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Ein Abend über die Liebe

Studierende der PH inszenierten die Facetten einer Leidenschaft von den klassischen Dichtern bis zur Popmusik

 

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Es gibt wohl keinen Dichter oder Musiker, der sich nicht mit diesem großen Thema der Menschheit auseinandergesetzt hat – der Liebe. Unzählige Male wird sie in Gedichten beschworen und in Liedern besungen. Ihre Facetten sind so bunt und vielfältig wie die Menschen selbst, die sie empfinden.
Es gibt also mehr als genug Stoff, will man sich mit der Liebe in Dichtung und Musik beschäftigen. Studierende aus dem Fach Deutsch an der Pädagogischen Hochschule Weingarten haben dies getan. Daraus entstanden ist ein buntes, kurzweiliges Menü der Liebeslyrik in drei Gängen, das einen weiten Bogen von den großen Klassikern wie Schiller und Goethe bis zu modernen Popstars wie Jennifer Rush und Marius Müller-Westernhagen spannt. „Nur für Genießer“ stand auf der Einladung, und davon gab es viele, denn der Festsaal der PH Weingarten war voll. Studierende, Lehrende und auswärtige Gäste, ob jung oder alt, waren zahlreich gekommen zu diesem ungewöhnlichen Abend am 31. Januar.

 

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„Lassen Sie sich verzaubern oder mitreißen.“ Mit diesen Worten gab Professor Dr. Jürgen Belgrad die Bühne frei für die Studierenden. Im ersten Gang servierten diese leichte Kost, zum Beispiel die Schlager von Udo Lindenberg „Hinterm Horizont“ und „Ich lieb Dich überhaupt nicht mehr“, verschmolzen zu einem Medley und gesungen von Philipp Bohnacker, Philipp Herrmann, Johannes Pitsch und Christopher Schoch. Das Ganze gewürzt mit einer Prise Humor à la Tucholsky und in Szene gesetzt von Philipp Hermann und Viola Riedersberger. Dazu gab’s „Rote Rosen“ von Hildegard Knef, gesungen von Katrin Sieber, deren fantastische Stimme an dem Abend noch öfter zu hören war. Die musikalische Begleitung des gesamten Programms übernahm übrigens die talentierte Musikstudentin Stefanie Göbel, die sogar mit einer Eigenkomposition das Publikum begeisterte.
Nach dieser lockeren Einstimmung bekamen die Gäste im zweiten Gang schon etwas herzhaftere Kost präsentiert. Über die Augenblicks-Liebe trug Professor Dr. Thomas Lischeid einige Gedichte vor, etwa von Charles Baudelaire und D.H. Lawrence. Um Lust und Leidenschaft ging es dabei, aber auch um die dunkleren Seiten derselben, wie sie Bertolt Brecht in seiner „Ballade von der sexuellen Hörigkeit“ darstellt. Diese hatte Stephan Paetzold mit einer Collage von Bildern multimedial untermalt. Auch das Thema Eifersucht darf an einem Abend über die Liebe nicht fehlen. So inszenierten Katrin Sieber, Johannes Pitsch und Christopher Schoch das Lied „Ich weiß nicht zu wem ich gehöre“ von Friedrich Holländer, in dem sie sich in bester Slapstick-Manier um ihre Angebetete prügeln. „Der Handschuh“ von Friedrich Schiller, pantomimisch dargestellt, ebenso wie „Rosenrot“ von Rammstein, zeigen, wie gefährlich die Liebe sein kann und dass manche für einen Liebesbeweis ihr Leben aufs Spiel setzen.

 

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Teils deftige Kost wurde dann im dritten Gang aufgetischt. So spricht in Ludwig Hirsch’s „I lieg am Ruckn“ eine Leiche aus dem Grab und wünscht sich die Geliebte herbei, um sich zu wärmen. Nicht unumstritten war die Aufführung von Bertolt Brecht „Über die Verführung von Engeln“. Darin werden Sexualität und Gewalt ohne eine klare Grenzziehung aufgegriffen und bewusst religiöse Vorstellungen verletzt. Mit ausdrucksstarken Schwarz-Weiß-Fotos von Kristina Böhm und Tuley Böke und wiederum Musik von Rammstein wurde der Text in seiner Wirkung noch verstärkt.
Zum Ausklang, gewissermaßen als süße Nachspeise, schlugen die Studierenden dann wieder harmonischere Klänge an, etwa „Power of Love“ von der Pop-Sängerin Jennifer Rush, erneut gesungen von Katrin Sieber, oder in der Zugabe mit Marius Müller-Westernhagens „Willenlos“, das das gesamte Ensemble begeistert sang. Das Publikum war von den Inszenierungen der Facetten fasziniert.



 
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