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Studium im Fach Politikwissenschaft wieder möglich

01.03.2019

Studium im Fach Politikwissenschaft wieder möglich


Bildtext: Die PH Weingarten nimmt wieder Studierende im Fach Politikwissenschaft auf. Dies verkündete Rektorin Karin Schweizer (vorne). Über die Entscheidung freuten sich (von links) Gela Burkhardt, Gordon Carmele, Joachim Rottmann und Bernd Reinhoffer.

Weingarten – Zum Wintersemester 2019/20 können Studierende an der Pädagogischen Hochschule Weingarten im Lehramtsstudium für Grundschule und Sekundarstufe I wieder das Fach Politikwissenschaft belegen.

Nachdem die Zulassung für das Fach zum Wintersemester 2016/17 aufgrund der geringen Studierendenzahlen und der allgemeinen Unterfinanzierung des Lehramtsstudiums an der PH Weingarten ausgesetzt worden war, wurden im Fach Konzepte erarbeitet, wie das Studium der Politikwissenschaft neu gestaltet und wieder etabliert werden kann. Dr. Gordon Carmele, der das Fach an der PH Weingarten vertritt, und die Politik-Studierenden haben intensive Gespräche mit Dekanat und Rektorat geführt, sich auf die Suche nach Kooperationspartnern innerhalb und außerhalb der PH begeben und ihre Konzepte im Senat vorgestellt. Daraufhin hat der Senat den befristeten Zulassungsstopp nicht verlängert, so dass Studierende nun wieder Politikwissenschaft an der PH Weingarten studieren können.

„Wir wollen mit der Wiederzulassung auch deutlich machen, dass wir die gesellschaftlichen und schulischen Interessen ernst nehmen“, erklärte die Rektorin Professorin Dr. Karin Schweizer in einer Pressekonferenz am 19. Februar. „Darüber hinaus glauben wir, dass wir einige attraktive Angebote geschaffen haben und noch schaffen werden, so dass wir davon ausgehen, dass wieder mehr Studierende sich für das Fach Politik im Lehramt interessieren“, fügte die Rektorin hinzu.

Carmele machte deutlich, warum politische Bildung heute mehr denn je gefragt ist. Er benannte einige gesellschaftliche Herausforderungen, vor denen die Demokratie stehe: der Anstieg antisemitischer Straftaten, die Erfolge der populistischen Parteien, die Integration der Zuwandererinnen und Zuwanderer sowie die Zukunft der Europäischen Union. „Demokraten fallen nicht vom Himmel“, zitierte er Theodor Eschenburg, einen der Pioniere der Politikwissenschaft. Sie müssten in jeder Generation wieder neu gewonnen werden. Aus diesem Grunde habe die politische Bildung in der Schule eine wichtige Bedeutung und sei dort auch über die Landesverfassung verankert. Der Bildungsplan 2016 habe Gemeinschaftskunde als eigenständiges Unterrichtsfach wieder eingeführt, berichtete Carmele. Deshalb rechnet er auch mit wieder steigenden Studierendenzahlen. Nicht zuletzt seien die Berufsaussichten an den Schulen ausgezeichnet.

Der Dekan der Fakultät I, Professor Dr. Joachim Rottmann, freute sich, dass es gelungen sei, das Fach wieder richtig zum Leben zu erwecken. Er bestätigte, dass auch die vakante Professur wieder besetzt werden soll. Das Fach verfüge außerdem über eine Stelle im akademischen Mittelbau sowie eine finanzielle Ausstattung, die einen normalen Lehrbetrieb ermögliche. Um das Studienangebot noch attraktiver zu gestalten, wurden zudem Kooperationen mit den Fächern Wirtschaftswissenschaft, Geschichte, Soziologie und Geographie innerhalb der PH vereinbart.

Darüberhinaus sei man im Gespräch mit der Universität Tübingen, um gemeinsame Lehrveranstaltungen anzubieten, ergänzte Professor Dr. Bernd Reinhoffer, Prorektor für Lehre und Studium. Sogar internationale Kooperationen in der Bodenseeregion mit Partnerhochschulen in Österreich und der Schweiz seien angedacht, so Reinhoffer.

Aus Sicht der Studierenden sei die Wiederzulassung im Fach Politikwissenschaft ein „besonderer Grund zur Freude“, sagte Gela Burkhardt, Vertreterin des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA). Die Studierenden hatten sich besonders für den Erhalt des Fachs engagiert. Burkhardt sieht darin auch ein Beispiel, dass sich politisches Engagement und die aktive Beteiligung lohnen. Mitbestimmung beginne im Mikrokosmos der Klassengemeinschaft und setze sich im Studium fort, zum Beispiel durch die Mitwirkung in der Verfassten Studierendenschaft. Das Fach Politikwissenschaft vermittle wichtige Kompetenzen um sich als Bürgerin oder Bürger aktiv an politischen und gesellschaftlichen Prozessen zu beteiligen

Weitere Informationen zum Studium im Fach Politikwissenschaft: http://politikwissenschaft.ph-weingarten.de/

Text und Foto: Arne Geertz

 

 


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