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Wie funktionieren eigentlich Schulhefte?

17.07.2018

Hochschullehrer Martin Binder hat erforscht, was Schüler seit Generationen täglich gebrauchen


Dozent Martin Binder und seine Assistentin Ida Schmid verteilten Forschungsmaterial an die Kinder-Studis.

RAVENSBURG/WEINGARTEN – Wie erfüllt ein Schulheft seinen Zweck? Privatdozent Dr. phil. Martin Binder, Pädagogische Hochschule, PH, deckt im Hörsaal die Technik eines alltäglichen Lernmaterials auf. „Wie funktioniert ein Matheheft?“ heißt seine Vorlesung, mit der das Studienjahr der Kinder-Uni zuende ging. Laura, Timon und andere Kinder-Studis unterstützen ihn dabei.

Hochschullehrer Martin Binder präsentierte sein Wissen in Dialogform und freute sich über jede Antwort der kleinen Studierenden. Laura und Timon saßen in der ersten Reihe. Eine Jungforscherin machte darauf aufmerksam, dass es verschiedene Mathehefte für die jeweiligen Klassen gibt. Die Kinder der ersten Klasse bekommen Hefte mit größeren Karos. „Weil sie erst schreiben lernen“, erklärte ein Junge. Gemeinsam kamen die akademischen Sprösslinge darauf, dass der weiße Heftrand dazu dient, Kommentare und Verbesserungen zu notieren. „Kürzere Zeilen erleichtern außerdem das Lesen“, ergänzte Hochschullehrer Binder. Aus demselben Grund seien auch die Zeitungsseiten in Spalten aufgeteilt, bemerkte er.

Der Dozent und seine Assistentin Ida Schmid verteilten Schulhefte an die Kinder. Martin Binder machte seine Zuhörer auf eine wichtige Funktion aufmerksam: „Die Seiten sind so gefaltet und geheftet, dass sie nicht zuklappen. Ingenieure haben das gezielt so gemacht.“ Außerdem sei das Papier möglichst leicht, aber gerade noch so dick, dass man mit verschiedenen Stiften darauf schreiben kann und die Tinte nicht durchdrückt. Um Tinte zu trocknen liegt ein Löschblatt im Heft. Die Hefte haben runde Ecken. „Damit es keine Knicke gibt“, sagte Ronja. „Sie schützen vor Eselsohren, für die Generationen von Kindern geschimpft wurden“, betonte Martin Binder.

Gedruckt werden die Schulhefte, ihre Lineatur und die farbigen Umschläge, mittels 4-Farben-Offsetdruck. Der Hochschullehrer zeigte einen Film und besprach ihn mit seinen Studierenden. Der Drucker verwendet Blau, Rot, Gelb und Schwarz. „Grün ergibt sich, wenn man Blau und Gelb mischt“, wusste Laura. „Wenn man genau hinsieht, kann man manchmal blaue und gelbe Punkte unterscheiden“, ergänzte sie. Auf dem Heftumschlag erkennt man alle wichtigen Informationen: Größe, Gewicht und Anzahl der Blätter, Firmenname, wie die Lineatur aussieht und mehr. „Die Tiere sollen glaub ich Kinder gefallen und anlocken“, nahm Timon an. Martin Binder fasste die Vorlesung zusammen und lobte: „Toll, was für aufmerksame und kluge Studentinnen und Studenten ihr wart!“

Viele Kinder haben alle zehn Vorlesungen des Kinder-Uni-Studienjahrs besucht, eine Urkunde und einen Gutschein erhalten. „Mir macht es Spaß, ich will nächstes Jahr wiederkommen“, versicherte die 10jährige Laura. „Mama oder Papa waren immer da und haben mich hergebracht“, erklärte der 9jährige Timon. „Der ist halt ein Käpsele“, meinte seine Mutter und freute sich. „Bis jetzt fällt ihm alles zu.“

Info: Am 1. Oktober kann man sich auf der Homepage www.kinderuni-ravensburg-weingarten.de für das nächste Studienjahr anmelden. An der Kinder-Uni Ravensburg-Weingarten, einem Projekt der Städte und ihrer Hochschulen, können 100 Kinder zwischen 9 und 12 Jahren mitmachen.


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