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Kunst im Schlossbau

10.08.2019

Studierende der Pädagogischen Hochschule Weingarten stellten Abschlusswerke aus dem Fach Kunst in einer Ausstellung vor


Der Schlossbau der Pädagogischen Hochschule Weingarten (PH) auf dem Martinsberg präsentierte sich am vergangenen Donnerstag als Kunstgalerie. 16 Studierende des Fachs Kunst zeigten ihre künstlerischen Abschlussarbeiten im Rahmen einer Kunstausstellung. Trotz sommerlicher Hitzetemperaturen waren zahlreiche Gäste gekommen, um sich die vielfältigen Werke – darunter Malereien, Plastiken, Papier- und Tonarbeiten, Zeichnungen, Fotografien, Installationen und Performances – anzuschauen. Auch weitere Arbeiten von Kunst-Studierenden warenauf den Schlossbau-Etagen ausgestellt.

In den Arbeiten aus dem zwei- und dreidimensionalen Bereich, den analogen und digitalen Werken spiegelte sich die künstlerische Vielfalt, der Ideenreichtum und die Kreativität der Kunst-Studierenden wider: Da gab es Selbstbildnisse in bildlicher und digitaler Form, als Desoxyribunucleac-Modell oder auch mit verschiedenen nebeneinander aufgereihten Armbanduhren, die das „Ich im Lauf der Zeit“ symbolisierten. Weiße Bürsten in allen Größenordnungen – von der Massagebürste bis zur Zahnbürste – simulierten eine Homogenität. Fotos zeigten den Blick durch einBierglas und vermittelten dadurch ein anderes Sehen. Bunte Handabdrücke auf weißem Papier oder fotografische Gestaltungen mit Pinseln, Kugelschreibern, Lippenstiften und Knöpfen thematisierten die Spurensuche als künstlerische Strategie. Und auch in die Welt der Utopien entführten Werke.

Einige der Studierenden vermittelten mit ihren Arbeiten nicht nur vertiefte Einblicke inWerkprozesse und Bildentstehungen, sie hatten sich zudem individuelle Schwerpunkte gesetzt und diese mit entsprechenden Begleitmaterialien versehen. So waren beispielsweise vier „Zeichnungen der Gegenwart“ zu der Schüler-Umwelt-Bewegung „Fridays for Future“ zu sehen, die unterschiedliche Einzelpersonen einer Demonstration Ende Mai in Ravensburg fokussieren und dem Betrachter Platz lassen, sich geistig neben die Personen zu stellen – gewissermaßen als Appell für ein aktives Umweltschutz-Engagement. In einem großen Buch gab es zahlreiche faszinierende Porträts zu entdecken, die als Blindzeichnungen, also nur mit Blick auf das Modell, entstanden sind und allesamt ganz überraschende Effekte ausstrahlen.

Die in der Ausstellung gezeigten Werke seien Ergebnisse aus Seminaren, in denen die Studierenden verschiedene Sichtweisen von Kunst, unterschiedliche Verfahrenstechniken und Materialien kennengelernt hätten, berichtete PH-Kunstprofessor Dr. Martin Oswald, der sich über das große Besucherinteresse freute und sich bei allen Gestalterinnen und Gestaltern sowie Organisatorinnen und Organisatoren des Kunstabends bedankte. Die ausgestellten Werke offenbarten Dinge und Sichtweisen, die sonst vielleicht so nicht wahrgenommen worden wären, so Oswald weiter. Die Ausstellung stelle zudem unter Beweis, dass die angehenden Kunstpädagoginnen und -pädagogen einen großen künstlerischen Zugang zu dem haben, was Kunst ausmache. Mit Kreativität, Ideenreichtum und Experimentierfreudeseien sie die Aufgabenstellungen angegangen und hätten eigene Impulse gesetzt, lobte er. Zum ersten Mal hätten die Kunst-Studierenden auch ein eigenes Fach-Logo entworfen und verschiedenfarbige T-Shirts damit bedruckt. Nicht vergessen werden dürfe allerdings, dass die PH keine Kunstakademie sei, gab Oswald zu bedenken. „Die Ausbildung an unserer PH soll die Studierenden vielmehr dazu befähigen, das Fach Kunst in seiner ganzen Breite zu unterrichten und die Liebe zur Kunst an die Schüler weiterzugeben.“

Text und Fotos: Barbara Müller


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