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Gewerbelehrerausbildung in Baden-Württemberg

Tagung der Fachdidaktiker in Esslingen


Die Ausbildung zur Gewerbelehrerin bzw. zum Gewerbelehrer hat in Baden-Württemberg eine lange Tradition; eines ihrer typischen Merkmale ist die Verbindung der wissenschaftlichen Ausbildung an Hochschulen (1. Phase) mit der auf Anwendungsbezüge fokussierenden, seminaristischen Qualifizierung im Rahmen des sog. „Vorbereitungsdienstes“ (Referendariat) an Staatlichen Seminaren (2. Phase).


Die hochschulseitige Gewerbelehrerausbildung findet in Baden Württemberg traditionell an zwei Universitäten (Karlsruhe und Stuttgart) sowie seit einigen Jahren auch an vier Pädagogischen Hochschulen (Freiburg, Ludwigsburg, Schwäbisch-Gmünd und Weingarten) jeweils in Kooperation mit einer Hochschule für Angewandte Wissenschaften statt. Bereits während dieser ersten Ausbildungsphase arbeiten die Hochschulen mit unterschiedlicher Ausprägung mit den grundsätzlich für die zweite Ausbildungsphase zuständigen Abteilungen der Staatlichen Seminare für Didaktik und Lehrerbildung (Freiburg, Karlsruhe, Stuttgart und Weingarten) u.a. im Zuge der studiumintegrierten Schulpraxisphasen („Schulpraxissemester“) zusammen, um eine kontinuierliche Kompetenzentwicklung angehender Lehrerinnen und Lehrer für gewerblich-technische Unterrichtsfächer an den unterschiedlichsten berufsbildenden Schulen des Landes sicherzustellen.


Wenngleich Gewerbelehrerausbildung ein im Ganzen komplexes und vielschichtiges Thema mit differenzierten fachwissenschaftlichen und fachpraktischen Konnotationen bildet, stehen allgemein-, mehr aber noch fachdidaktische Fragestellungen in allen Phasen der Lehrerbildung an prominenter Stelle. Diese die Ausbildungsphasen übergreifend zu betrachten und in eine landesweite Gesamtschau zu stellen war das Ziel eines unlängst praktizierten Novums: Zum ersten Mal trafen sich in der Zeit vom 13.-15.10.2014 auf Einladung des Staatlichen Seminars für Didaktik und Lehrerbildung Weingarten (Prof. Josef Baier / StD Franz Dreher) mit Unterstützung durch das Fachgebiet Berufspädagogik der Pädagogischen Hochschule Weingarten (Prof. Dr. Joachim Rottmann) Vertreterinnen und Vertreter der Fachdidaktiken nahezu aller oben genannten Einrichtungen zum Erfahrungsaustausch an der Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen in Esslingen.


Das dreitägige Tagungsprogramm war gehaltvoll, dabei aber zielführend angelegt: Breiten Raum nahmen die Darstellungen und Erörterungen der unterschiedlichen Studiengangkonstruktionen an den beteiligten Studienorten sowie der ebenfalls heterogenen Formen der Gestaltung bzw. Integration schulpraktischer Elemente in die erste Lehrerbildungsphase ein, zu welchen sowohl beteiligte Hochschulvertreter wie auch Repräsentanten der baden-württembergischen Studienseminare vortrugen. Impulsgebend waren darüber hinaus Fachvorträge externer Gäste (Prof. Dr. Klaus Jenewein, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg zum Thema „Neue Wege der Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und Studienseminaren“) sowie aktuelle Berichterstattungen aus der die Gewerbelehrerbildung flankierenden ordnungspolitischen Arbeit (Prof. Dr. Bernd Haasler, Pädagogische Hochschule Weingarten zum Thema „Ländergemeinsame inhaltliche Anforderungen für die Fachwissenschaften und Fachdidaktiken in der Lehrerbildung; Beschluss der KMK vom 16.10.2008 i.d.F. vom 16.05.2013“), welche durch systematische Überlegungen zur Konzeption der fachdidaktischen Elemente der Lehrerbildung bereichert wurden (Prof. Dr. Harald Görlich, Staatliches Seminar für Didaktik und Lehrerbildung Weingarten zum Thema „Der Stellenwert der Staatlichen Seminare im Kontext einer (forschungsbasierten) Weiterentwicklung der Fachdidaktiken“.


In Workshops und Arbeitsgruppen konnten zudem spezielle fachdidaktische Fragestellungen und Herausforderungen bearbeitet werden – die dabei im Ergebnis häufig zu erkennen gaben, dass seitens der rund dreißig Tagungsteilnehmer/-innen eine Verstetigung des gemeinsamen Austausches als ausgesprochen wünschenswert erschien. Allein damit war für die Veranstalter eine der Hauptabsichten der Tagung erreicht: Die erstmalige Zusammenführung der bislang eher unverbundenen Akteure der ersten und zweiten Lehrerbildungsphase hatte zu erkennen gegeben, dass „der Blick über den Tellerrand“ Fragestellungen und Erkenntnisse aufwerfen konnte, die Anlass genug für die Fortsetzung der nun begonnenen Kooperation zu bieten haben!

 

 


Text: Prof. Dr. Joachim Rottmann



 
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