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Innovative Geschäftsideen mit sozial-ökologischem Input

01.07.2019

Fünf Studierenden-Gruppen präsentierten an der Pädagogischen Hochschule Weingarten ihre Projektergebnisse aus dem Seminar Social Entrepreneurship


Mit innovativem Unternehmerdenken und nachhaltigen Geschäftsideen auf der Basis von Werten sowie Sozial- und Umweltengagement beschäftigten sich rund 20 Studierende der Pädagogischen Hochschule Weingarten (PH) im Rahmen des Seminars Social Entrepreneurship. Mit Hilfe der Methode Design Thinking entwickelten sie in fünf Gruppen soziale und umweltfreundliche Geschäftsmodelle, die sie am vergangenen Montag im Rahmen einer Abschlusspräsentation vorstellten.

An dem Seminar teilgenommen hatten sowohl Studierende aus Lehramtsstudiengängen als auch aus dem Bachelor-Studiengang Umweltbildung der PH, berichtete Dozentin Carmen Heilig, Akademische PH-Mitarbeiterin im Fach Wirtschaftswissenschaft und ihre Didaktik. Das Besondere des Seminars liege in der kooperativen Zusammenarbeit mit der Stadt Weingarten. Bürgermeister Alexander Geiger und die städtische Hochschulbeauftragte Sabine Weisel hätten sich für eine Seminareinheit Zeit genommen, um den Studierenden für die Projektentwicklungen wichtige Inputs seitens der Stadt zu geben. „Das wissen wir alle sehr zu schätzen“, so Carmen Heilig.

„Sie haben wirklich tolle und praxistaugliche Projektideen entwickelt“, lobte Bürgermeister Geiger, der bei einem Rundgang und in Gesprächen mit den Studierenden die einzelnen Entrepreneurship-Prototypen in Augenschein nahm. „Auch uns hat die Zusammenarbeit sehr viel Spaß gemacht“, sagt er und bedankte sich bei den Studierenden für „exzellente Geschäftsideen und eine optimale Vorbereitung“. Sehr angetan von den Seminarergebnissen war auch Professor Dr. Joachim Rottmann, Dekan der Fakultät I, der in Vertretung für das PH-Rektorat vor Ort war. Die Studierenden zeigten mit ihren innovativen Projekt- und Geschäftsideen, dass sie bereit seien, sozialen und ökologischen Wandel selbst mit zu gestalten.

Nach der Vorstellung der fünf Projekte bewerteten die Gäste und die Studierenden selbst diese mittels Punktevergabe. Das Rennen in der Beurteilung der Jury machte das Siegerprojekt „Bunter Gesellschaftsspieletreff“. Die vier Studierenden hatten die Einrichtung eines regelmäßigen Spieletreffs vorbereitet – mit dem Ziel, über das gemeinsame Spielen in Kontakt zu anderen Studierenden und Weingartener Bürgerinnen und Bürgern zu kommen. Das Projekt ist generationenübergreifend und inklusiv angelegt. „Wir wollen uns regelmäßig ein- bis zweimal im Monat treffen, um gemeinsam viel Spaß zu haben. Und wir möchten zeigen, dass Gesellschaftsspiele trotz fortschreitender Digitalisierung einen großen Reiz haben“, so die Studierenden. Auch als Schlechtwetterfreizeitalternative sei der Spieletreff bestens geeignet.

Lob und Anerkennung gab es auch für die vier weiteren studentischen Geschäftsideen: Die Idee, mehr Grün in die Stadt zu bringen, die Studierende mit ihrem Projekt „Garda Grün“ einbrachten, fand großen Anklang. Eine Begrünung von Fassaden privater und öffentlicher Gebäude beispielsweise sorge nicht nur für eine Lärmminimierung und für eine sauberere Luft, sie senke auch die Umgebungstemperatur und bringe Wohlfühl-Atmosphäre, gaben die Studierenden zu bedenken. „Wir holen Begrünungsideen aus aller Welt nach Weingarten und erhöhen dadurch auch die Artenvielfalt“, so ihre Botschaft. Auch eine nachhaltige Projektberatung wird angeboten.

Regionale und vor allem saisonale Ware möchte die dritte Studierendengruppe künftig in einem „Rehgionalitäten Lädle“ vermarkten. „Wir vernetzen die Produzenten miteinander und bieten als Alleinstellungsmerkmale Pinnwand, Mietregale und Verkaufswagen an“, so die Projektgruppe. Wildfleisch gibt es auf Bestellung und alle Waren nur in ökologisch-umweltfreundlicher Verpackung. „Jeder Deutsche verursacht durchschnittlich 37 Kilogramm Plastikmüll im Jahr – das wollen wir ändern“, so die Studierenden.

Das Bewusstsein in der Bevölkerung dafür sensibilisieren, dass viel zu viele wertvolle Lebensmittel einfach weggeworfen werden, möchten PH-Studierende mit ihrer Projektidee „Containen“. „Wir geben auch schrulligem Gemüse und Obst eine zweite Chance“, so ihr Ansinnen. Leicht lädierte Äpfel und Bananen beispielsweise oder in ihrer Form nicht perfekte Karotten, Zucchini und Gurken seien genauso schmackhaft und genießbar wie Lebensmittel mit nur noch kurzem oder knapp überschrittenem Haltbarkeitsdatum. Um dem Wegwerfen von Lebensmitteln nachhaltig Einhalt zu gebieten, bietet die Containen-Zentrale auch Einzelfrüchte zum Verkauf an.

Mit der schlechten Parkplatzsituation an der Hochschule beschäftigten sich Studierende der fünften Projektgruppe. Sie entwickelten die Idee Studi Car RV, ein hochschulinternes und flexibles Internetportal, bei dem sich Interessierte als Fahrer oder Beifahrer anmelden können. In einer Befragung Anfang Juni hätten 78 Prozent der Befragten angegeben, dass sie Studi Car nutzen würden, berichteten die Studierenden. 28 Prozent der Befragten würden sich als Fahrer anbieten, 22 Prozent wären gerne Mitfahrer, 50 Prozent könnten sich beides vorstellen. „Das Procedere ist denkbar einfach“, so die studentischen Projektentwickler. „Einfach anmelden, gewünschte oder angebotene Fahrroute eingeben, Stundenplan abgleichen – dann werden die Mitfahrgesuche und -angebote angezeigt.“

Text und Fotos: Barbara Müller

 

 


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