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Von guten Robotern und Datenkraken

20.11.2018

Dr. Martin Rehm zeigt, wie Maschinen und Menschen kommunizieren


Eindrücke aus der KinderUni Veranstaltung vom 16.11.2018.

Über 100 Kinder folgten der launigen Vorlesung von Dr. Martin Rehm und beteiligten sich angeregt an der Diskussion.

Dr. Martin Rehm ist Erziehungswissenschaftler und Transfermanager des Instituts für Bildungsconsulting der PH Weingarten. Anhand zweier Boxen erläutert er, wie man einen Roboter programmiert.

Dr. Martin Rehm im Gespräch mit den interessierten und gespannten Kinder-Studierenden.

RAVENSBURG – „Mensch und Maschine – was können wir voneinander lernen?“ war das Thema der ersten Kinderuni des neuen Studienjahres. Über 100 Kinder diskutierten mit Dr. Martin Rehm, wie wir Maschinen etwas beibringen können – und was sie uns zeigen.

„Wenn jemand einschlafen sollte, lasst ihn schlafen, der braucht den Schlaf,“ eröffnet Dr. Martin Rehm, Erziehungswissenschaftler an der Pädagogischen Hochschule Weingarten, seine Vorlesung für die kleinen Studierenden und hat sie mit diesem Lacher schon auf seiner Seite. Um die Kommunikation zwischen Mensch und Maschine geht es an diesem ersten Termin der Kinderuni im neuen Studienjahr 2018/19, gleichzeitig auch der ersten Kinderuni-Vorlesung für Rehm. Er zeigt zum EInstieg ein Bild eines unordentlichen Kinderzimmers und erläutert anhand dessen, wie man einen Roboter programmieren muss, damit er dieses Chaos beseitigt. „Du solltest selbst aufräumen,“ wirft eine junge Studentin ein. Dennoch wird gemeinsam weiter überlegt, was ein Roboter alles können muss: sich bewegen, gucken, greifen; und er muss programmiert werden. Wie das geht, macht Rehm vor, in dem er Befehlen folgt, um zwei Boxen auf Stühlen aufzuheben. Schnell haben die Nachwuchs-Studierenden das Prinzip verstanden.

Und dann geht es ans Eingemachte, jetzt wird nämlich das Internet thematisiert, zum Beispiel, wenn man auf YouTube oder Google etwas sucht und die Ergebnisse so immer genauer werden und immer besser zum Suchenden passen. Das funktioniert ähnlich wie bei dem Roboter, den man programmiert. Je mehr Befehle, also Suchbegriffe man eingibt, desto mehr lernt das Programm. „Dann sieht YouTube aber auch die Daten,“ bringt es ein Junge auf den Punkt. Google kann helfen, betont Rehm und vergleicht die Suchmaschine mit einem guten Roboter. Andererseits gibt es da aber auch die Datenkrake, die unsere Daten sammelt und daraus lernt. Das sei nicht per se schlecht, aber dessen sollte man sich bewusst sein. „Ihr stellt euch ja auch nicht vor das Lehrerzimmer und schreit dort, dass ihr einen Lehrer doof findet, oder?“ vergleicht Rehm. Wer also Geheimnisse hat, sollte sie nicht bei Google eintippen, sonst sind sie nicht mehr ganz so geheim. Denn auf Facebook, Google, Youtube und Co. schaut immer jemand mit – so die Quintessenz aus Rehms Vortrag. Er schafft damit Sensibilisierung ohne Zeigefinger, aber mit viel Spaß.

Info: An der Kinder-Uni Ravensburg-Weingarten, einem Projekt der Städte und ihrer Hochschulen, können 100 Kinder zwischen 9 und 12 Jahren mitmachen. Das Studienjahr der Kinder-Uni beginnt jeweils im Oktober. Die Vorlesungen finden in Hörsälen der Hochschulen in Weingarten und Ravensburg statt und dauern ungefähr 45 Minuten. Eine vorige Anmeldung zum Studienjahr ist notwendig. Näheres auf www.kinderuni-ravensburg-weingarten.de.

Text: Franziska Baar, Freiberufliche Texterin
Bilder: KinderUni Ravensburg-Weingarten


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