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Sonnenfinsternis in Regenbogenfarben

Physiker zeigt einmaliges Experiment an der PH Weingarten

Weingarten – Die Sonnenfinsternis hat am Freitag, 20. März, die Menschen in Europa in ihren Bann gezogen. An der Pädagogischen Hochschule Weingarten nutzte der Physik-Doktorand Sascha Grusche diese historische Gelegenheit für ein einmaliges Experiment.

Zahlreiche Lehrende, Studierende und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der PH kamen in den fast vollständig verdunkelten Physikraum im Naturwissenschaftlichen Zentrum um dieses Experiment mitzuerleben. Sie sahen auf dem Boden des verdunkelten Raumes eine Projektion der Sonnenfinsternis in Form eines „angeknabberten Sonnentalers“ zunächst in rötlichen Farben, später in Gelb und Grün und schließlich in tiefdunklen Blautönen.

Sascha Grusche, der zurzeit seine Doktorarbeit im Fach Physik an der PH schreibt, und dieses Experiment entworfen hat, gibt dazu einige Erläuterungen. „Ich habe hier ein historisches Experiment des berühmten Physikers Isaac Newton in abgewandelter Form nachgebaut. Newton wollte mit seinem „experimentum crucis“ mittels eines Spektrums beweisen, dass sich das Sonnenlicht aus unterschiedlich brechbaren Strahlen zusammensetzt.“ Dazu habe Newton Sonnenlicht zunächst durch ein Loch und ein erstes Prisma geschickt, erklärte Grusche. Durch das erste Prisma wurde der Lichtstrahl in die Regenbogenfarben aufgespaltet. Jeweils eine Farbe dieses Spektrums hat Newton dann durch ein zweites Loch und ein zweites Prisma gelassen. Im Unterschied zu Newton hat Grusche nun anstelle des zweiten Lochs einen Spalt verwendet.

So erhält Grusche nun eine farbige Abbildung der Sonnenfinsternis. Wenn er die Versuchsanordnung verschiebt, ändert sich die Farbe der Abbildung. So kann Grusche die Sonnenfinsternis in den verschiedenen Spektralfarben zeigen. „Was wir hier sehen, ist nicht etwa ein einfarbiges Abbild des Spaltes, sondern ein regenbogenfarbiges Abbild der Außenwelt. Hätte Newton damals einen Spalt verwendet statt eines Loches, hätte er das auch schon erkennen können“, sagt Grusche. „Vorhin ist zufällig ein Vogel vorbeigeflogen, den konnte man in der Abbildung auch deutlich erkennen“. Grusches Erkenntnisse werden demnächst im American Journal of Physics veröffentlicht.

Auch wenn die physikalischen Hintergründe vermutlich nicht jeder Zuschauerin und jedem Zuschauer klar geworden sind – die Sonnenfinsternis in den verschiedenen Spektralfarben zu beobachten, war ganz sicher ein ziemlich einmaliges Erlebnis.


Text und Fotos: Arne Geertz



 
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Foto: Arne Geertz
 
Foto: Arne Geertz
 
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Foto: Arne Geertz
 
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