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Bildung und Wirtschaft: Gemeinsam zu mehr Nachhaltigkeit

Rund 250 Teilnehmer beim Abschluss-Kongress der UN-Dekade zur „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ am Freitag in der Pädagogischen Hochschule Weingarten

 

Sprachen beim Abschluss-Kongress der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ an der Pädagogischen Hochschule Weingarten über „Bildung und Wirtschaft“ (von links): Professor Dr. Hansjörg Seybold (PH Schwäbisch Gmünd), Professor Dr. Martin Müller (hinten, Universität Ulm), Professor Dr. Werner Knapp (PH Weingarten), Professor Dr. Andreas Schwab (PH Weingarten), Dr. Jana Rückert-John (Technische Universität Berlin), Professor Dr. Gregor Lang-Wojtasik (PH Weingarten) und Karl Handschuh (Staatliches Seminar Meckenbeuren). (Klick auf das Bild für volle Auflösung)

 

„Die Wirtschaft braucht uns und wir brauchen die Wirtschaft“, sagte Professor Dr. Werner Knapp, Rektor der Pädagogischen Hochschule Weingarten (PH), am Freitag in der Aula der Hochschule. Rund 250 Vertreter aus Wissenschaft, Erziehung und Wirtschaft waren zum Abschlusskongress der UN-Dekade zur „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE) nach Weingarten gekommen, um sich über einen effektiven Dialog zwischen Bildung und Wirtschaft zu verständigen. Der Kontakt zur Wirtschaft sei in den vergangenen Jahren stark intensiviert worden, betonte Rektor Knapp. Man habe erkannt, dass man nur gemeinsam die Zukunft erfolgreich und nachhaltig gestalten könne. Die von der Internationalen Arbeitsgruppe BNE Bodensee veranstaltete Tagung stand unter der Schirmherrschaft des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann. Bereits vor fünf Jahren hatte die Arbeitsgruppe zur Halbzeit der UN-Dekade einen viel beachteten Kongress in Weingarten abgehalten.

Das Konzept zur Tagung sei in mehreren Konzeptrunden entstanden, berichtete Karl Handschuh, Direktor des Staatlichen Seminars Meckenbeuren. Ziel sei es, dass Wirtschaft und Bildungseinrichtungen aufeinander zugingen. In Sachen Qualitäts- und Zukunftsanspruch gebe es schon jetzt viele Gemeinsamkeiten. Der Weg zur Nachhaltigkeit setzte einen Transformationsprozess in der Gesellschaft voraus, gab Professor Dr. Martin Müller von der Universität Ulm zu bedenken. Proaktives Handeln führe zu Kostensenkungen und einem verantwortungsvollen Ressourcenumgang, senke den Schadstoffausstoß und steigere dadurch Genuss und Gesundheit. Darüber hinaus sorge es emotional für ein gutes Gewissen. Für die Wirtschaft sieht Professor Müller gute Chancen, beispielsweise durch Energieeinsparungen betriebliche Kosten zu senken, das Unternehmensimage zu steigern und Wettbewerbsvorteile zu sichern. Der Staat sei im Gegenzug gefordert, die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass zwischen Gewinnerzielung und Nachhaltigkeit kein Gegensatz existiere.

Für einen unterhaltsam-imposanten Kongresseinstieg sorgte der Theaterausbildungskurs des Seminars Meckenbeuren. (Klick auf das Bild für volle Auflösung)


Über Gestaltungsmöglichkeiten der „Großen Transformation“ hin zu einer nachhaltigen Gesellschaft sprach Dr. Jana Rückert-John von der Technischen Universität Berlin. Viele Alltagspraktiken, so die Sozialwissenschaftlerin, hätten Potenziale für mehr Nachhaltigkeit. Sie hingen allerdings meist an Strukturen, die nicht so einfach zu ändern seien. Hier sei es erforderlich, milieuspezifische Potenziale in Kommunikations- und Bildungsstrategien aufzuzeigen. Umweltaffine Alltagspraktiken gelte es darüber hinaus durch Wertschätzung und Honorierung zu verstärken.

Am Nachmittag standen den Kongressteilnehmern acht Workshop-Angebote zur Verfügung, um nachhaltige und umweltfreundliche Projekte, Initiativen und Geschäftsideen der internationalen Region Bodensee-Oberschwaben, Vorarlberg, Graubünden und St. Gallen kennenzulernen. „Wir haben entdeckt, dass man auch beim Einkaufen ein richtig gutes Gefühl haben kann“, so eine Teilnehmerin. „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ erfordere vielseitiges Engagement, betonte Professor Dr. Hansjörg Seybold von der PH Schwäbisch-Gmünd, in seinem Abschlussreferat. Neben der Wirtschaft seien auch Lehrer und Schulen verstärkt gefordert, junge Menschen auf dem Weg in die Nachhaltigkeit zu führen und zu begleiten.

 

 

Text und Fotos: Barbara Müller



 
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