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Fleisch oder Gemüse: Was schmeckt uns und warum?

“Essen Mädchen lieber Spinat und Jungen lieber Fleisch?“ fragt Claudia Angele

 

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Dr. paed. Claudia Angele lehrt das Fach „Alltagskultur und Gesundheit“ an der Pädagogischen Hochschule. Ihre Vorlesung an der Kinderuni dreht sich um Lieblingsgerichte, Geschmacksrichtungen und die Frage, wie geschmackliche Vorlieben und Abneigungen entstehen.Tutorin Mareike Deeg unterstützt sie bei der Vorlesung.

„Nein ich mag gar keinen Spinat“, sagt ein Mädchen. „Ich mag beides, Spinat und Fleisch“, sagt ein Junge. Die Kinder notieren ihre Lieblingsgerichte auf Zettel, die sie an den Nachbarn weiterreichen. Ein Viertel mag das Lieblingsgericht des anderen nicht, stellt sich heraus. Sie kennen das Gericht nicht, haben es noch nie gegessen, nennen die Kinder häufig als Grund. „Geschmack ist individuell“, stellt Claudia Angele fest. Das heißt, bei jedem anders.

 

Geschmack nehmen wir mit der Zunge wahr, mit Gaumen und Nase. Bestimmte Zungenzonen nehmen wahr, ob etwas süß, sauer, salzig, oder bitter ist. „Und scharf?“ fragt ein heller Junge. „Scharf nehmen wir über Nervenreize im Mundraum wahr, wie eine Art Schmerz“, antwortet die Hochschullehrerin. Als Baby mögen es alle Menschen auf der Welt süß und nicht bitter. Diese Vorliebe sei angeboren und könne menschheitsgeschichtlich erklärt werden, sagt Dozentin Claudia Angele. Süße Lebensmittel liefern uns viel Energie. Neben Vererbung bestimmen Prägung, Gewöhnung und Nachahmung unsere Vorlieben. Prägung, das frühe Kennenlernen, läuft im Mutterleib und während der Stillzeit ab. Da übertragen sich die Vorlieben der Mutter auf das Kind. Gewöhnung, häufiges Essen bewirkt, dass wir etwas immer lieber mögen. Es kann uns aber auch mal zu viel werden, zum Hals heraushängen. Kinder ahmen ihre Eltern nach, Jungen mehr den Vater, Mädchen mehr die Mutter.

 

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“Essen nun Mädchen lieber Spinat und Jungen lieber Fleisch?“ Die Kinder ordnen auf der Tafel Lebensmittelkärtchen den jeweiligen Geschlechtern zu oder beiden. Erdbeeren mögen Mädchen wie Jungen, auch Pommes, Pizza und Cola mögen alle Kinder, finden die Kinderstudiosi. Salat, Paprika und Karotten landen auf der Mädchenseite. Die Jungsseite bleibt leer, bis Michael ein Fleischküchle zuordnet. Im Jahr 2010 hat eine Wissenschaftlerin festgestellt, dass Mädchen in Mitteleuropa tatsächlich Gemüse, Obst und Milchprodukte bevorzugen, während Jungen eher Fleisch, Eier, Pommes und Pizza mögen. Untersuchungen in verschiedenen europäischen Ländern bestätigen dies. „Manche Mädchen mögen also lieber Gemüse“ sagt Claudia Angele. „Aber nicht alle.“
BU: Die Jungsseite bleibt leer, bis Michael ein Fleischküchle zuordnet.
BU: “Essen Mädchen lieber Spinat und Jungen lieber Fleisch?“ fragt Claudia Angele

 

Info:
Die Kinder-Uni ist ein Projekt der Städte Ravensburg und Weingarten und ihrer Hochschulen. Kinder zwischen 9 und 12 Jahren, die sich rechtzeitig angemeldet haben, können mitmachen. Das Studienjahr beginnt jeweils im Oktober. Näheres auf www.kinderuni-ravensburg-weingarten.de.



 
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