Link:Zur Startseite | Logo: Pädagogische Hochschule Weingarten
 
Aktuelles
Hochschule
Studium/Lehre/Weiterbildung
Forschung
Einrichtungen/Personen
Leitung/Verwaltung
Service/Information
Link: www.ph-weingarten.de/en
 



 

„Ein Meister des spontanen Einfalls“

Dekan Professor Dr. Lothar Kuld in den Ruhestand verabschiedet

Weingarten
– Seit 2003 ist Dr. Lothar Kuld Professor im Fach Katholische Theologie/Religionspädagogik an der Pädagogischen Hochschule Weingarten. Zuletzt leitete er als Dekan die Fakultät I. Am Mittwoch, 23. Juli, wurde er nun feierlich in den Ruhestand verabschiedet.
Etwa 100 Gäste, unter ihnen auch zahlreiche Kolleginnen und Kollegen der PH und anderer Hochschulen, viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die bei ihm promoviert hatten, und Freundinnen und Freunde – manche von ihnen waren eigens aus dem Ausland angereist – feierten mit ihm im Audienzsaal der PH.
Professorin Dr. Hilary Mooney von der PH würdigte ihren Kollegen als einen Hochschullehrer, der sich immer um alle Belange und das Wohl der Studierenden intensiv gekümmert habe. Er habe zahlreiche Doktorandinnen und Doktoranden betreut und nie eine wissenschaftliche Hausarbeit abgelehnt. Legendär seien seine wohlwollenden aber kreativen Fragen im Staatsexamen, lobte Mooney weiter.
Mit einem eingängigen Statement, einem Impromptu, zollte sein ehemaliger Doktorand Dr. Hans-Martin Brüll ihm Anerkennung und charakterisierte ihn auf amüsante Art. Kuld sei „ein Meister des spontanen Einfalls“, immer bereit sich auf den rechten Moment einzulassen und zu improvisieren. Kuld habe sich für eine schülergemäße Religionspädagogik eingesetzt und das von ihm mitentwickelte Compassion-Konzept werde mittlerweile an über 300 Schulen praktiziert. Als „besonders effektvoller Begegnungsstifter“ habe er Menschen aus unterschiedlichen Kulturen zusammengebracht, was sich an seinen guten Kontakten nach Kamerun, Indien, Argentinien und Japan zeige.
Die Verabschiedung stand unter dem Motto „Religion und Biografie“, einem zentralen Thema in Kulds Arbeiten und Leben. Professorin Dr. Helga Kohler-Spiegel von der PH Vorarlberg verdeutlichte den Zusammenhang am Beispiel der Beziehung zwischen einem Baby und seiner Mutter. Biografien begännen als emotionale Beziehung zwischen Mutter und Kind und im Erleben von Bindung. Auch Gott mache den Menschen ein Bindungsangebot und trage es in seinem Namen, „Ich bin da.“
Am Beispiel eines Kindheitserlebnisses, nämlich eines Unfalls mit dem Roller, beleuchtete Professor Dr. Harry Harun Behr von der Goethe Universität in Frankfurt die Frage nach der menschlichen Autonomie und wie in der schmerzhaften Erfahrung ihrer Grenzen die Beziehung zu Gott als Frage aufscheint.
Kuld selbst gab im Sinne einer religiösen Autobiographie Einblicke in sein Verhältnis zur Religion und zeigte, wie es insbesondere durch die Zeit der 60er und 70er Jahre geprägt wurde. Religion sei in seiner Generation nicht selbstverständlich gewesen und wenn, dann eher politisch ausgerichtet. Angesichts der abnehmenden Religiosität in Europa ging Kuld auch auf die Frage ein, ob die Säkularität die Religion vernichtet habe. Seine Antwort darauf überrascht: „Im Gegenteil, der säkulare Staat schützt die Religion durch Religionsfreiheit.“
Die Feier wurde festlich umrahmt durch Isabell Neitzel am Klavier. Zum Abschluss gab es eine Tanzperformance von der Sportdozentin Alexa Becker mit ihren Studentinnen Anja Fetzer, und Denise Schad unter dem Titel „Begegnungen“, über die sich Kuld, der selbst leidenschaftlicher Tangotänzer ist, besonders freute.

Dekan Kuld mit Professor Ikeda und FrauProfessor Kuld freute sich besonders, dass seine Freunde Professor Nobuo Ikeda, Emeritus der Universität Tokyo, und seine Frau Isolde Kiefer-Ikeda bei der Abschiedsfeier dabei sein konnten.

Text und Foto: Arne Geertz


 
DruckansichtDruckansicht