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Lust auf Kunst

38 Jugendliche gehen beim Kunstcamp auf dem Hofgut Nessenreben mit Begeisterung auf künstlerische Entdeckungsreise


Die Vielfalt der Kunst entdecken: Beim Kunstcamp auf dem Hofgut Nessenreben entstehen die unterschiedlichsten Kunstwerke. (Klick auf das Bild für volle Auflösung) Bild: PH

Die Sonne strahlt über dem Hofgut Nessenreben in Weingarten. Ein buntes Zeltlager und große Workshop-Zelte auf der grünen Wiese zeigen, dass dort fröhliches Leben Einzug gehalten hat: 38 Jugendliche im Alter von 14 bis 19 Jahren sind zum diesjährigen Kunstcamp gekommen, einem Angebot der Pädagogischen Hochschule Weingarten (PH) in Kooperation mit der Stadt Weingarten und dem Landkreis Ravensburg. „Auch in diesem Jahr bieten Künstler und Kunststudenten wieder ein tolles Kunstprogramm mit vier neuen Workshops“, sagt PH-Professor Dr. Martin Oswald, der vor acht Jahren das Kunstcamp ins Leben gerufen hat. Seit sechs Jahren liegt die Organisation der beliebten Sommerkunstwoche in den Händen von Antonia Schneider und Milena Potapiuk, die nach ihrem PH-Studium mittlerweile in Heidenheim und Wilhelmsdorf als Lehrerinnen unterrichten, denen das Kunstcamp aber nach wie vor am Herzen liegt. Einige der Teilnehmer sind nicht zum ersten Mal dabei. „Ein Jugendlicher hat schon sechs Mal teilgenommen und beginnt jetzt ein Studium an der Kunstakademie in Stuttgart“, berichtet Antonia Schneider. Und sogar eine junge Mainzerin ist unter den Kunstfreunden.

 

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An einem Tisch im Schatten von Sträuchern sitzt eine Gruppe Jugendlicher. Sie arbeiten konzentriert, begutachten gegenseitig ihre Werke und lassen sich immer wieder neu begeistern. „Wir lernen hier so viele Techniken kennen, das ist einfach toll“, strahlt eine Kunstjuniorin. In dem Workshop „Probier dich aus – Zeichnung, Malerei, Druckgrafik … alles ist möglich“ malen die Teilnehmer mit Acrylfarben auf Leinwand oder Holz, probieren verschiedene Kreiden aus, zeichnen mit Kohle und Ästen und erproben verschiedene Holzdruckverfahren. „Mein Favorit ist Kohlezeichnen“, sagt ein junger Künstler, der es sich auf einem Hocker bequem gemacht hat und Strich für Strich die barocke Hofanlage zu Papier bringt. Gleich daneben sind künstlerische Baumeister am Werk. „Naturarchitekten starten durch – bauen und wohnen“ ist der Workshop überschrieben. „Wir lassen uns von der Natur inspirieren und entwickeln ganz individuelle Bauweisen“, berichtet ein Jugendlicher, dessen Gebäude einer Baumwurzel ähnelt und eine imposante Treppenkonstruktion aufweist. Äste und Zweige, Moos, Tannenzapfen, Blätter und andere Dinge aus der Natur dienen als Baumaterialien. Der Phantasie und Kreativität – das zeigen die Bauwerke – sind dabei keine Grenzen gesetzt.

 

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Schrill-bunt geht es im dritten Workshop zu. Mit Sprühdose und Schablone erproben Kunstjunioren unter fachmännischer Anleitung eine Vielzahl von Graffiti-Gestaltungsmöglichkeiten. „Wir sprechen auch über die Werke berühmter Graffiti-Künstler“, freut sich ein junger Graffiti-Fan. „Ich hätte nie gedacht, dass nur mit Schablonen und Sprühdose so viele ganz unterschiedliche Werke entstehen können.“ Geübt wird mit kleineren Motiven auf Papier und Karton. Zum Abschluss des Kunstcamps geht es dann ans „Free-Riding“. Ein alter Bauwagen soll durch freies Graffiti-Sprühen ein neues Aussehen erhalten. Die Graffiti-Künstler sind mit Feuereifer dabei. Derweil entstehen in den alten Gewölben des Hofguts ganz andere Kunstwerke. Dort ist der Münchener Künstler und Autor Moses Wolff zugange und führt seine jungen Workshop-Teilnehmer in die Kunst des Body-Paintings ein. „Bei dieser Kunstform wird der Körper zum Kunstwerk, seine Anatomie wird in das Gestalten mit einbezogen“, erklärt Wolff, der auch Schauspieler ist und die Kunstcampler abends als Kabarettist begeistert. Unter seiner Anleitung verwandelten sich Körper der jungen Teilnehmer in Monster- oder andere Figuren, werden zu Sandstrand und Meer oder gar zu einer Schienenlandschaft. „Wir können uns hier richtig austoben – abgewaschen ist schnell wieder“, lacht eine Teilnehmerin und macht den Oberkörper eines Jugendlichen sukzessive zu einer bunten Blumenwiese.

Doch nicht nur das künstlerische Gestalten begeistert die jungen Camp-Teilnehmer. Auch das gesellige Beisammensein, die abendlichen Feiern, das Camp-Leben und nicht zuletzt das leckere Mittagessen, das in diesem Jahr die Allgäuer Landfrauen liefern, kommen gut an. „Schade, dass mit dem Abschlussfest schon alles zu Ende ist. Aber wir sind im nächsten Jahr wieder mit dabei“, kündigen zwei Schülerinnen an, denn: „Sommerferien ohne Kunstcamp – das geht nicht.“



 
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