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Presseerklärung

PH Weingarten nimmt Stellung zu den Empfehlungen der Expertenkommission Lehrerbildung

 

Die Expertenkommission zur Lehrerbildung hatte am 21. März in Stuttgart ihre Empfehlungen zur Weiterentwicklung der Lehrerbildung in Baden-Württemberg öffentlich vorgestellt. Die Pädagogische Hochschule (PH) Weingarten sieht darin viele sehr positive Aspekte und langjährige Forderungen der PHs aufgegriffen. In einigen Punkten besteht ihrer Auffassung nach allerdings noch erheblicher Bedarf zur Weiterentwicklung. Insbesondere wendet sich die PH Weingarten entschieden gegen die vorgeschlagene langfristige Integration der PHs in die Universitäten.


Rektor Professor Dr. Werner Knapp nimmt zu den Empfehlungen der Expertenkommission wie folgt Stellung:


„Die Pädagogische Hochschule Weingarten begrüßt eine Reihe von positiven Aspekten, wie zum Beispiel die überfällige Umstellung des Lehramtsstudiums auf die Bachelor-Master-Struktur. Diese ermöglicht die Anschlussfähigkeit und verbessert die Mobilität der Studierenden innerhalb Deutschlands und Europas. Unklar bleibt nach dem Kommissionsbericht, wie die Berufsqualifizierung der Bachelor-Absolventen aussehen soll.


Die Schaffung eines einheitlichen Lehramtes für die Sekundarstufe halten wir im Prinzip für den richtigen Schritt. Allerdings ist es unabdingbar, innerhalb dieses Rahmens Profilierungen für spezielle Aufgaben zu schaffen. Die individuelle Schwerpunktsetzung während des Studiums muss ermöglicht werden.


Über die Aufwertung der Lehrämter für Grundschulen sowie Werkreal-, Haupt- und Realschulen durch ein zehnsemestriges Bachelor-Master-Studium und die Bestätigung unserer langjährigen Forderung nach einer einheitlichen Studiendauer für alle Lehrämter freuen wir uns. Dies führt zu einem höheren Qualifikationsniveau der zukünftigen Lehrerinnen und Lehrer und ist der richtige Schritt zu einer besseren Bildung für alle.

Aber die Pädagogische Hochschule Weingarten sieht auch einige Schwachstellen in dem 58-seitigen Expertenbericht, zum Beispiel eine Überbetonung der fachwissenschaftlichen Qualifikation gegenüber den bildungswissenschaftlichen Grundlagen, der Fachdidaktik und der Schulpraxis.


Auch die regionalen Gegebenheiten des ländlichen Raumes in Baden-Württemberg wurden nicht berücksichtigt. Kooperationen zwischen Universitäten und Pädagogischen Hochschulen sind nicht überall ohne Weiteres möglich und bedeuten für Studierende und Lehrende einen erheblichen Zusatzaufwand.

Die Neugründung so genannter Professional Schools of Education dürfte mit einem hohen Verwaltungsaufwand und damit hohen Kosten verbunden sein.


Ganz entschieden wehren wir uns gegen den Vorschlag, langfristig die Pädagogischen Hochschulen in die Universitäten zu integrieren. Die Pädagogischen Hochschulen mit ihrer einzigartigen Verbindung aus erziehungswissenschaftlicher, fachwissenschaftlicher und fachdidaktischer Expertise mit einem praxis-orientierten Studium sind ein baden-württembergisches Erfolgsmodell. Wir sollten uns hüten, die Fehler anderer Bundesländer nachzumachen.


Insgesamt halten wir das Papier der Expertenkommission für eine gute Diskussionsbasis, auf der die Lehrerbildung im Dialog mit den Beteiligten und unter Berücksichtigung der speziellen Gegebenheiten in Baden-Württemberg weiter entwickelt werden sollte.“



 
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