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Pädagogische Hochschulen ziehen Konsequenzen aus dem IQB-Bildungstrend 2016

20.07.2018

Wissenschaftsministerin Theresia Bauer: „Expertise der Pädagogischen Hochschulen nutzen und Professionsbezug des Grundschullehrer-Studiums weiter verbessern“


Als im vergangenen Herbst der IQB-Bildungstrend 2016 veröffentlicht wurde, fiel das Ergebnis für Baden-Württemberg ernüchternd aus: Gehörten die Viertklässler im Ländervergleich 2011 noch zur Spitzengruppe, befanden sich die Leistungen in Deutsch und Mathematik 2016 nur noch im Mittelfeld. Experten aus den Pädagogischen Hochschulen und den Staatlichen Seminaren für Didaktik und Lehrerbildung haben nun bei einer Arbeitstagung Maßnahmen erarbeitet, die zu einer Umkehr dieses Trends beitragen können. Wissenschaftsministerin Theresia Bauer zeigte sich erfreut über die Impulse: „Die Pädagogischen Hochschulen im Land sind Spezialisten, wenn es um die Ausbildung von Grundschullehrern geht. Ihre Expertise in der Forschung können wir noch stärker nutzen und zugleich den Praxisbezug des Studiums weiter verbessern.“

Beim Antrittsbesuch bei Ministerin Bauer stellten die neuen Vorsitzenden der Landesrektorenkonferenz der Pädagogischen Hochschulen, Professor Hans-Werner Huneke (Vorsitzender, Heidelberg) und Professor Klaus Peter Rippe (stellvertretender Vorsitzender, Karlsruhe), zwei Projekte vor, an denen die Hochschulen in den kommenden Monaten verstärkt arbeiten möchten:

  • Allein für den Zeitraum 2015 – 2018 konnten die Pädagogischen Hochschulen Drittmittel für Forschungs- und Entwicklungsprojekte in Höhe von rund 81 Millionen Euro, unter anderem beim Bund und der Deutschen Forschungsgemeinschaft einwerben. Sie wollen ihre Forschungsaktivitäten weiter ausbauen und ihre Expertise insbesondere im Grundschulbereich deutlicher sichtbar machen. Von einem erleichterten Zugang zu aktuellen Forschungsergebnissen können sowohl die Lehre an den Hochschulen und als auch die Schulpraxis profitieren.
  • Gleichzeitig können durch gemeinsame Anstrengungen in der Forschung auch die Ursachen für das Abschneiden der Viertklässler besser beleuchtet werden. Zudem wollen die Pädagogischen Hochschulen die Gelingensbedingungen stärker in den Blick nehmen: Wie gelingt der Umgang mit der zunehmenden Vielfalt der Schülerschaft? Wie gelingt die Entkopplung von sozialer Herkunft und erreichten Leistungen beispielsweise beim Lesen? Ein „Forschungsnetzwerk der Pädagogischen Hochschulen“ (Arbeitstitel), das sich speziell solchen Fragen widmet, soll dabei helfen.
  • Auch beim Professionsbezug im Studium wollen die Pädagogischen Hochschulen ihre Stärken ausbauen. Jede angehende Grundschullehrkraft unterrichtet während des „Integrierten Semesterpraktikums“ bereits im Bachelorstudium mindestens drei Monate an einer Schule und nimmt begleitend an Ausbildungsveranstaltungen an einer Pädagogischen Hochschule teil. Die Pädagogischen Hochschulen planen, auch die Mentorinnen und Mentoren an den Ausbildungsschulen noch gezielter zu qualifizieren. Dadurch soll eine noch bessere Verbindung von Theorie und schulischer Praxis erreicht werden.

Deutlich wurde bei der Arbeitstagung allerdings auch, dass die Lehrerbildungsreformen der Jahre 2011 und 2015 erst jetzt in den Schulen ankommen und Effekte erzeugen können. Hier werden Erfahrungen beispielsweise dazu gesammelt, welche Wirkung die Verstärkung der Fachlichkeit oder die verpflichtenden Studieninhalte zum Umgang mit der zunehmenden Heterogenität der Schülerschaft entfalten.

Quelle: Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Baden-Württemberg (Nr. 88/2018 vom 20.07.2018)


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