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Stabwechsel an der Hochschulspitze

24.11.2018

Am Montag wurde Professorin Dr. Karin Schweizer als Nachfolgerin von Professor Dr. Werner Knapp in ihr Amt als Rektorin der Pädagogischen Hochschule Weingarten eingeführt.


Übergabe Rektorenamt PH Weingarten

Impressionen der Amtseinführung von Professorin Dr. Karin Schweizer als Nachfolgerin von Professor Dr. Werner Knapp.

Weingarten – Die Pädagogische Hochschule Weingarten (PH) steht nun unter der Leitung einer Frau: Am Montag wurde Professorin Dr. Karin Schweizer im Rahmen einer Feierstunde als Rektorin der Hochschule auf dem Martinsberg eingeführt. Sie übernimmt das Amt als Nachfolgerin von Professor Dr. Werner Knapp, der siebeneinhalb Jahre als Rektor die Geschicke der Hochschule lenkte. Zahlreiche Gäste aus Wissenschaft, Politik und Verwaltung waren zur Feier nach Weingarten gekommen. Auch die baden-württembergische Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Theresia Bauer, hatte es sich nicht nehmen lassen, bei der Rektoratsübergabe die Ansprache zu halten.

Professor Dr. Knapp habe in seiner Zeit als Rektor die PH auf einen sehr guten Weg nach vorne gebracht, sagte der Hochschulratsvorsitzende Professor Dr. Hermann Reichold in seiner Begrüßung. Anerkennende und wertschätzende Worte erhielt der scheidende Rektor auch in den weiteren Redebeiträgen und vor allem von der Ministerin. „Dass die PH Weingarten heute zuversichtlich in die Zukunft blicken kann, verdankt sie besonders Professor Werner Knapp, der die Hochschule mit großem Engagement und Erfolg geleitet hat“, lobte Theresia Bauer. Besonders dankbar sei sie dafür, dass Knapp seine aktive Zeit nochmals verlängert und mit seinem Ruhestand bis zum Amtsantritt von Professorin Schweizer gewartet habe. „Die PH Weingarten ist in Forschung und Lehre das innovative Zentrum der Lehrerbildung in Oberschwaben“, so die Ministerin weiter. Die Hochschule erfolgreich weiterzuentwickeln und damit verbundene Herausforderungen zu meistern, erfordere Mut und Augenmaß. „Es ist daher ein Glücksfall für die PH, dass mit Professorin Schweizer eine Expertin mit viel Erfahrung für die verantwortungsvolle Rektoratsaufgabe gewonnen werden konnte“, betonte die Ministerin und wünschte der neuen Rektorin alles Gute und viel Erfolg für ihr neues Amt.

Sie selbst werbe aktuell intensiv für den Lehrerberuf, um insbesondere für die Grund- und Berufsschulen geeignete Pädagoginnen und Pädagogen zu gewinnen, berichtete Theresia Bauer. „Wir brauchen dringend gute Lehrerinnen und Lehrer mit Leidenschaft für ihren Beruf.“ Zur schnellen und nachhaltigen Beseitigung des Lehremangels habe die Landesregierung 400 zusätzliche Studienplätze bewilligt. Dadurch könne die PH ihr Studienangebot um 15 Prozent erweitern. „Wir sind in Baden-Württemberg mit unseren Pädagogischen Hochschulen für die Aufgabe der Lehrerausbildung bestens gerüstet“, zeigte sich die Ministerin überzeugt. Mit den PHs sei es gelungen, den engen Bezug zur Schulpraxis aufrechtzuerhalten und parallel dazu Forschung auf universitärem Niveau zu etablieren. Auch die PH Weingarten sei gut aufgestellt, in der Region fest verankert und bestens vernetzt. Zudem habe sie mit ihrem Antrag im Bund-Länder-Programm „Innovative Hochschule“ überzeugt, lobte die Ministerin die Planungen der PH, mit dem Aufbau eines regionalen Instituts für Bildungsconsulting ihre Kernaufgaben in Forschung und Lehre zu erweitern und damit einen bedeutenden Beitrag zum Transfer von Bildung und Wissen in die Gesellschaft zu leisten. Die Hochschule auf dem Martinsberg stelle damit im bundesweiten Wettbewerb ihre Exzellenz unter Beweis.

Die PH Weingarten sei ein fester und wichtiger Bestandteil der Bildungsregion, betonte die Erste Landesbeamtin des Landkreises Ravensburg und Vorsitzende der Vereinigung der Freunde der PH Weingarten, Eva-Maria Meschenmoser. Der Landkreis werde die „Innovative Hochschule“ bei der Entwicklung passgenauer Weiterbildungskonzepte – nicht nur für Lehrer, sondern auch für Führungskräfte in der Wirtschaft, Verwaltung und Politik – unterstützen, versprach sie und dankte Professor Knapp für dessen jahrelange engagierte Unterstützung der Bildungsregion. Er habe mit Leidenschaft, Verantwortungsbewusstsein und Sachverstand viele Dinge vorangetrieben und durch seine persönliche und wertschätzende Art Freunde und Mitstreiter gewonnen. Der neuen Rektorin wünschte Eva-Maria Meschenmoser viel Glück für die verantwortungsvollen Herausforderungen und ein „allzeit gutes Gelingen“.

Dankbar für eine jahrelange, gute und offene Zusammenarbeit mit dem scheidenden Rektor zeigte sich auch Weingartens Oberbürgermeister Markus Ewald. Professor Knapp habe sich den Herausforderungen beispielsweise im Bereich neuer Lehrformen oder auch in Sachen Digitalisierung tatkräftig gestellt. So seien in Knapps Amtszeit neben der Lehrerbildung an der PH neue Bachelorstudiengänge entstanden und die Forschung habe stärkeres Gewicht erhalten. Auch Knapps Nachfolgerin werde nach außen hin Repräsentantin der PH und nach innen Gestalterin und Moderatorin sein, zeigte er sich überzeugt. Er freue sich auf die künftige Zusammenarbeit. Mit der PH und der Hochschule Ravensburg-Weingarten in der Welfenstadt sowie der Dualen Hochschule in Ravensburg verfüge die Region über hochkarätige Bildungseinrichtungen mit hohem Praxisbezug, so Ewald weiter. „Davon profitieren wir alle.“

In der differenzierten Hochschullandschaft Baden-Württembergs bewähre sich das Modell Pädagogische Hochschule bestens, sagte Professor Dr. Hans-Werner Huneke, Vorsitzender der Landesrektorenkonferenz und Rektor der PH Heidelberg, in seinem Grußwort. An der PH Weingarten würden hochqualifizierte Dozenten zudem in einem einmalig schönen Umfeld arbeiten. Die Hochschule sei international ausgerichtet und dennoch offen für regionale Bedarfe und Strukturanpassungen, lobte er. Er freue sich auf eine weiterhin gute Zusammenarbeit – künftig mit Rektorin Schweizer. Dem Wunsch nach einem guten Miteinander schloss sich auch AStA-Vertreter Max Buemann an. Er wünschte der neuen Rektorin viel Erfolg, Augenmaß und einen langen Atem, denn „den werden Sie brauchen“.

Er habe sich bemüht, die Weichen für die Zukunft und in Sachen Qualitätssicherung richtig zu stellen, sagte Professor Knapp in seinem Rückblick. Er verwies darauf, dass es nicht einfach sei, neue Studiengänge zu akkreditieren. Vielfach fehle die finanzielle Planungssicherheit. Die Masterstudiengänge an der PH beispielsweise seien nicht ausfinanziert, kritisierte er. Die hohe Qualität der PH zeige sich allerdings nicht nur in Lehre und Forschung oder in stimmigen Prüfungs- und Studienbedingungen, sondern vor allem auch in ihrem harmonisch und gut funktionierenden Hochschulteam, betonte Professor Knapp und bedankte sich bei allen Mitarbeitern und Mitstreitern, die ihn in den vergangenen Jahren vertrauensvoll begleitet und tatkräftig unterstützt haben. „Ohne sie alle wäre mein erfolgreiches Wirken nicht möglich gewesen.“

Offenheit und Transparenz sehe sie als Grundlage für Vertrauen, und Vertrauen werde neben Teamfähigkeit die Grundlage ihrer Amtsführung sein, sagte Rektorin Schweizer in ihrem Ausblick. In ihrer bisherigen Funktion als Prorektorin der PH habe sie an der inhaltlichen Entwicklung der Hochschule in den vergangenen Jahren bereits maßgeblich mitgewirkt. Hier werde sie ansetzen und weitermachen, beispielsweise mit einer Digitalisierungsstrategie für die gesamte Hochschule. Auch eine gute internationale Vernetzung sei ihr wichtig. Darüber hinaus wolle sie die Lehramtsausbildung weiter stärken und ausbauen – beispielsweise mit der Einrichtung eines internationalen Lehramts in Kooperation mit Vorarlberg und der Schweiz – aber auch den Bekanntheitsgrad der Bachelor- und Masterstudiengänge außerhalb des Lehramts erhöhen. Forschung und Lehre würden an der PH durch Weiterbildung und Transfer ergänzt. Dies bringe neue Chancen, aber auch Herausforderungen mit sich, so die Rektorin weiter. „Wir sollten als bildungswissenschaftliche Institution einen festen Platz in der Region haben und mit unseren vielfältigen Studienangeboten wahrgenommen werden.“ Dafür würde sie auch gerne die Hochschulbibliothek öffnen und eine bessere Vernetzung mit der Weingartener Bevölkerung erreichen.

Text: Barbara Müller
Fotos: Karolina Fürst, Arne Geertz


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