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Sich blind bewegen – wie schafft der Körper das?

23.01.2018

Alexa Becker führt Kinder-Studenten durch einen „Blind Parkour“


Impressionen der KinderUni Januar 2018

Knifflige Übergänge für Sportstudentin Laura Faden und ihre Schützlinge

Die kleinen Forscher durchliefen die Bewegungsparkours, erst mit geöffneten, dann mit verbundenen Augen. Hier gibt Sportdozentin Alexa Becker Hilfestellung.

Schlussrunde zum Blind-Parkour mit Sportdozentin Alexa Becker

RAVENSBURG/WEINGARTEN – „Blind Parkour: Vertrauen auf die Körpersinne“, darum geht es der Akademischen Rätin Alexa Becker. Am Sportzentrum der Pädagogischen Hochschule führt sie die kleinen Studierenden der Kinder-Uni in das Sportthema ein.

Alexa Becker erklärte erst grundsätzlich: „Bei uns im Sportzentrum werden Sportlehrer ausgebildet.“ Studierende im 5. Semester Cedric Dutillie, Laura Faden, Tamy Walter und Tabea Thomas unterstützten die Hochschullehrerin im Praxisteil. In ihrem Vortrag vergegenwärtigte Alexa Becker das Themengebiet Wahrnehmung. „Schon im Mutterleib kann das Kind hören. Säuglinge orientieren sich vor allem durch Tasten, Schmecken, Riechen und Fühlen“, machte Becker den Studis klar. Am Anfang einer Wahrnehmungskette steht ein Sinnesreiz. Körperzellen, sogenannte Rezeptoren, verarbeiten den Reiz und leiten ihn ans Gehirn weiter. Reize werden wiedererkannt und mit der Zeit gelernt. Schließlich spielen die verschiedenen Wahrnehmungen auch zusammen. „Wie schafft es der Körper, den Ausfall eines Sinnessystems auszugleichen? Sich blind bewegen, wie geht das?“ fragte Alexa Becker.

Um das am eigenen Leib zu erfahren, durchliefen die kleinen Forscher einen recht anspruchsvollen Bewegungsparkour, erst mit geöffneten, dann mit verbundenen Augen. „Oah!“, das kostete Mut. Schwebebalken, Parallelbarren, Kästen, schräg aufgestellte und kippende Bänke forderten Aufmerksamkeit. Trotz des Treibens herrschte in der großen Turnhalle konzentrierte Stille. Gruppenweise bewältigten die Hochschul-Neulinge fünf Stationen mit Turngeräten. Stefan traute sich ohne Hilfestellung mit verbundenen Augen über den Schwebebalken. Jetzt musste er fühlen, wann der Balken zu Ende war. „Das war schon anders“, fand er. Für Tara war der Parallelbarren schwierig: „Ich wusste nicht recht, soll ich gehen oder krabbeln.“ Unter anderem hatten die Studis auch den von einer gelben Matte abgedeckten Tunnel zu bewältigen. Für die Kleineren kein Problem, aber auch Jule hatte keine Angst unten durchzukriechen. „Man musste halt fühlen, wo die seitlichen Begrenzungen sind.“ In einer Schlussbesprechung tauschten die Kinderstudis mit Sportdozentin Alexa Becker ihre Erfahrungen aus. Draußen warteten die Eltern. Ihnen hatten die Kinder sicher viel Neues zu erzählen.

Info: An der Kinder-Uni Ravensburg-Weingarten, einem Projekt der Städte und ihrer Hochschulen, können 100 Kinder zwischen 9 und 12 Jahren mitmachen, die sich angemeldet haben. Das Studienjahr der Kinder-Uni beginnt jeweils im Oktober. Näheres auf www.kinderuni-ravensburg-weingarten.de.

Text und Fotos: Maria Anna Blöchinger


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