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Entdeckungsreise in die Welt der Kunst

43 Jugendliche nahmen am zehnten Kunstcamp der Pädagogischen Hochschule Weingarten auf dem Hofgut Nessenreben teil

Weingarten – Es ist wieder einmal Kunstcamp-Zeit: Auf dem Hofgut Nessenreben strahlen die Sonne, die Teilnehmer sowie Organisatoren und Kursleiter um die Wette. Ein buntes Zeltlager und große Workshop-Zelte signalisieren, dass dort fröhliches Leben Einzug gehalten hat. 43 Jugendliche im Alter zwischen 14 und 21 Jahren sind zum Kunstcamp 2015 gekommen – einem Angebot der Pädagogischen Hochschule Weingarten (PH) in Kooperation mit der Stadt Weingarten und dem Landkreis Ravensburg, das dieses Jahr zum zehnten Mal stattfindet. Renommierte Profi-Künstler und 15 PH-Kunst-Studierende bieten ein tolles Kunstprogramm mit sechs Workshops. „Wir haben diesmal besonders motivierte Jugendliche, die bis tief in die Nacht künstlerisch arbeiten“, freut sich Professor Dr. Martin Oswald, der vor zehn Jahren das Kunstcamp ins Leben gerufen hat. Die Organisation der beliebten Sommerkunstwoche liegt seit acht Jahren in den Händen von Milena Potapiuk, die an der PH studiert hat und mittlerweile als Kunstpädagogin tätig ist. Unterstützt wird sie von Valentin Oswald, der als früherer Teilnehmer wichtige Camp-Erfahrungen mitbringt.

Sogar aus Bremen, Darmstadt und München sind Teilnehmer angereist. „Hier stimmt nicht nur das Kursangebot, die ganze Atmosphäre im Kreativzentrum ist super“, lobt eine Jugendliche. Die Workshops bieten ein vielfältiges Programm. So erhalten elf Jugendliche bei Fotograf Kees Tillema die professionelle Anleitung zum kreativen Fotografieren mit verschiedenen Techniken. „Die jungen Leute bringen tolle Ideen mit“, lobt der Fotomeister und zeigt Aufnahmen einer Teilnehmerin, die ihr Aussehen mit selbst gemischter Erd-Farbe pikant verändert hat. In Sachen Bildbearbeitung assistieren die PH-Studierenden Oliver Bantle und Fabian Reinhardt. „Die beiden haben den Beweis erbracht, dass durch eine entsprechende digitale Bearbeitung sogar bei einem gänzlich schwarzen Foto noch Konturen erkennbar werden“, berichtet Kees Tillema.

Fotograf Kees Tillema erhielten die jungen Teilnehmer die professionelle AnleitungBei Fotograf Kees Tillema erhielten die jungen Teilnehmer die professionelle Anleitung zum kreativen Fotografieren mit verschiedenen Techniken. Bild: PH

Im Schatten am Waldrand haben elf junge Malerinnen ihre Staffeleien aufgestellt. Unter Anleitung der Künstlerin Kathrin Landa, einer Vertreterin der Neuen Leipziger Schule, und den studentischen Assistentinnen Anna-Lisa Zweig und Julia Köhler lernen sie am lebenden Modell die Technik der Ölmalerei mit allen ihren Facetten anzuwenden. „Wir arbeiten ohne Vorskizzen direkt mit dem Pinsel auf die Leinwand“, berichtet Kathrin Landa. Es gehe ihr nicht darum, die Teilnehmerinnen in eine bestimmte künstlerische Form zu pressen. Vielmehr sollen diese ihren eigenen Zugang zur Ölmalerei finden.

Porträtmalerinnen am lebenden ModellUnter Anleitung der Künstlerin Kathrin Landa (links) lernten die Porträtmalerinnen am lebenden Modell, die Technik der Ölmalerei mit allen ihren Facetten anzuwenden. Bild: PH

Die Teilnehmer der Workshops Bodyart und Floating Landart haben angesichts der heißen Temperaturen das große Los gezogen – sie arbeiten im Schatten spendenden Wald. „Wir brauchen nur uns, Farbe und die Natur“, berichten Jugendliche, die mit dem studentischen Workshop-Team Annette Karsten, Nina Bergmann und Paul Boskamp bei einem Streifzug durch die Natur ein Bodypainting der besonderen Art kennenlernen. Inmitten von Bäumen, Gras, Blättern und Steinen wird der eigene Körper zum lebendigen Kunstwerk gestaltet. Auch den Teilnehmern der Floating Landart sind bei ihrer Arbeit in der Natur keine Grenzen gesetzt. „Wir haben zuerst kleinere Kunstgegenstände mit Naturmaterialien gestaltet, um mit diesen vertraut zu werden“, berichten Christina Pracht, Lena Herzog und Anna-Lena Berken vom Workshop-Team. Mit einer imposanten Brücke über den nahegelegenen Bach zeigen sie, wie sich die Schwerelosigkeit in der Natur mit künstlerischen Mitteln umsetzen lässt.

Ihr Glück mit Scherben suchen die Teilnehmer des fünften Workshops, der von den Studierenden Miriam Neidhart, Katharina Nebe und Jennifer Manz geleitet wird. Aus ganz gewöhnlichen Ytong-Steinen haben sie zunächst mit Feile, Hammer und Säge aussagekräftige Skulpturen geschaffen, die sie jetzt mit Mosaikkunst gestalten. Auch kleinflächige Mosaik-Werke sind bereits entstanden. „Wir verwenden Scherben aus Altglas, Spiegeln und Fliesen“, erzählen sie und erwecken mit Begeisterung das jahrtausendalte Mosaik-Handwerk zu neuem Leben.

Workshop In dem Workshop „Scherbenglück“ erweckten die Teilnehmer mit Begeisterung das jahrtausendalte Mosaik-Handwerk zu neuem Leben. Bild: PH

Design und Mode werden im sechsten Workshop neu definiert. „Upcycling / Trash-Design“ ist er überschrieben und entführt die Teilnehmerinnen in neue Modewelten. Naturmaterialien, alte Tüten, Kaffeekapseln, Joghurtbecher, Knöpfe, alte Schuhe und Lampenschirme, Stoffe und Textilien – „wir verarbeiten alles“, sagt die Designerin Iris Herzogenrath, die von den Studierenden Angela Köbach, Katrin Lochmann und Olga Herzog assistiert wird. Und so entstehen aus Fahrradschläuchen und Autosicherheitsgurten modische Handtaschen oder auch Flip Flops, aus Häkeldecken werden schicke Röcke, aus leeren Kaffeepads entsteht faszinierender Schmuck. Aus Store- und Vorhangresten fertigen die Teilnehmerinnen sogar ein Brautkleid, das allgemeine Bewunderung hervorruft. „Wir geben alten Sachen eine etwas ungewöhnliche Chance, wieder in das Modeleben zu gelangen“, betont Iris Herzogenrath. Und sie hat Recht: Die mit Liebe kunstvoll gestalteten Einzelstücke zeigen Fantasie und Kreativität, aber auch den Spaß der Workshop-Teilnehmer.  
          
PH-Professor Dr. Martin Oswald bestaunte die Ergebnisse des WorkshopsPH-Professor Dr. Martin Oswald bestaunte die Ergebnisse des Workshops
„Upcycling / Trash-Design“ mit Designerin Iris Herzogenrath (links), in dem Design und Mode neu definiert wurden. Bild: PH

Doch nicht nur das künstlerische Tun begeistert die jungen Kunstcamper. Auch die abendlichen Grillfeste, das gesellige Beisammensein und nicht zuletzt die gute Verpflegung, für die in diesem Jahr wieder die Allgäuer Landfrauen sorgen, kommen bestens an. „Das Kunstcamp ist für mich ein Muss in den Sommerferien“, sagt ein Jugendlicher aus Weingarten. Und er erhält breite Zustimmung.  



 
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