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Risikendarstellung zur Medienkompetenz


Risikodarstellung zur MedienKM

Allgemeine Risiken, die ohne eine kompetente Medienausbildung durch Fachkräfte entstehen könnten.

Es wird kaum zu leugnen sein, dass die Medien immer mehr Einfluss auf die Gesellschaft
und somit auch auf die SchülerInnen haben. Es kann mit Personen auf der ganzen Welt online  kommuniziert, Bilder, Videos und Dateien ausgetauscht, Informationen beschaffen und Käufe abgewickelt werden. Dadurch ist es sehr einfach mit anderen Menschen in Kontakt zu treten und jegliche Informationen in kürzester Zeit einzuholen. Auch die täglichen Unterhaltungen werden immer mehr online geführt. Computer Laptop, Smartphone oder auch der Tablet-PC mit Internetzugang machen dies alles möglich. Die JIM-Studie 2014 [1]
zeigt einen deutlichen Anstieg im Besitz an Smartphones und Tablets in den Haushalten. Ein Absinken ist nicht zu erwarten.

Bezogen auf  die Jugendlichen haben 92 Prozent der 12- bis 19-Jährigen in ihrem eigenen Zimmer Zugriff auf das Internet, 88 Prozent besitzen ein Smartphone mit Touchscreen und Internetzugang und 76 Prozent haben einen eigenen Computer oder Laptop. Somit hat fast jeder Jugendliche in irgendeiner Weise Zugriff auf einen Computer und/oder auf das Internet. Dabei werden die Medien mehrmals pro Woche nur für die Freizeit genutzt. Das Internet steht, egal über welches Medium, an erster Stelle, gefolgt von der Handynutzung und dem Fernsehen [1].

Internetnutzung in der Freizeit

Abbildung 1: Freizeitaktivitäten der 12-19-Jährigen.

An dieser Grafik wird deutlich, dass das Handy oder auch das Internet tägliche Begleiter der Jugendlichen sind. Daher sollten es sich die Schulen zur Aufgabe  machen, ihre SchülerInnen in diesem Bereich kompetent zu fördern. Denn der Umgang mit der Medienvielfalt, die Bewertung zuverlässiger Informationsquellen, die Informationsbeschaffung, die Erstellung und der Aufbau von Präsentationen, der Umgang mit der Textverarbeitung, die Tabellenkalkulation, die Preisgabe der eigenen Daten, Bilder oder Videos muss geschult werden, um SchülerInnen auf die Medienwelt und somit auf die Zukunft vorzubereiten. Sollte keine kompetente Sensibilisierung im  Umgang mit den Medien in den Schulen stattfinden, können vielerlei Risiken entstehen, die sich nur schwer umkehren lassen. Im Folgenden sollen einige der Risiken ausführlicher betrachtet und ausgeführt werden, um zu zeigen, dass eine Grundausbildung für LehrerInnen im informationstechnischen Bereich, sprich der Medienbildung, immer wichtiger und bedeutsamer wird.


Unbegrenzte Medienvielfalt

Als Erstes soll der allgemeine Umgang mit den Medien angesprochen werden. Die Kinder  wachsen in einer sehr hoch technologiebasierten Welt auf und registrieren schon von klein auf die Medienvielfalt [2].

Medievielfalt

Abbildung 2: Die Medienvielfalt betrifft jeden.

Bei diesen gut ausgestatteten Haushalten ist es schwer Kinder davon fernzuhalten und jeglichen Kontakt zu vermeiden. Daher sind die Medien, auch wenn es für viele Eltern und Lehrpersonen schwer zu akzeptieren ist, feste Bestandteile im Alltag der Kinder und Jugendlichen. Es ist aufgrund dieser Vielfalt sehr wichtig, dass die Kinder und Jugendlichen den richtigen Umgang damit erlernen. Der Freizeitforscher Horst Opaschowski berichtet, dass durch die Fülle und Vielfalt an Medienangebote die Informationen und Eindrücke nur noch konfettiartig aufgenommen werden. Das heißt, die Informationen werden oberflächlich wahrgenommen, da viel zu viele Reize gleichzeitig auf die Mediennutzer einströmen. Die SchülerInnen können sich nicht entscheiden, was wichtig und was unwichtig ist. Daher kommt es sehr oft vor, dass sobald es uninteressant wird, weiter gesprungen wird [3]. Genau dieses Verhalten unterstützt ein oberflächliches Aufnehmen von Informationen und kann demzufolge auch zu einem oberflächlichen Lernen führen. Eine bewusste Hilfestellung kann dieser Reizüberflutung entgegenwirken. Dabei muss sich jedoch die Lehrkraft intensiv mit den Medien auseinandersetzen. Ob dies selbstständig und ohne eine fachliche Anleitung vollständig und richtig abgedeckt werden kann, wird bezweifelt.


Anwendungsfehler elementarer Funktionen der Textverarbeitung/Tabellenkalkulation

Ein weiterer Risikofaktor betrifft die Textverarbeitung in Word und die Tabellenkalkulation in Excel.  Beispielsweise gehört zur einer Ausarbeitung ein Titelblatt, ein Inhaltsverzeichnis, ein Abbildungsverzeichnis, Seitenzahlen, Kapitalnummerierungen, Fußnoten, Literaturverweise, ein Literaturverzeichnis und eventuell einen Anhang. Word bietet die Funktionen, solche Verzeichnisse generieren zu lassen. Jedoch wissen viele nicht damit richtig umzugehen. Daher passiert es oft, dass die Verzeichnisse manuell erzeugt werden. Es kann auch behauptet werden, dass noch einige auf diese Weise arbeiten, da nicht genügend Kenntnisse über die Programme vorhanden sind.  

Diese Arbeitsweise kann zu unerwünschten Ergebnissen führen. Wird beispielsweise eine Zeile geändert, kann sich das ganze Dokument verschieben und plötzlich stimmen die Seitenzahlen nicht mehr mit dem Text oder das Bild mit den Seitenverweisen überein. Diese von Hand-Formatierungen kosten sehr viel Zeit und machen einen größeren Aufwand, als es
überhaupt nötig wäre. Mit dem automatisch erstellbaren Inhaltsverzeichnis, Literaturverzeichnis oder auch Abbildungsverzeichnis können viele nicht umgehen, weil sie es nicht gelernt haben oder vielleicht gar nicht wissen, dass es diese Funktionen gibt. Es kann sein, dass auch LehrerInnen diese Funktionen nicht kennen. Daher ist es umso wichtiger, dass LehrerInnen eine Grundausbildung in der Textformatierung und Tabellenkalkulation erhalten. Denn wie sollen die SchülerInnen in der Zukunft richtig formatieren oder mit Excel umgehen, wenn sie es nicht kompetent vermittelt bekommen? Richtig formatierte Bewerbungen sind heute von großer Bedeutung, denn bekanntlich zählt der erste Eindruck. Auch der richtige und zuverlässige Umgang mit solchen weltweit verbreiteten Programmen wird von
den meisten Unternehmen als Grundvoraussetzung angesehen.

Die Arbeit mit der Tabellenkalkulation kann interessant gestaltet werden, wenn die Vorteile und  Vorzüge von diesem Programm richtig genutzt und verwendet werden. Im Folgenden werden zwei unterschiedliche Unterrichtsstunden kurz dargestellt, wie der Unterricht mit Excel gestaltet wurde.
Eine zehnte Klasse einer Werkrealschule hatte einmal pro Woche eine Unterrichtsstunde im Computerraum. Die Stunde begann damit, dass sich einige Rechner nicht hochfahren ließen. Leider konnten diese Probleme auch nicht von der Lehrkraft behoben werden. Daher mussten manche in zweier Gruppen arbeiten.

Nachdem Excel dann geöffnet und alles bereit war, wurde ein Blatt  mit den wichtigsten Funktionen der Tabellenkalkulation ausgeteilt. Die Unterrichtsstunde lief so ab, dass die Lehrperson eine Zeile diesem Blatt vorlas und die SchülerInnen die Anweisungen ausführten. Die SchülerInnen mussten nicht selber denken, sondern bekamen alles diktiert - Schritt für Schritt. Eine Aufgabe bestand darin, dass eine Zelle zur aktiven Zelle, ein Text hineingeschrieben und dann mit Enter bestätigt werden sollte. Dass bei diesen Aufgaben Unruhe aufkam, lässt sich dadurch erklären, dass weder eine Problemstellung vorhanden war noch der Sinn dieser Aufgaben klar wurde. Die Lehrkraft konnte die Vorzüge von Excel nicht wirklich vermitteln.

In einer achten Klasse einer Werkrealschule standen die Formatierungen in Excel  im Vordergrund. Excel ist für SchülerInnen nicht wirklich ansprechend. Daher wurde eine Krimi-Geschichte erstellt, bei der die SchülerInnen die Diebe fangen mussten, indem sie Aufgaben in Excel lösten. Hierbei waren SchülerInnen immer gefordert und konnten Excel auf ihre eigene Weise entdecken.

Ein Screenshot aus der Krimi-Geschichte in Excel

Abbildung 3: Screenshot aus der Excel-Krimi-Geschichte.

Der Screenshot zeigt einen Auszug aus dem Datenblatt von Excel. Die Stunde wurde mit einer  Geschichte umrahmt. Einige SchülerInnen lasen Textpassagen mit den bevorstehenden Aufgabe vor. Danach bekamen sie Zeit, um die Aufgaben zu lösen. Dabei konnten sie Excel selbst erkunden.

Es sind zwei kurz angeführte Beispiele aus der Praxis. In dem ersten Beispiel war es eine fach-fremde Lehrkraft und in dem zweiten Beispiel eine Lehrkraft, die das Fach studierte.
Man kann die SchülerInnen nur dann für eine Sache begeistern, wenn die Lehrkraft selbst für diese Thematik lebt und über genügend Fachwissen verfügt. Durch eine gezielte Ausbildung in der Medienbildung erhalten Lehrkräfte einen tieferen Eindruck und können auf verschiedene Probleme agieren. Dabei entsteht eine Sicherheit, die sich auch bei den SchülerInnen bemerkbar macht. Und um bei den Jugendlichen mithalten zu können, bedarf es mehr als Wikipedia.


Unzuverlässige Quellen

Jegliche Informationen, Bilder oder Grafiken, die beispielsweise für Präsentationen,  Referate oder Ausarbeitungen benötigt werden, können aus dem Internet sehr schnell und einfach eingeholt werden. Dabei gibt es Informationsquellen, die als zuverlässig gelten, aber auch Quellen, die unzuverlässig sind. Die Lehrkraft ist daher ein wichtiger Berater und Wegweiser in Sachen Informationsbeschaffung. Es ist von Nöten, den SchülerInnen vorerst als Lehrperson zeigen zu können, wann ein Webquelle als verlässlich gilt und wann nicht. Ohne eine gemeinsame Auseinandersetzung fällt es den
Meisten schwer, Quellen nach ihrem Wahrheitsgehalt zu bewerten. Für die SchülerInnen könnte dies negativ Auswirkungen haben, zumal Ausarbeitungen und Präsentationen meistens in die Bewertung mit einfließen. Informationsquellen müssen also immer zuverlässig und wahrheitsgetreu sein. Hierfür hat die Universität Heidelberg Bewertungskriterien erstellt, um Internetdokumente besser einschätzen zu können. Diese können unter folgendem Link angeschaut werden: Internetquellen zuverlässig bewerten von der Universität Heidelberg [4].

Diese Bewertungskriterien zeigen, dass eine intensive Auseinandersetzung seitens der Lehrkraft eine entscheidende Rolle spielt. Die SchülerInnen müssen gezielt angeleitet werden, Internetquellen auf ihre Zuverlässigkeit bewerten zu können. Das Ziel ist es, den SchülerInnen klar zu machen, dass nicht jeder Webquelle vertraut werden kann. 


Unvorteilhafte Präsentationsdarstellung

Eine Präsentation ist die Unterstützung eines Vortrags und dient zur Visualisierung.  Wichtig hierbei sind ein richtiger Aufbau, passende Bilder und Grafiken. Eine gut strukturierte und gegliederte Präsentation hält zum einen die Aufmerksamkeit der Zuhörer aufrecht und unterstützt zum anderen ein freies Vortragen. Daher muss vorerst entschieden werden, welche Medien dafür geeignet sind. Die Lehrkraft sollte alle möglichen Medien, die der Schule zur Verfügung stehen, kennen und einschätzen können, denn nicht jedes Medium eignet sich für jede Präsentationsdarstellung. Es gilt hierbei zu beachten, dass zum Beispiel richtige Farben gewählt werden (beispielsweise ist eine gelbe Schriftfarbe, kombiniert mit einem weißen Hintergrund, eher schlecht zu erkennen), dass die Schrift groß genug ist, damit auch die hinteren Reihen das Geschriebene lesen können oder dass nicht zu viel auf einer Seite steht, denn sonst kann der Fokus nicht auf das Eigentliche gelenkt werden. 

Müssen beispielsweise geometrische Zusammenhänge erklärt werden, ist es von Vorteil, eine dynamische Geometriesoftware zu verwenden, anstatt mehrere Folien oder Tafelbilder zu zeichnen. Es spart sehr viel Zeit, kann zu Hause vorbereitet werden, da man die Möglichkeit des Abspeicherns besitzt und die konstruierten Bilder durch die dynamische Eigenschaft beliebig verändert werden können.

All diese Vorteile und Eigenschaften zu kennen sind heutzutage Grundvoraussetzungen für eine Lehrkraft, denn Präsentationen werden in jedem Fach gestaltet und Lernsoftware werden immer mehr eingesetzt und bringen sehr viele Vorteile. Deshalb sollte die Sicherheit im Umgang mit den neuen Medien verbessert werden.


Das Urheberrecht wird sehr oft nicht beachtet

Wie schon erwähnt werden Bilder und Grafiken sehr gerne in Präsentationen verwendet.
Diese können aus Zeitschriften, Büchern oder auch aus dem Internet stammen. Leider werden
sie oft ohne Beachtung des Urheberrechts verwendet.

Dieses Bild kommt wenn die Rechte geklärt werden

Abbildung 4: Karikatur zum Urheberrecht.

Vielen kopieren und fügen ein Bild oder eine Grafik in eine Präsentation ein, ohne auf den  eigentlichen Künstler oder Autor hinzuweisen. Die Verwendung ohne den Verweis auf den Urheber ist eine Straftat, was vielen nicht ganz bewusst ist. Es ist daher von großer Wichtigkeit, dass sich LehrerInnen mit Lizenzen und Urheberrechten auskennen, damit sie die SchülerInnen richtig anleiten und unterstützen können. SchülerInnenmüssen über Lizenzen und Rechte ausführlich aufgeklärt, aber auch Möglichkeiten gezeigt werden, Urheberrechte nicht zu verletzen - denn das richtige Copy & Paste muss gelernt werden. Wird man nicht hinreichend über diese Thematik aufgeklärt, kann es sein, dass
Bilder oder Grafiken erst gar nicht verwendet werden, da die Angst einer strafrechtlichen Konsequenz zu groß sein könnte oder man kommt durch Unwissenheit mit dem Gesetz in Konflikt. Folgendes ARD-Video zeigt,  wie schnell es gehen kann: Warnung vor "Marions Kochbuch" - ARD Plusminus [5]. Es zeigt deutlich, dass Unwissenheit nicht vor einer Strafe schützt. Daher muss eine gute Aufklärung und Beratung seitens der Lehrperson stattfinden, um zu einem bewussten Umgang mit dem Urheberrecht beizutragen.


Durch technische Unwissenheit kann der Unterrichtsfluss  beeinträchtigt werden

Es gibt natürlich auch andere Möglichkeiten, eine Präsentation interessant und anschaulich  zu gestalten. Videos sind schöne Visualisierungen, um einen Sachverhalt zu verdeutlichen. Da aber aufgrund der Zeit selten das ganze Video gezeigt werden kann, bietet es sich an, das Video zu zuschneiden, um ein hin- und her-switchen von Ordner zu Ordner zu vermeiden. So muss die bestimmte Stelle nicht erst gesucht und eingestellt werden. Eine aufkommende Unruhe und das Abschweifen können dadurch vermieden werden. Das Zuschneiden und richtige Einbinden in die Präsentation ist keine einfache Angelegenheit und sollte daher von der Lehrkraft unterstützt werden. Das setzt natürlich voraus, dass sich die Lehrperson mit den jeweiligen Programmen auskennt und weiß, wie Videoausschnitte beispielsweise in PowerPoint eingebunden werden.


Ein Computer ist nur so gut wie sein Anwender

Ein weiterer Punkt soll den Umgang mit dem Computer beschreiben.

Falscher Umgang mit Computerproblemen

Abbildung 5: Falscher Umgang mit Computerproblemen. (CC-BY-NC-SA Des Morris)

Oft konnte erlebt werden,  dass Anwender dem Medium einen Schlag verpassten und meinten, es würde dadurch wieder richtig funktionieren. Dieses Verhalten liegt an der Unwissenheit im Umgang mit einem Computer. Viele bezeichnen sich schon als sehr gute Anwender, wenn sie den Computer hochfahren können und wissen, wie Dokumente oder Präsentationen gestaltet werden. Und genau hier muss den Anwendern, also den SchülerInnen gezeigt werden, wie ein Computer funktioniert, um verstehen zu können, weshalb manche Problem auftreten und wie sie damit umgehen können. Dazu bedarf es allerdings einer Grundausbildung der Lehrkräfte. Ohne fachliche Anleitung ist schwer zu begreifen und nachzuvollziehen, warum ein Computer in bestimmten Situationen anders reagiert als erwartet.


Persönliche Daten sorglos preisgeben

Dieser Punkt betrifft die Preisgabe der persönlichen Daten imInternet. Fast jeder besitzt einen Account bei Facebook und/oder verwendet WhatsApp. Dabei wird man aufgefordert, seine persönlichen Daten oder auch die Handynummer anzugeben. 

Alle persönlichen Daten können gesehen werden

Abbildung 6: Persönliche Daten werden oft ohne nachzudenken veröffentlicht.

Viele sind  sich nicht bewusst, dass alles, was sie in das Internet stellen, auch durch einen Klick auf den Löschen-Button nicht aus dem Internet verschwindet. Alles, was einmal hochgeladen wurde, seien es persönliche Daten, Bilder, Videos oder Kommentare, bleiben gespeichert und können für persönliche Angriffe verwendet werden. Es ist von großer Wichtigkeit, dass Lehrkräfte die SchülerInnen zu einem verantwortungsvollen Umgang mit ihren persönlichen Daten erziehen. Auch der richtige Umgang mit und in sozialen Netzwerken muss gelernt werden. Hier müssen Sicherheitseinstellungen und das Setzen von Passwörtern besprochen werden, um die eigene Privatsphäre zu wahren. Eine Lehrperson muss den SchülerInnen unmittelbar verständlich machen können, warum Passwörter  willkürlich gesetzt und nicht unbedingt der eigene Name, Nachname, Name der Freundin/des Freundes, der Geburtstag, gewählt werden sollten. Hacker fangen natürlich erst einmal mit Standard-Passwörtern an. Die eigenen Erfahrungen haben gezeigt, dass die Personen, die solche einfachen Passwörter  verwenden, es nicht sonderlich ernst nehmen, was passieren könnte.
 Und genau an diesem Punkt muss die Lehrperson ansetzen und  überzeugend vermitteln. Den SchülerInnen muss gezeigt werden, wie einfach es ist, Passwörter zu hacken. Eine in der Medienbildung unerfahrene Lehrkraft kann diese heikle Angelegenheit  nicht gezielt erfassen, da das Fachwissen für diesen Sachverhalt fehlt. Die SchülerInnen werden nicht sensibilisiert, wenn beiläufig erwähnt wird, dass kein Standard-Passwort verwendet  werden sollte, da diese leicht zu hacken sind. SchülerInnen müssen mit fachlichen und  ausdrucksstarken Argumenten und Praxisbeispielen überzeugt werden.


Risiken über- oder unterschätzen

Abschließend soll bemerkt werden, dass der Umgang mit dem Computer oder auch das Internet  viel zu oft unterschätzt wird. Es reicht heutzutage nicht mehr aus, den Computer einzuschalten und ordentliche Dokumente erstellen zu können. Die Computersicherheit ist durch dieses Wissen noch lange nicht garantiert. Eine falsche E-Mail und der Computer ist mit Würmern oder sonstigen Gefahren infiziert oder ein falscher Klick und die Daten sind gelöscht (diese können natürlich in manchen Fällen wieder hergestellt werden. Dies bedarf jedoch technischen Know-How's, Zeit oder auch Geld, wenn jemand beauftragt werden muss). Solange es aber einen nicht betrifft, möchte man davon nichts wissen. Aber sobald der Computer nicht mehr so funktioniert, wie er soll, kommt man schnell an die Grenze der Ratlosigkeit.

Viele überschätzen aber auch das Internet. Manche Eltern wollen nicht, dass sich ihre Kinder bei Facebook oder anderen Communities registrieren und Bilder hochladen, da diese missbraucht und anderweitig verwendet werden könnten. Mit der richtigen Sicherheitseinstellung und der nötigen Sensibilisierung, was sich eignet und was nicht, können Bilder, Texte, oder ähnliches bedenkenlos hochgeladen werden. Daher ist es von großer Wichtigkeit, dass jede Lehrerin und jeder Lehrer eine Grundausbildung in der Medienbildung erhält, denn die Schlüsselkompetenz Medienkompetenz gewinnt immer mehr an Bedeutung und soll die SchülerInnen vor Gefahren und Risiken der immer weiter wachsenden technologisierten Gesellschaft schützen.

Literatur

  • [1] Feierabend, Sabine; Plankenhorn, Theresa; Rathgeb, Thomas; Medienpädagogischer Forschungsverband Südwest (mpfs) (Hrsg.): JIM 2014, Jugend, Information, (Multi-) Media. Basisstudie zum Medienumgang 12- bis 19-Jähriger in Deutschland. Vergügbar an mpfs.de
  • [2] Hajok, Daniel; Arbeitsgemeinschaft Kindhet, Jugend und neue Medien (AKJM): Chancen und Risiken der neuen Medien. Grundlagen zum Medienumgang Heranwachsender, PowerPoint-Präsentation, verfügbar von suchtpraevention-sachsen.de. Eingesehen am 07.01.2015.
  • [3] Straub, Christoph: Chancen und Risiken neuer Medien. Von der Industriegesellschaft zur Informationsgesellschaft. Textauszug aus: Vernetzt und verkabelt. Chancen und Risiken neuer Medien; verfügbar von pb.seminar-albstadt.de, Heft: Praxis Politik 4/1997, Verlag Moritz Diesterweg, Seite 2, eingesehen am 07.01.2015.
  • [4] Universität Heidelberg: Bewertungskriterien. Verfügbar von pub.uni-heidelberg.de, eingesehen am 07.01.2015.
    [5] ARD, Warnung vor "Marions Kochbuch" - ARD Plusminus.  Verfügbar auf youtube.com, eingesehen am 07.01.2015.

Abbilungsverzeichnis


 
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