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Sieben Länder – sieben Systeme der Lehrerbildung

Expertinnen und Experten diskutierten über Modelle der Zusammenarbeit zwischen Schulen und Hochschulen

Weingarten
– Wie können Studierende noch tiefere Einblicke in die Schulpraxis bekommen und Lehrkräfte sich nach dem Studium weiter professionalisieren? Wie kann die Zusammenarbeit zwischen Schulen und Hochschulen gemeinsam weiterentwickelt werden? Und sind University Schools ein geeignetes Modell dafür? Mit diesen Fragen beschäftigt sich das internationale Forschungsprojekt Proteus (Professional Teacher Education through University Schools), an dem auch die Pädagogische Hochschule Weingarten beteiligt ist.
Ende Juni trafen sich die Projektpartner aus Esbjerg (Dänemark), Oxford (England), Trondheim (Norwegen), Penza (Russland), Linköping (Schweden), Edinburgh (Schottland) und Weingarten für eine Woche an der PH Weingarten, um sich über die Zwischenergebnisse auszutauschen und gemeinsam an dem Projekt zu arbeiten.
An dem Projekt beteiligt sind 70 Studierende, Lehrerinnen und Lehrer sowie Hochschuldozentinnen und –dozenten aus sieben europäischen Ländern. Rektor Professor Dr. Werner Knapp sagte in seiner Begrüßung: Jedes Land habe ein eigenes Schulsystem und eine eigene Lehrerbildung. Es sei bestimmt sehr interessant, diese miteinander zu vergleichen und voneinander zu lernen.
Es gibt vielfältige Formen der Kooperation zwischen Hochschulen und Schulen in der Lehrerbildung. Eine Besonderheit sind die University Schools, wie zum Beispiel an der Universität Trondheim. Ein Merkmal dieser Partnerschaft ist es, dass die Studierenden von Beginn an auch in der Schule eingesetzt werden, wo sie sich ihre Erkenntnisse selbstständig erarbeiten. Unterstützt werden sie dabei von den Lehrerinnen und Lehrern der Partnerschule sowie den Hochschuldozentinnen und Hochschuldozenten, mit denen sie eine studienlange Partnerschaft bilden. Gemeinsam arbeiten sie wissenschaftlich an für die Schule relevanten Forschungs- und Entwicklungsprojekten.
Das Potenzial der University Schools für die Professionalisierung von Studierenden und Lehrkräften sowie die Entwicklung der teilnehmenden Schulen und Hochschulen wird in dem Projekt wissenschaftlich untersucht. Daraus werden Modelle für die Zusammenarbeit zwischen Schule und Hochschule für das 21. Jahrhundert entwickelt.
„Das Projekttreffen zeigte trotz aller Unterschiede der Schulsysteme und der Lehrerbildung, dass in Zukunft eine Lehrerbildung geschaffen werden soll, die gleichzeitig praktisch relevant und wissenschaftlich orientiert sein soll“, resümiert Markus Janssen, der zusammen mit seinem Kollegen Dr. Thomas Wiedenhorn aus dem Fach Erziehungswissenschaft das Weingartener Teilprojekt leitet und die Tagung an der PH organisiert hat. „Besonders hervorzuheben sind die von den Studierenden während des Projekttreffens erarbeiteten Ergebnisse. Diese haben eine solche Qualität, dass die zwei Weingartner Studentinnen eingeladen wurden, im Frühjahr 2017 ihre Ergebnisse an der Universität Oxford vorzustellen.“
Das Proteus-Projekt wird von der Europäischen Union im Rahmen des Erasmus+ Programms gefördert. Die Ergebnisse sollen im Frühjahr 2017 vorgestellt und mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Schulverwaltung sowie Lehrerinnen und Lehrern diskutiert werden. Ein erstes Folgeprojekt unter dem Titel „School Adoption in Teacher Education“ wurde kürzlich genehmigt. Hier übernehmen Studierende für eine Woche die Aufgaben der Lehrkräfte einer Grundschule, während die Lehrkräfte gemeinsam als Kollegium eine Fortbildung absolvieren.

Text: Arne Geertz und Markus Janssen


 
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