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Berlin-Exkursion – der deutschen Außenpolitik auf der Spur

10.06.2018

Studierende der Pädagogischen Hochschule lernen die Politik in Berlin hautnah kennen


Die TeilnehmerInnen an der Exkursion "Der deutschen Außenpolitik auf der Spur" vor dem Bundeskanzleramt in Berlin.

In der Exkursionswoche brachen 39 Studierende der Pädagogischen Hochschule (PH) Weingarten nach Berlin auf, um sich an verschiedenen Stellen einen Einblick in die deutsche Außenpolitik und ihre neuen Konzepte geben zu lassen. Die Frage nach einer neuen Rolle Deutschlands in der internationalen Ordnung steht spätestens seit dem Regierungswechsel in den USA im politischen Raum.

Die Exkursion wurde von Dr. Gordon Carmele und Tom Dickmann aus dem Fach Politikwissenschaft der Pädagogischen Hochschule vorbereitet, die dazu mit dem Jugendoffizier der Bundeswehr Daniel Langlois aus Ulm kooperierte. Carmele erklärt die Idee, die der Exkursion zugrunde liegt: „In der Außenpolitik müssen Konzepte und Positionen immer neu ausgehandelt werden. Es ist eine Stärke unserer Demokratie, dass dies trotz der unterschiedlichen Interessen gelingt. Die außenpolitischen Konzepte und den Entscheidungsprozess wollen wir vor Ort erlebbar machen.“

Auf Einladung von Benjamin Strasser, Bundestagsmitglied der FDP aus dem Wahlkreis Ravensburg, besuchten die Studierenden den deutschen Bundes-tag. Sie ließen sich von ihm über das Leben im politischen Berlin, zu Fragen der Bildungspolitik und politischen Bildung in Weingarten informieren. Im Gespräch mit dem Referenten der grünen Abgeordneten Frau Brugger (ebenfalls aus dem Wahlkreis Ravensburg) wurde auch über die Konzepte der Grünen in der Außen- und Sicherheitspolitik gesprochen. Tom Dickmann hebt die unterschiedlichen Positionen zum Scheitern der Koalitionsverhandlungen hervor: „Daran ließ sich gut erkennen, wie kompliziert die Demokratie ist, für schwierige Fragen gibt es oft keine einfachen Lösungen. Keine Seite kann dann ihre Maximalfoderungen durchsetzen, gleichzeitig ist ein Kompromiss nur dann möglich, wenn wichtige Kernanliegen der Partner berücksichtigt werden.“ „Deshalb ist es so wichtig, dass Politik in der Schule fundiert vermittelt wird. Denn wer verstanden hat, wie kompliziert diese Lösungs- und Kompromisssuche ist, der durchschaut die scheinbar einfachen Lösungen der Populisten leichter“, ergänzt Carmele.

Nach einem langen Tag konnte der Sonnenuntergang über Berlin danach von der Kuppel des Reichstagsgebäudes aus genossen werden.

Im Bendlerblock besuchten die Studierenden die Gedenkstätte Deutscher Widerstand und das Ehrenmahl der Bundeswehr. Im Gespräch im dortigen Verteidigungsministerium stand der Einsatz der Bundeswehr im Irak im Zentrum der Diskussion. Im Auswärtigen Amt wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über den Afghanistan-Einsatz mit seinen Fortschritten und Problemen informiert, und beim Besuch des Entwicklungshilfeministeriums wurden Konzepte des zivilen Wideraufbaus in Afghanistan besprochen. Außerdem lernten die Studierenden ein Medienprojekt des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) zur Vergangenheitsbewältigung in Kambodscha kennen. Der Bundesnachrichtendienst (BND) gab den Studierenden einen Einblick in seine Informationsbeschaffung im Ausland mit ihren Arbeitsfeldern und Schwerpunkten.

Die Exkursion endete mit einem Besuch im Herzen der Exekutive, im Bundeskanzleramt. Dort konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf den Spuren von Kanzlerin und Ministern wandeln und nachspüren, wie es sich anfühlt, den Kabinettsaal zu betreten und die erste eigene Erklärung vor der Pressewand des Bundeskanzleramtes zu halten. Eine gemeinsame Stadtrundfahrt entlang der Berliner Mauer und der Besuch des Holocaust-Mahnmals in Berlin vertiefte die Auseinandersetzung mit den historischen Grundlagen der deutschen Außen- und Sicherheitspolitik. Die Studierenden tauschten sich beim gemeinsamen Abendprogramm und auf der Heimreise über das Erfahrene und die Möglichkeiten aus, diese als Lehrerinnen und Lehrer später im Bildungskontext zu nutzen. „Die Exkursion hat mir nochmal gezeigt, dass Politische Bildung ein wichtiges Anliegen der Schule sowie der universitären Bildung ist, und durch die Exkursion kann ich nun neben meinem Wissen auch eigene Erfahrungen und Fotos in den Unterricht einbringen", hält dazu die Studentin Karoline W. fest.

Text und Foto: Dr. Gordon Carmele


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