrichtserprobungen illustriert.




Kommende Vorträge:


Prof. Dr. Peter Bender (Universität Paderborn)

29. Juni 2015 von 16.15 - 17.45 Uhr in S232


Mathematik und gesunder Menschenverstand

Die Mathematik, wie sie in der Gesellschaft gebraucht wird und in der Schule gelernt werden sollte, ist durchweg eng mit dem gesunden Menschenverstand verbunden. Mit eingekleideten Aufgaben hat dieser Zusammenhang allerdings wenig zu tun. Im Vortrag wird die Verbindung an Themen aus allen Schulstufen illustriert (Phänomen des Spiegels, Abzählen von Mengen, Grenzwert und Un-endlichkeit). Darüber hinaus werden Beispiele vorgestellt, wie Menschen mit und ohne gesunden Menschenverstand Mathematik treiben, von Kleinkindern, die mit ihrem gesunden Menschenverstand nicht den Piagetschen Theorien entsprechen, bis hin zu Ökonomie-Professoren, die in offensichtlicher Abwesenheit des gesunden Menschverstands absurde Studien produzieren.


Vergangene Vorträge:


Dr. Kordula Knapstein (Paderborn), 29. Januar 2015

Begründen im Mathematikunterricht der Grundschule am Beispiel Substanzieller Aufgabenformate

Der Vortrag handelt von der empirischen Studie, in der untersucht wurde, wie Grundschüler bei Aufgabenstellungen der Substanziellen Aufgabenformate „Zahlengitter“ und „Zahlenketten“ ihre mathematischen Erkenntnisse begründen.
Nach einem knappen theoretischen und methodischen Überblick werden die in der Studie identifizierten „Begründungs-Typen“ im weiteren Verlauf des Vortrags gestützt durch Videoausschnitte der Kinderbearbeitungen vorgestellt.



Prof. Dr. Benjamin Rott (Universität Duisburg-Essen), 15. Januar 2015

Mathematische Problembearbeitungsprozesse von Fünftklässlern

Wie sollten Problembearbeitungsprozesse (idealerweise) ablaufen? Und wie laufen solche Prozesse (im Schulkontext) tatsächlich ab? Auf die erste Frage gibt es zahlreiche Antworten – meist in der Form von (normativen) Phasenmodellen. Die zweite Frage ist hingegen noch relativ unbearbeitet.

Im Vortrag wird von einer Studie mit dem Ziel berichtet, die Problembearbeitungsprozesse von SuS zu beschreiben und daraus Erkenntnisse für die Forschung, insbesondere aber auch für den Unterricht zu ziehen.



Dr. Sabrina Lübke, 11.12.2014


Überschlagsrechnen in der Grundschule


Es wird immer wieder kritisiert, dass das Überschlagsrechnen von Kindern häufig als unverstandene Zusatzaufgabe empfunden wird. Ausgehend davon wird im Vortrag zunächst theoretisch die Bedeutung des Überschlagsrechnens geklärt. Daran anknüpfend werden Ergebnisse einer Interviewstudie mit 42 Kindern des vierten Schuljahres vorgestellt, in der erstmalig gezielt die beiden gängigen Aufgabentypen „Wie viel ungefähr?“ und „Reicht das Geld?“ eingesetzt wurden.



Prof. em. Dr. Lutz Führer, 02.07.2014

Vom Schüler aus? - Mathematikunterricht und Reformpädagogik


Vom Ende des 19. Jahrhunderts bis zum Beginn des Dritten Reiches gab es (auch) in Deutschland eine pädagogisch und oft auch literarisch ambitionierte Minderheit in der Lehrerschaft, die möglichst alle Schüler-Ichs für die vermeintlich "Neue Zeit" stärken wollte. Ihre "Reformpädagogik" unter der allgegenwärtigen Parole "Vom Schüler aus!" bot im Einzelnen ein sehr heterogenes Bild von Unterrichtsideen, -theorien und Aufbruchsparolen. Ertüchtigung, Lebensweltbezug, konstitutiver Anwendungsbezug, Innere Differenzierung,
Inklusion, Forderung nach Selbsttätigkeit und -kritik, Schülerorientierung, Arbeitsgemeinschaften, Gruppen- und Projektunterricht, Schulgemeinden, Stadtteilschulen, curriculare Selbstbestimmung, ... All das waren seinerzeit gutgemeinte Reformansätze – auch für "Niederen Rechen- und Raumlehreunterricht", und in Maßen sogar für "den Höheren Mathematikunterricht".

Warum die Reformpädagogik historisch wiederholt gescheitert ist und ob uns diese Erfahrungen nicht warnen sollten, wird leider öffentlich kaum (mehr)
diskutiert. Im Vortrag wird für den einstmals "Neuen" Mathematikunterricht zu zeigen versucht, dass sich im Konstruktiven wie im Bedenklichen mancherlei lernen ließe, wenn man die Vorkämpfer unserer fortschrittlichsten Unterrichtsideen und Schulformen wieder einmal in ihrer Muttersprache ernst nähme.


Stephanie Schuler, 23.01.2014

Mathematikdidaktische Überzeugungen und Praktiken von ErzieherInnen und GrundschullehrerInnen – Qualitative Erfassung mittels Gruppendiskussionen und Fallstudien


Aktuelle Kompetenzmodelle für LehrerInnen ordnen fachdidaktisches Wissen und professi-onsbezogene Überzeugungen stets als zentralen Bestandteil der professionellen Kompetenz ein. Gleiches gilt – bezogen auf domänenspezifische Lernprozesse – auch für ErzieherInnen. Im Hinblick auf die Kooperation von Kindergarten und Grundschule gelten deshalb neben dem Professionswissen insbesondere auch die Überzeugungen der beteiligten Fachkräfte als ein wichtiger Einflussfaktor für deren Gelingen.
In einer qualitativen Teilstudie des Projekts Anschlussfähigkeit mathematikdidaktischer Überzeugungen und Praktiken von ErzieherInnen und GrundschullehrerInnen als Voraussetzung für die Kooperation von Elementar- und Primarbereich (kurz: AnschlussM; www.anschluss-m.de), einem vom BMBF geförderten Verbundprojekt der Universität Bremen und der Pädagogischen Hochschule Freiburg, wurden die mathematikdidaktischen Überzeugungen von Erzieherinnen und Grundschullehrerinnen mittels Fallstudien (n=10) und zwei Gruppendiskussionen mit insgesamt 35 TeilnehmerInnen erhoben. Da die Studie auf möglichst handlungsrelevante professionsbezogene Überzeugungen zielt und diese nur aus handlungsnahen Situationen rekonstruiert werden können, wurden die TeilnehmerInnen zu Beschreibungen und vor allem Bewertungen von Materialien für das Mathematiklernen, des eigenen professionellen Handelns, des Handelns der jeweils anderen Profession und der Erwartungen an dieses Handeln angeregt.
Im Vortrag werden die Ergebnisse der qualitativen Teilstudie vorgestellt sowie Einblicke in eine weitere Teilstudie gegeben, bei der handlungsnahe Überzeugungen und handlungsna-hes fachdidaktische Wissen mittels eines computerbasierten Settings mit Bild- und Videovignetten erhoben wurden.


Uta Häsel-Weide, 12.12.2013

Ablösung vom zählenden Rechnen – Struktur-fokussierende Deutungen in kooperativen Diskursen?!


Zählendes Rechnen ist für Kinder zum Schulbeginn vielfach der elementare Zugang zur Lösung von Additions- und Subtraktionsaufgaben. Im Laufe der ersten Grundschuljahre wird dieser Zugang ergänzt und zunehmend ersetzt von abstrakten strukturellen Einsichten in mathematische Beziehungen. Doch nicht allen Kindern gelingt es, sich vom (verfestigten) zählenden Rechnen zu lösen. So gilt zählendes Rechnen auch als zentrales Merkmal von rechenschwachen Lernenden.
Im Rahmen des Projekts ZebrA (Zusammenhänge erkennen und besprechen, rechnen ohne Abzählen) werden zählend rechnende Kinder zum Erkennen und Beschreiben sowie zum Nutzen von Strukturen beim Rechnen in einer „unterrichtsintegrierten Förderung“ angeregt. Der fokussierte Blick auf Strukturen und die Kooperation mit Kindern, die über alternative Strategien zum zählenden Rechnen verfügen, soll eine Ablösung vom zählenden Rechnen initiieren. An ausgewählten Fallbeispielen aus der qualitativen Studie werden die struktur-fokussierenden Deutungen zählend rechnender Kinder in ausgewählten Unterrichtsszenen analysiert. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, ob und inwiefern die Deutungen durch die Interaktion beeinflusst werden und somit letztlich das Konzept der unterrichtsintegrierten Förderung nicht nur ein methodisches Konzept zum Umgang mit heterogenen Vorausset-zungen ist, sondern auch aus der Sicht des Faches grundlegende Lernprozesse anregt.



Bianca Beutler, 21.11.2013

Räumliche Strukturierungsfähigkeiten und arithmetische Strategien von Vorschulkindern – Ein Kooperationsprojekt aus mathematikdidaktischer Forschung, Evaluation eines Frühförderprogramms und forschender Hochschullehre

Der Vortrag gibt Einblicke in eine qualitative Interviewstudie zur Erforschung von Zusammenhängen räumlicher Strukturierungsfähigkeiten und arithmetischer Zahlbegriffs-entwicklung von Vorschulkindern. Für die Analyse kindlicher Strategien im Umgang mit in Reihen, Spalten und ggf. Schichten angeordneten räumlichen Konfigurationen wird ein Diagnosetool vorgestellt, welches vier Dimensionen zur räumlichen Strukturierung und zwei Dimensionen zu arithmetischen Strategien differenziert und in einen grafischen Zusam-menhang setzt. Ausgewählte Ergebnisse zeigen die Fähigkeiten von 25 Vorschulkindern beim Bestimmen von Würfelanzahlen in konkreten Würfelbauwerken und Schrägbilddarstellungen von Würfelbauwerken.
Das Forschungsprojekt ist neben der mathematikdidaktischen Forschung darüber hinaus auch als Evaluation eines mathematischen Frühförderprogramms angelegt und ermöglicht gleichzeitig ein forschendes Lernen von Masterstudierenden des Grundschullehramts Mathematik sowie einen Austausch zwischen der Hochschule und einer Kindertagesstätte. 


Michael Link, 03.07.2013

Fachsprachliche Kompetenzen im Mathematikunterricht fördern – am Beispiel von Entdeckerpäckchen


Im Gegensatz zu „grauen Päckchen“ sind die Aufgaben in einem Entdeckerpäckchen nicht willkürlich zusammengestellt, sondern stehen in einem strukturellen Zusammenhang zueinander, zum Beispiel durch eine operative Variation der Aufgabendaten. Dieser Zusammenhang kann als Muster von den Schülerinnen und Schülern erkannt, beschrieben und erklärt werden.
Dadurch bieten Entdeckerpäckchen über die Übung von Rechenfertigkeiten hinaus zahlreiche Möglichkeiten zur Förderung der prozessbezogenen Kompetenzen, insbesondere zur Förderung der (fach-)sprachlichen Ausdrucksfähigkeit. Im Vortrag werden dazu mögliche Unterrichtsaktivitäten vorgestellt und anhand von Beispielen aus Unterrichtserprobungen illustriert.



 
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