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Fünf Jahre Akademie für wissenschaftliche Weiterbildung

14.07.2019

Wesentliches Element von lebenslangem Lernen


Die Akademie für wissenschaftliche Weiterbildung (AWW) der Pädagogischen Hochschule (PH) Weingarten feierte am Freitag, 5. Juli, ihr fünfjähriges Bestehen. Berufsbegleitend studieren können hier nicht nur Berufstätige mit Abitur oder Hochschulabschluss, sondern auch Menschen ohne Abitur, die einschlägige Berufserfahrung mitbringen. Mit Workshops zu Angeboten der AWW, musikalischen Beiträgen von Studierenden und einem leckeren Buffet verbrachten die Gäste einen inspirierenden Nachmittag.

„Gestartet sind wir mit einer Referentin und drei Fortbildungsangeboten“, berichtete Professorin Dr. Karin Schweizer, Rektorin der PH Weingarten und Leiterin der AWW, von der Gründung der AWW im Juni 2014. Inzwischen habe die AWW auf zwölf Weiterbildungen aufgestockt, sei mehrmals umgezogen und habe erfolgreich umfangreiche Drittmittel eingeworben. Ihrem Vorgänger im Rektorenamt, Professor Dr. Werner Knapp, war die AWW ein großes Anliegen. Weiterbildung sei nichts Neues an der PH, sie stehe als eine ihrer Aufgaben im Landeshochschulgesetz. „Unser Ziel war aber eine systematische und konzeptionelle Weiterbildung in Verbindung mit einer Institution und Ansprechpartnern“, sagte Professor Dr. Knapp in seinem Grußwort. Als große Chance sehe er die Verknüpfung zwischen Theorie und Praxis.

Mit FIER und IGEL auf Erfolgskurs

Auf arbeitsintensive und vor allem spannende Jahre blickte die ehemalige Geschäftsführerin Roswitha Klepser zurück. Dabei verglich sie die AWW mit einem Boot, das mal durch bewegte, mal durch ruhige Gewässer segelte und ohne den Teamgeist der Mannschaft und deren unermüdliches Engagement nicht da wäre, wo es heute ist. Auf Erfolgskurs seien inzwischen auch die „Tochterschiffe“ FIER (Fast-track Integration in European Regions) und IGEL (Integration geflüchteter Lehrkräfte in die Lehrer*innenausbildung), für die Klepser inzwischen die Projektleitung innehat.

Die Feier bedeutete auch die offizielle Übergabe an Dr. Monica Bravo Granström, die die Geschäftsführung der AWW seit dem 1. März innehat. Sie hob die Bedeutung der Weiterbildung hervor. „Sie sollte längst den Status bekommen, den sie verdient.“ Durch sie gebe es die Chance, sich umzuformen und zu entwickeln. Ändere sich doch immer wieder die Gesellschaft und es komme auch vor, dass es den gelernten Beruf gar nicht mehr gebe. „Wir brauchen Verständnis für andere Perspektiven und Strukturen“, forderte Dr. Bravo Granström, „vor allem in interkulturellen Bereichen“. Durch ein Wortspiel bekamen die Gäste einen Einblick in die Schwierigkeit, Nuancen in einer neuen Sprache zu lernen.

Personalentwicklung durch wissenschaftliche Weiterbildung

Mit Gudrun Lohr-Kapfer sprach die ehemalige geschäftsführende Gesellschafterin der Franz Lohr GmbH aus Ravensburg. „Wissenschaftliche Weiterbildung ist ein wesentliches Element von lebenslangem Lernen, das in allen Bereichen gefordert ist“, so Lohr-Kapfer. Im Laufe ihres Berufslebens – eigentlich wäre sie viel lieber Lehrerin geworden – sei die Ausbildung immer ihr Steckenpferd gewesen. „Heute übt kaum noch jemand am Ende seines Berufslebens den Beruf aus, den er ursprünglich gelernt hat“, weiß die Wirtschaftswissenschaftlerin. Immer häufiger würden Unternehmen auf die wissenschaftliche Weiterbildung zurückgreifen, wenn es darum gehe, die Mitarbeiter auf dem aktuellen Stand von Wissen und Technik zu halten. Dabei sei sie ein Element der Personalentwicklung, um zum Beispiel auf Führungsaufgaben vorzubereiten. „Dadurch profitiert auch das Unternehmen und bleibt auf dem Laufenden.“ Nicht zuletzt steige seine Attraktivität für bildungshungrige Mitarbeiter. Den Unternehmen empfiehlt Lohr-Kapfer die Work-Life-Learn-Balance ihrer Mitarbeiter im Auge zu behalten. „Die AWW hat im Laufe von fünf Jahren ein gutes Fundament geschaffen und wir können stolz darauf sein, so eine Akademie vor der Haustür zu haben.“

Workshops geben Einblick in drei Weiterbildungen

Die Gäste hatten die Gelegenheit, in Workshops drei AWW-Angebote näher kennenzulernen. Sprachförderung am Arbeitsplatz (FIER) heißt eine mehrtägige Weiterbildung zum Sprachmentor in der Gastronomie und Hotellerie. „Im Rahmen der Zuwanderung werden zunehmend Konzepte nachgefragt, die den Spracherwerb von Zuwanderern gezielt unterstützen“, erläuterte Christiane Eiberger.

Dr. Monica Bravo Granströms Thema war die Förderung der Mehrsprachigkeit durch digitale Medien. Da heutzutage die meisten Personen ein Handy dabei haben, liegt es nahe, dieses mittels bereits auf dem Handy installierter Apps, z.B. WhatsApp, Facebook oder Twitter auch für den Spracherwerb zu nutzen.

Fit für das Studium in Deutschland war das Thema von Professorin Dr. Katja Kansteiner. Sie stellte das Projekt IGEL (Integration geflüchteter Lehrkräfte in die Lehrer*innenausbildung) vor. „Ziel ist, für die Lehrtätigkeit im deutschen Schulsystem durch Erlangen der notwendigen Qualifikationen fit zu werden“, berichtete Professorin Dr. Kansteiner von dem Bachelorstudium von drei Semestern.

Studierende gestalten musikalisches Programm

Umrahmt war das Fest zum fünfjährigen Bestehen der AWW durch musikalische Beiträge von Studierenden der PH. Am Klavier überzeugten Caroline Miez und Katharina Riedmann vierhändig mit den „Slawischen Tänzen“ von Antonin Dvorak. Frieder Herrmann an der Trompete und Menuin Rau am Klavier ließen Stücke von George Gershwin hören. Mit „Summertime“ setzte Fiona Gelatly und Menuin Rau einen gelungenen Schlusspunkt unter die Feier.

Text: Claudia Wörner Fotos: Dr Monica Bravo Granström

 

 


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