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Große Begeisterung für das Thema „Vorlesen“

Zahlreiche Besucher bei der Veranstaltung „Kopfkino!“ der Pädagogischen Hochschule Weingarten im Rahmen des 10. Bundesdeutschen Vorlesetags

 

Inspiration Vorlesen: Kinder- und Jugendbuchautor Manfred Mai (li.) und Professor Dr. Jürgen Belgrad weckten die Begeisterung fürs Vorlesen. (Klick auf das Bild für volle Auflösung)

Vorlesen ist nicht nur der zentrale Schlüssel zum Lesen und Türöffner in die Welt der Bücher, Vorlesen macht auch richtig Spaß. Diesen Eindruck zumindest erweckten die vielen Besucher, die am vergangenen Freitag an die Pädagogische Hochschule Weingarten (PH) gekommen waren, um sich im Rahmen des 10. Bundesdeutschen Vorlesetags von verschiedenen Akteuren für das Vorlesen inspirieren zu lassen. Eingeladen hatten Dr. Jürgen Belgrad, PH-Professor für Literaturwissenschaft und Literaturdidaktik sowie Begründer des Projekts „Leseförderung durch Vorlesen“ und das Bildungsbüro Landkreis Ravensburg. Untersuchungen hätten gezeigt, dass sich durch Vorlesen nicht nur die Lesefertigkeit von Schülern deutlich verbessert habe, sondern auch deren Motivation sowie Konzentrationsfähigkeit und damit in vielen Fällen auch das Klassenklima, berichtete er. Im Bereich Grundschule beispielsweise sei bei einem Lesetest 2012/13 der Lesequotient bei insgesamt 500 ausgewählten Schülern durch Vorlesen von 92,1 auf 102,8 Prozent gestiegen, so Belgrad.

 

Ein buntes Publikum: Lehrer, Erzieherinnen, Eltern, Großeltern und andere Vorleser waren zahlreich zu der Veranstaltung erschienen. (Klick auf das Bild für volle Auflösung)


Nicht nur amtierende und angehende Lehrkräfte nutzten den Vorlesetag an der PH, für den Landrat Kurt Widmaier die Schirmherrschaft übernommen hatte. Auch Erzieherinnen, ehrenamtliche Vorleser, Eltern, Großeltern und andere interessierte Bücherliebhaber begeisterten sich für das Thema Vorlesen. Mucksmäuschenstill war es im PH-Festsaal, als der bekannte Kinderbuchautor Manfred Mai vor rund 200 Zuhörern aus seinem Buch „Das verkaufte Glück“ vorlas, das in Oberschwaben spielt. Immer wieder ergänzte er sein Vorlesen durch erzählende Passagen und nahm so seine Zuhörer mit auf eine spannende Zeitreise. „Ich könnte ihm noch lange zuhören und alles um mich herum dabei vergessen“, schwärmte eine junge Erzieherin. „Vorgelesen zu bekommen, ist in jedem Alter schön – sofern der Vorleser auch vorlesen kann“, sagte ein Vater.

 

In mehreren Workshops gaben Experten Tipps zum Vorlesen. (Klick auf das Bild für volle Auflösung)


Wichtige Tipps für das richtige Vorlesen erhielten die Besucher von ausgewiesenen Experten wie Manfred Mai, den Schauspielern Brian Lausund und Jutta Klawuhn sowie Melanie Friedrich, die sich seit vielen Jahren als Vorleserin engagiert. Auch beim Vorlesen seien Dialog und Blickkontakt mit den Zuhörern wichtig, betonte Schauspieler Brian Lausund. Durch Gestik und Mimik, verschiedene Stimmlagen und Betonungen werde der Text lebendig, empfahl Manfred Mai. Erzählende oder erklärende Passagen dienten der Auflockerung beim Vorlesen, sagte Jutta Klawuhn. Ein Vorleser müsse das Buch, aus dem er vorlese, aber keineswegs vorab kennen. „Man kann sich einem Buch auch anvertrauen“, so die versierte Textarbeiterin und Theaterpädagogin. Dieser Einschätzung widersprach Melanie Friedrich. Vor allem bei Kindern sei es wichtig zu wissen, was man vorlese, berichtete sie von ihren eigenen Erfahrungen. Auch sollte vorab geprüft werden, ob das vorgelesene Buch zur Altersgruppe der Zuhörer passe. Weitere Vorlesetipps gab es dann in speziellen Workshops mit Professor Dr. Belgrad (für Lehrkräfte), Jutta Klawuhn (für Eltern), Brian Lausund (für Pädagogen) und Manfred Mai (für alle). „Sie müssen die Kinder durch ihr Vorlesen motivieren und begeistern“, appellierte der Kinderbuchautor an seine Zuhörer. Um das Kopfkino beziehungsweise die mentalen Vorstellungen bei den Zuhörern zu aktivieren, benötige es aber keines speziellen Entertainments und keiner Effekthascherei. Nur der Vorleser und seine Geschichte seien wichtig, betonte Mai. Sein Tipp an alle Vorleser: „Räumliche Barrieren zwischen sich und den Zuhörern vermeiden, beim Lesen langsam und deutlich sprechen und darauf achten, dass man auch von allen verstanden wird.“

 

Text und Fotos: Barbara Müller



 
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