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Tausche Heimweh gegen Fernweh

Ein interkulturelles Theaterstück von Studierenden aus Deutschland und der Türkei

 

Foto: Pascal Kaiser (Klick auf das Bild für volle Auflösung)

 

Dass sich die Lehrerausbildung an der pädagogischen Hochschule Weingarten nicht nur auf Hörsäle und Seminarräume beschränkt, haben die 19 Studierenden vor wenigen Tagen im Theater Ravensburg mit ihrem eigenen Bühnenstück: „Tausche Heimweh gegen Fernweh – Eine Hommage an Kebab und Spätzle“ eindrucksvoll bewiesen. Mit witzigen Sketchen, selbstverfassten Gedichten und aufwändig einstudierten Choreographien wurde den Zuschauern veranschaulicht, was passiert, wenn junge Menschen aus der türkischen Stadt Adana auf die oberschwäbische Mentalität in Weingarten stoßen.
Dabei bedienten sich die Darsteller, zu denen auch sechs türkische Austauschstudierende zählen, an alteingesessenen Klischees, aber auch neuen Erkenntnissen, die sie aus ihrer interkulturellen Zusammenarbeit gewonnen haben.


Ein Bühnenstück entsteht
Vom ersten Treffen nach der Semesterpause bis zur Uraufführung war es ein langer Weg, da zu Beginn weder Stück noch Besetzung sicher war. Hinzu kam die kulturelle Verschiedenheit der Darsteller, wobei dieser Umstand schon sehr bald zum Gegenstand des gesamten Stückes werden sollte. Die Studierenden stellten sich vor, wie ein Besuch im Land des jeweils anderen aussehen könnte und berieten sich, welche Geschichten daraus entstehen würden. Wünsche und Träume spielten eine ebenso große Rolle wie Heimweh und Fernweh. Auch traditionell türkische Volkslieder und Gedichte fanden ihren Platz, wobei die sprachliche Barriere für das Verständnis der Zuschauer kein Hindernis war.

Für die Umsetzung auf der Bühne war die Schauspielerin und Theaterpädagogin Jutta Klawuhn verantwortlich. Unter ihrer Regie entstanden Sketsche, die einen Tag im Leben eines deutschen oder eines türkischen Studenten durleuchteten. Beide treffen Freunde, besuchen Vorlesungen und gehen abends feiern. Die Ankunft an einem Flughafen lädt dazu ein, die typisch deutsche Gründlichkeit bei der Gepäckkontrolle auf den Arm zu nehmen. Wenn dann noch ein Ehepaar, das dem Klischee eines Deutschen mehr als entspricht, beschließt, die Tochter „Franzi“ in ihrem Auslandssemester in Adana zu besuchen, ist der Kulturschock vorprogrammiert und damit dem Zuschauer ein weiterer „Lacher“ gewiss. Überwunden haben die Darsteller den Kulturschock allemal, nicht zuletzt durch eine tiefe Freundschaft, die nicht nur auf der Bühne durch das Gesangsstück „You´ve got a friend“ von Carole King besiegelt wurde. Am Klavier begleitet gab die Gruppe sogar einen eigenen Blues zum Besten, der mit dem Refrain: „ Das ist was jeder essen muss, das ist der Kebab-Spätzle-Blues“ ein Rezept abliefert, mit dem die deutsch-türkische Freundschaft gelingen kann.


Text: Markus Peer



 
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