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Soziale Geschäftsideen für die Stadt Weingarten

22.07.2018

Neun Studierenden-Gruppen präsentierten an der Pädagogischen Hochschule Weingarten die Ergebnisse des Seminar-Projekts Social Entrepreneurship


Das Gewinner-Team des Seminar-Projekts "Social Entrepreneurship"

Oberbürgermeister Markus Ewald und Professorin Dr. Claudia Wiepcke begutachteten die sozialen Geschäftsideen, die PH-Studierende entwickelt hatten. Am besten bewertet wurde das Projekt „Power to the Culture“.

Weingarten – Wie innovatives Unternehmertum und nachhaltige Geschäftsideen auf Werten basieren und sich aus Sozialengagement erfolgreich entwickeln können, zeigten Studierende der Pädagogischen Hochschule Weingarten (PH) im Rahmen eines Social Entrepreneurship-Seminars, dessen Ergebnisse sie bei einer Abschlusspräsentation vorstellten. „Ich bin beeindruckt. Da sind wirklich tolle und vor allem umsetzbare und praxistaugliche Ideen dabei“, zeigte sich Weingartens Oberbürgermeister Markus Ewald begeistert. Er war an die PH gekommen, um die Social Entrepreneurship-Prototypen der Studierenden zu begutachten. Die gezeigten Projekte seien gute Ansätze, auch in Weingarten bestehende Sozialprobleme aktiv anzugehen und zu mildern, betonte er und lobte die sorgfältigen und detaillierten Projektausführungen. Professor Dr. Florian Theilmann, Prorektor für Studium und Lehre, sowie Dr. Oksana Franko und Dr. Elwira Bondarenko von der PH-Partnerhochschule in Kiew, die sich an der abschließenden Projektbewertung beteiligten, lobten gleichfalls die soziale und unternehmerische Vielfalt der Seminarergebnisse.

Das Seminarprojekt habe in Kooperation mit Oberbürgermeister Markus Ewald und Professorin Dr. Claudia Wiepcke stattgefunden. Es verfolge zweierlei Ziele: Zum einen würden Studierende zur selbstbestimmten und verantwortungsbewussten Gestaltung des Lebens in der Gesellschaft sensibilisiert. „Dies schärft das Bewusstsein für gesellschaftliche Probleme beziehungsweise Personengruppen mit Teilhabeerschwernissen“, so die Professorin. Zum anderen würden die angehenden Pädagogen zur persönlichen Initiative befähigt, um selbst sozialen Wandel gestalten zu können.

Nach der Vorstellung der neun Projekte bewerteten die Gäste und die Studierenden die Geschäftsideen mittels Punktevergabe. Auf Platz eins wurde die Projektgruppe „Power to the Culture“ gewählt. „Wir wollten Anreize für Studierende schaffen, sich mit dem Thema Integration zu beschäftigen und Kontakt mit Flüchtlingen aufzunehmen“, schilderten die Studierenden ihre Motivation. Mit einem Seminarkonzept für die PH Weingarten möchten sie gemeinsame Koch-, Sport- Deutsch- und andere Veranstaltungen für Geflüchtete anbieten. Die Studierenden sorgen so nicht nur für einen regen kulturellen Austausch, sie leisteten auch einen wertvollen Beitrag zur Förderung der allgemeinen Sozialkompetenz und zur Verbesserung der Sprachkompetenz der Geflüchteten. Vielleicht könne „Power to the Culture“ künftig auch zu einer anrechenbaren wissenschaftlichen Studienveranstaltung werden, regten sie an.

Den zweiten Platz in der Besuchergunst belegte das Projekt „Clean for Future“. Das studentische Projektteam propagierte die Idee eines unterirdisch erweiterten Mülleimers zur Vermeidung überquellender Abfalleimer in Weingarten und damit einhergehender wilder Müllentsorgungen, die Stadt und Natur verschandeln. Vielleicht, so das Ziel der Studierenden, werden bei den Kooperationspartnern Kaufland, CAP, Aldi, real und Bäckerei Frick sowie in den Studierendenkneipen Alibi und Hoki bald schon unterirdische Mülleimer in einen Testlauf gehen.

Auf Platz drei wählten die Besucher das Projekt „Mutaufbruch“. Hier hatten PH-Studierende die Idee einer offenen Kreativwerkstatt mit Angeboten für „Kopf, Herz und Hand“ sowie (Frei-)Raum für jedermann entwickelt. Der Ideenvielfalt seien dabei keine Grenzen gesetzt, so das Projektteam: Von gemeinsamem Kochen und Kalaha-Spielen über Weben oder Geschichten-Schreiben bis hin zu Yoga und anderen Angeboten sei alles denkbar.

Lob und Anerkennung gab es auch für die sechs weiteren studentischen Geschäftsideen: Die Gruppe „Zeitlos“ präsentierte Ideen für eine speziell auf Senioren zugeschnittene Zeitschrift mit wichtigen Information, Nachrichten, Veranstaltungstipps, Rezepten, Rätseln und anderen Inhalten. „Gemeinsam ist man weniger einsam“, so der Appell.

In dem Projekt „Against social Poverty“ erarbeiteten PH-Studierende gemeinsam mit dem Haus am Mühlbach unter anderem das am 4. August stattfindende Seniorenfest „für jeden Ebbes“ mit zahlreichen Aktionen zum „Reinschnuppern“, musikalischen und kulinarischen Highlights sowie Shuttlebus.

Mit ihrem Projekt „RIB – Rest in Box“ sagten PH-Studierende achtlos weggeworfenen Zigarettenstummeln den Kampf an. Sie entwickelten nicht nur eine Selbstdreher-Box mit Zigarettenstummel-Fach, sondern auch einen solarbetriebenen Mülleimer-Sensor, der glühende Zigarettenstummel erkennt und automatisch eine Klappe öffnet, durch die der Stummel in den Mülleimer fällt. Zur Belohnung für die richtige Entsorgung gibt es dann sogar ein Bonbon.

Um die riesigen Berge weggeworfener, aber noch genießbarer Lebensmittel zu verringern, haben Studierende in ihrem Projekt „Foodshare Oberschwaben“ eine innovative App entwickelt. Sie macht es ihren Nutzern leicht, nicht mehr benötigte oder nicht mehr lang haltbare Waren anzubieten statt wegzuwerfen beziehungsweise aktuell gesuchte Lebensmittel in der näheren Umgebung ausfindig zu machen. „Wir bringen Angebot und Nachfrage schnell und unkompliziert zusammen“, so die Projektentwickler.

Eine rasche und umfassende Wissensvermittlung, was Veranstaltungen und andere Aktivitäten in Weingarten betrifft, haben PH-Studierende mit ihrem Projekt „StudentActivity Wgt“ zum Ziel. Mit ihrer entwickelten App und einem aktiven Networking lassen sich die Angebote der Welfenstadt – Out- und Indoor, Sport, Kultur, Food, Infopoints und viele andere – schnell entdecken.

Eine ganz besondere Idee hatte auch die neunte Studierendengruppe: Sie stellte mit ihrem „Café Leben“ einen speziell für Kinder und ihre Familien entwickelten Lebensraum vor, bei dem von Workshop-, Spiel- und Bastelräumen über Küche, Essecken und Sanitäreinrichtungen bis hin zu einer attraktiven Außenfläche mit Spielplatz an alles gedacht wurde.

Text und Foto: Barbara Müller


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