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Mehrsprachiges Lesetheater: Success Story 2017

01.08.2018

Das Projekt «Mehrsprachiges Lesetheater», an dem die Pädagogische Hochschule Weingarten sowie die Realschule Weingarten beteiligt waren, wurde vom PAD (Pädagogischer Austauschdienst) mit dem Preis «Success Story 2017» ausgezeichnet.


Bei der Arbeit mit dem Mehrsprachigen Lesetheater üben Schülerinnen und Schüler, mehrsprachige dramatische Texte in verteilten Rollen szenisch vorzulesen. Das Besondere ist die sprachliche Gestaltung der dem Lesetraining zugrundeliegenden Lesetheaterstücke: Neben der Schulsprache werden in den Texten ein bis zwei in der Schule unterrichtete Fremdsprachen sowie von den Schülerinnen und Schülern gesprochene Migrationssprachen verwendet. Die Arbeit mit dieser neuen Lautlesemethode soll dazu beitragen, dass die Schülerinnen und Schüler flüssiger und motivierter in verschiedenen Sprachen lesen.

In der Regel ist die Vermittlung und Förderung von Lesekompetenzen nach Fächern aufgegliedert. Im Deutschunterricht geht es um das Lesen und Verstehen deutschsprachiger Texte, im Englischunterricht werden meist nur englischsprachige Texte gelesen.
Die Leseförderung mit dem Mehrsprachigen Lesetheater hebt diese fachlichen Grenzen zu einem gewissen Grad auf, denn in welchem Fach damit gearbeitet wird oder ob sogar eine fachübergreifende Umsetzung möglich ist, hängt lediglich von den jeweiligen schulischen Gegebenheiten ab. Die Schülerinnen und Schüler können dadurch erfahren, weshalb wiederholtes halblautes Lesen nicht nur für die Leseflüssigkeit in der Schulsprache, sondern auch für die Leseflüssigkeit in der bzw. den Fremdsprachen wichtig ist. Die Unterrichtsbeobachtungen im Projekt zeigten, dass aufgrund der so strukturierten Übungspraxis selbst leseschwache Schülerinnen und Schüler ihre mehrsprachigen Leserollen bei der Aufführung flüssig und expressiv vorlesen konnten.

Das Mehrsprachige Lesetheater wurde in einem internationalen Forschungsprojekt entwickelt. An dem Projekt, das von der Europäischen Kommission durch das Programm Erasmus+ von 2014 bis 2017 finanziert wurde, waren neben der PH Weingarten, die die Projektleitung inne hatte, auch die Pädagogischen Hochschulen St. Gallen, Vorarlberg und das SCRIPT Inno des luxemburgischen Bildungsministeriums sowie je ein bis zwei Kooperationsklassen in den Partnerländern Deutschland, Luxemburg, Österreich und der Schweiz beteiligt. Im deutschen Projektteam arbeiteten Professorin Dr. Ute Massler (Fachdidaktik Englisch), Dr. Kristina Götz (wissenschaftliche Projektmitarbeiterin und Dozentin im Fach Psychologie), Dr. Kerstin Theinert (Fachdidaktik Englisch) und Stefanie Arnold (Lehrerin, Realschule Weingarten).

Zielsetzung des Projektes war es zu zeigen, wie das üblicherweise einsprachige Lautleseverfahren readers’ theatre so in ein mehrsprachiges Verfahren umgestaltet werden kann, dass es im regulären Unterricht anwendbar ist. Das scheint aufgrund der durchweg sehr positiven Resonanz, von der die Kooperationslehrpersonen in den verschiedenen Ländern, Schultypen und Klassenstufen berichteten, gelungen zu sein. Dieser Ansicht waren wohl auch die Preisverleiher, denn bei der «Success Story 2017» handelt es sich um die höchste deutsche Auszeichnung, die für Erasmus+ Projekte im Bereich Schulbildung vergeben wird. Damit gilt das Projekt als beispielhaft und besonders empfehlenswert für eine weitere Verbreitung.

Mehr Information sind zu finden unter: melt-multilingual-readers-theatre.eu


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