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Minister Stoch diskutiert an der PH über die Zukunft der Schullandschaft

Studierende sorgen sich um Einstellungschancen

 

Kultusminister Andreas Stoch diskutierte mit Studierenden und Lehrenden der PH Weingarten über die Entwicklungen in den Schulen und der Lehrerbildung. (Klick auf das Bild für volle Auflösung)


Die Schullandschaft in Baden-Württemberg befindet sich im Umbruch und das Lehramtsstudium wird reformiert. Das wirft eine Menge Fragen auf. Fragen, denen sich Kultusminister Andreas Stoch in einer Podiumsdiskussion am Donnerstag, 23. Oktober, an der Pädagogischen Hochschule in Weingarten stellte.
Mit ihm diskutierten Professor Dr. Werner Knapp, Rektor der PH Weingarten, und die Studentin Sarah Witte, die lange Vorsitzende des Allgemeinen Studierenden-Ausschusses (AStA) war und nun studentische Vertreterin im Hochschulrat der PH ist. Moderiert wurde die Veranstaltung von apl. Prof. Dr. Michael Hermann aus dem Kultusministerium.

 

Auf dem Podium: Kultusminister Andreas Stoch, apl. Prof. Dr. Michael Hermann, Sarah Witte und Rektor Prof. Dr. Werner Knapp (von links nach rechts) diskutierten an der PH Weingarten. (Klick auf das Bild für volle Auflösung)

 

Ein Thema, dass die Studierenden und Lehrenden beschäftigt, sind die Schließungen von Schulen in ländlichen Regionen und die Berufsperspektiven für Lehrerinnen und Lehrer in den kommenden Jahren. Minister Stoch machte deutlich, dass es aufgrund der sinkenden Schülerzahlen nicht möglich sei, alle kleinen Schulstandorte aufrecht zu halten. Zudem sei es eine Frage der Qualität, die an kleinen Schulen gar nicht im erforderlichen Maße gewährleistet werden könne. Deshalb setze die Landesregierung auf die regionale Schulentwicklung. Dabei können sich die Kommunen untereinander und in Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Schulamt über die Schulstandorte in ihrer Nachbarschaft abstimmen. Ziel sei, dass die Schülerinnen und Schüler weiterhin jeden Schulabschluss in erreichbarer und zumutbarer Nähe absolvieren können. Mit der Festlegung von Mindestgrößen wolle die Landesregierung den Kommunen Investitionssicherheit geben. Stoch betonte auch, dass die Entwicklung des Schulsystems in Richtung eines Zwei-Säulen-Modells gehen werde. „Ich glaube, dass dieser Weg alternativlos ist und auch nach 2016 weiter gehen wird“, so der Kultusminister.


Die Berufsperspektiven für Lehrerinnen und Lehrer sieht Stoch differenziert. An Haupt- und Realschulen würden sich die Einstellungschancen aufgrund der Schulschließungen verschlechtern. Mittel- und langfristig werde der Bedarf auch insgesamt abnehmen. Das Land wolle aber Lehrerinnen und Lehrern weiterhin gute Einstellungschancen bieten, zumal durch die Inklusion und weitere Reformschritte neue Lehrkräfte gebraucht würden. Insbesondere im Bereich der Sonderpädagogik sieht er „einen extremen Einstellungsbedarf“ bedingt durch die geplante Umsetzung der Inklusion. Das Thema Stellenstreichungen habe ihn in seinen ersten zwei Amtsjahren sehr beschäftigt, sagte Stoch und verkündete, „dass im kommenden Jahr keine Stellen gestrichen werden.“ Die Landesregierung werde den Lehrerbedarf an den Schulen Jahr für Jahr prüfen.
Knapp wies auf die neuen Bachelor- und Masterstudiengänge hin, mit denen sich die PH von den Schwankungen des Lehrerbedarfs unabhängig machen und Studierenden alternative Perspektiven zum Lehramt anbieten will. Die neuen Studiengänge wie zum Beispiel Lernförderung, Logopädie, Mehrsprachigkeit und Interkulturelle Bildung und Umweltbildung bieten sowohl im innerschulischen als auch außerschulischen Bereich interessante berufliche Möglichkeiten.

 

Kultusminister Andreas Stoch diskutierte mit Studierenden und Lehrenden der PH Weingarten über die Entwicklungen in den Schulen und der Lehrerbildung. (Klick auf das Bild für volle Auflösung)


Die Schulen seien auf dem Weg zur Multiprofessionalität, bestätigte Stoch. Neben Lehrerinnen und Lehrern würden zunehmend andere Berufe in die Schule Einzug erhalten, wie dies bereits mit Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeitern, Schulpsychologinnen und Schulpsychologen geschehen sei.
Die Veränderungen in der Schullandschaft haben auch Auswirkungen auf die Ausbildung der Lehrerinnen und Lehrer, eine Reform der Lehramtsstudiengänge wurde von der Landesregierung auf den Weg gebracht, erst vor wenigen Tagen wurde der Anhörungsentwurf verschickt. „Damit wird die Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern auf eine völlig neue Qualitätsstufe gehoben“, lobte Rektor Knapp gleich in seiner Begrüßung den Entwurf, der eine Umstellung auf das Bachelor-Master-System und eine Verlängerung des Lehramtsstudiums für die Sekundarstufe auf zehn Semester vorsieht. Dies gebe den Pädagogischen Hochschulen die Möglichkeit, die Ausbildung zu verbessern und zu intensivieren.

 

 

Text und Fotos: Arne Geertz



 
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