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Die richtige Performance eines Textes

Programm und Workshops beim Vorlesetag an der Pädagogischen Hochschule Weingarten stießen auf großes Interesse und durchweg positive Resonanz

Weingarten
– Lesen eröffnet nicht nur neue Welten, es hat auch Einfluss auf  das Sprachbewusstsein, auf Konzentrations- und Aussagefähigkeit. Dass Lesen, Vorlesen und Bücher auch in einer zunehmend digitalisierten Welt noch hoch im Kurs stehen, zeigten die vielen Besucherinnen und Besucher – darunter Vorleserinnen und Vorleser, Pädagoginnen und Pädagogen, Eltern, Poetinnen und Poeten, Autorinnen und Autoren sowie sonstige Literatur- und Kulturinteressierte–, die am Bundesdeutschen Vorlesetag zu der Veranstaltung „Inspiration Vorlesen – Lesekino“ an die Pädagogische Hochschule Weingarten (PH) gekommen waren. „Schön, dass die Freude am Lesen ungebrochen ist“, freute sich PH-Rektor Professor Dr. Werner Knapp, in seiner Begrüßung. Vorlesen schaffe nicht nur einen ersten Zugang zur Literatur, sondern baue auch eine ganz besondere Beziehung zwischen Vorleser und Zuhörer auf. Zu dem Vorlesetag eingeladen hatten PH-Professor Dr. Jürgen Belgrad und Ludger Baum, Leiter des Regionalen Bildungsbüros. Unterstützt wurde die Veranstaltung von der Kinderstiftung Ravensburg, von „sprachmächtig – Verein für Wortkunst“ und vom Ravensburger Buchverlag. Die Schirmherrschaft lag bei Weingartens Oberbürgermeister Markus Ewald. Er habe diese sehr gerne übernommen, da Lesen für ihn einen hohen Stellenwert habe, so Ewald. Durch Vorlesen werde das Wunder der Fantasie weitergegeben.

Schon seit einigen Jahren bietet das PH-Projekt „Leseförderung durch Vorlesen“ unter der Leitung von Professor Belgrad diese Vortrags- und Workshop-Veranstaltung, die sich jedes Jahr großer Beliebtheit erfreut, gemeinsam mit dem Regionalen Bildungsbüro an. Das intensive persönliche Engagement Belgrads in Sachen Leseförderung wurde jetzt belohnt: Im November erhielt der PH-Professor für sein Projekt, das Lehrkräfte und Erzieher durch Coaching beim regelmäßigen Vorlesen an Schulen und Kitas unterstützt, den Deutschen Lesepreis 2016 der Stiftung Lesen.   

Im Mittelpunkt des Vorlesetages an der PH stand in diesem Jahr das Präsentieren, die „Performance“ eines Textes. Dass es sogar möglich ist, Buchstaben und Wörter eines sachlich-trockenen Verwaltungstexts lebendig werden zu lassen, stellte Joachim Simon, Dezernent für Allgemeine Verwaltung, Kultur und Bürgerservice beim Landratsamt Ravensburg, in seinem Text-im-Vortrag anschaulich unter Beweis. Wie schwer es einem Pubertierenden oft fällt, die richtig coolen Worte für das Mädchen seines Herzens zu finden, machte Autor und Poetry Slammer Jaromir Konecny aus München mit Texten aus seinem Werk „Herz Slam“ deutlich. Poetry Slam als aktive Sprachförderung könne hier Abhilfe schaffen, betonte er. Zur Förderung der Konzentration empfahl er darüber hinaus Jonglieren. Dies trainiere nicht nur die Feinmotorik, sondern aktiviere auch wichtige Gehirnfunktionen.

Poetry Slam eigne sich sehr gut für den Deutschunterricht, empfahl Nikita Gorbunov, der die deutschsprachigen Meisterschaften in POETRY SLAM mitorgansiert. In Stuttgart werde diese Methodik ab Klasse 8 oder 10 eingesetzt. Für Poetry Slam brauche es ein wenig Mut, da nur die Menschen und ihre Texte mit meist aktuellen Bezügen zählten, so Gorbunov weiter. Kein Musikinstrument oder andere Hilfsmittel kämen zum Einsatz, es gebe keine festen Regeln. „Das Publikum wählt, erörtert und diskutiert, was gefällt“, so Gorbunov. Auch der Verein „sprachmächtig e.V.“ fördert Poetry Slam an Schulen. Mit Schülerinnen und Schülern aus Ravensburger Schulen und mit finanzieller Unterstützung durch die Stadt Ravensburg führt er schulübergreifende Poetry Slam Workshop-Reihen durch, berichtete „sprachmächtig“-Gründerin und Lehrerin Petra Hammig-Krott. Mit welcher Intensität und inhaltlicher Tiefe Gedanken, Empfindungen und Botschaften durch Poetry Slam vermittelt werden können, stellten zwei junge Poetry Slammerinnen mit ihren Texten unter Beweis.

Eine starke Performance zeigten auch die Schauspieler und Theaterpädagogen Jutta Klawuhn und Alexander Niess vom Theater Ravensburg: Auf Zuruf einzelner Stichworte aus dem Publikum entwickelten sie spontane Theatersequenzen und schlüpften in ganz unterschiedliche Rollen. „So würde uns der Deutschunterricht auch gefallen“, waren sich viele Zuhörerinnen und Zuhörer nach der Vorführung einig. Tipps für bewegtes Vorlesen sowie wertvolle Anregungen für das gestenreiche Vorlesen und die Übertragung von Texten in Szenen erhielten die Vorlesetag-Besucher auch bei den anschließenden Workshops.

Der Festsaal am Vorlesetag

Impressionen PH Vorlesetag

Impressionen PH Vorlesetag
Impressionen des Vorlesetages an der Pädagogischen Hochschule Weingarten

Text und Fotos: Barbara Müller

 
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