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Große Verbundenheit mit Hochschule und Region

Rita Jans erhielt die Ehrennadel der PH Weingarten – Professorin Dr. Anja Ballis wurde mit dem Regionalpreis ausgezeichnet

Gleich mit zwei wichtigen Ehrungen feiere man den Abschluss eines erfolgreichen Forschungstages an der Pädagogischen Hochschule Weingarten (PH), sagte PH-Rektor Professor Dr. Werner Knapp in der vergangenen Woche bei einer Feierstunde auf dem Martinsberg: Die Hochschule ehrte die Pianistin Rita Jans mit der Ehrennadel der PH und Professorin Dr. Anja Ballis wurde für ihr Projekt Memoria 21 mit dem Regionalpreis ausgezeichnet, der von den Städten Ravensburg und Weingarten sowie dem Landkreis Ravensburg gemeinsam vergeben wird. Rita Jans habe als treibende Kraft der „Internationalen Weingartener Tage für Neue Musik“ gezeigt, dass auch aus kleinen Anfängen eine wegweisende und bundesweit viel beachtete Initiative werden könne, so Knapp. Anja Ballis habe mit der Aufarbeitung der Geschichte von Naziopfern Oberschwabens ein Projekt umgesetzt, das auf Friede und Völkerverständigung ziele. „Beide Frauen zeigen eine Verbundenheit mit der Hochschule und der Region, wie sie selten ist“, so Rektor Knapp.


Ehrennadel für Rita Jans

 

PH Ehrennadel: PH-Rektor Professor Dr. Werner Knapp verlieh Rita Jans die Ehrennadel der Pädagogischen Hochschule Weingarten. Bild: PH (Klick auf das Bild für volle Auflösung)


Die 1986 ins Leben gerufenen „Internationalen Weingartener Tage für Neue Musik“ seien untrennbar mit der Persönlichkeit von Rita Jans verbunden, sagte Weingartens Ex-Oberbürgermeister Gerd Gerber in seiner Laudatio. Rita Jans lehrte von 1962 bis 1996 als Pianistin an der PH Weingarten. Mit dem jährlich im Herbst stattfindenden Musikfestival, das durch sein unverwechselbares Programm längst überregionale und sogar internationale Bedeutung und Aufmerksamkeit genieße, habe Rita Jans einen einzigartigen und zukunftsweisenden Beitrag in der Musikkultur geleistet, so Gerber weiter. Schon bei den zweiten Musiktagen 1987 gelang es der erfolgreichen Pianistin, den bedeutenden Komponisten John Cage nach Weingarten zu holen. Eine Reihe international bekannter Komponisten, darunter Helmut Lachenmann, Karlheinz Stockhausen, Wolfgang Rihm oder auch Isabel Mundry und Sofia Gubaidulina, seien zwischenzeitlich schon zu Gast in Weingarten gewesen, um ihr Werk in vielfältigen Veranstaltungen zu präsentieren. Die „Internationalen Weingartener Tage für Neue Musik“ werden vom Förderkreis der Weingartener Tage für Neue Musik e.V. in Zusammenarbeit mit der Stadt Weingarten und der PH sowie in Kooperation mit dem Vorarlberger Landeskonservatorium veranstaltet. Rita Jans habe durch ihren Mut, ihre Zuversicht, ihren großen Einsatz und motiviert durch ihre Liebe zur Neuen Musik die Musiktage der vergangenen Jahrzehnte geprägt. Eine besondere Wertschätzung ihrer unermüdlichen Arbeit, so Gerber, habe sie im Jahr 2001 erfahren, als sie stellvertretend für dieses Musikfestival mit dem Kulturpreis der Städte Ravensburg und Weingarten ausgezeichnet worden sei. Mit der PH-Ehrennadel würdige jetzt auch die Hochschule die großen Verdienste von Rita Jans, betonte Rektor Knapp bei der Verleihung.

 


Regionalpreis für Anja Ballis

 

PH Regionalpreis: Für das Projekt Memoria 21 erhielt Professorin Dr. Anja Ballis den Regionalpreis der Städte Ravensburg und Weingarten sowie des Landkreises Ravensburg. Ravensburgs Erster Bürgermeister Hans Georg Kraus übergab die Auszeichnung. Bild: PH (Klick auf das Bild für volle Auflösung)


Die Überlieferungen von Überlebenden des Holocaust aus der Region Bodensee-Oberschwaben stehen im Zentrum des Projekts Memoria 21, für das Professorin Dr. Anja Ballis mit dem Regionalpreis ausgezeichnet wurde. Für das Erinnern brauche es im 21. Jahrhundert neue Formate, sagte Professor Dr. Gregor Lang-Wojtasik in seiner Laudatio. Gegenwärtig verändere sich die Form der Weitergabe der in und mit der Zeit des Holocaust gemachten Erfahrungen. „Bisher können Zeitzeugen noch persönlich über ihre Erinnerungen berichten. Künftig wird man andere Quellen nutzen müssen“, sagte Lang-Wojtasik und dankte Anja Ballis, dass sie sich dem Erstellen solcher Quellen angenommen habe. In Memoria 21 werden Texte von Überlebenden der nationalsozialistischen Verfolgung erfasst und bibliographiert, berichtete Professorin Ballis, die das Projekt auch mit einer eindrucksvollen Bild-Text-Dokumentation des Forschungsaufenthalts mit Studierenden in Israel im Oktober 2012 vorstellte. Im Mittelpunkt von Memoria 21 stünden Aufzeichnungen, Briefe, Postkarten von unbekannten und oft ungeübten Schreiberinnen und Schreibern. Der Fokus ruhe auf der Region Oberschwaben und damit auf Zeugnissen der Überlebenden des Holocaust aus den Außenlagern und Außenkommandos der Konzentrationslager Dachau, Natzweiler und Buchenwald, so Anja Ballis. Die Überlebenden hätten ihre persönlichen Erfahrungen und Erinnerungen in Worte gefasst, um Zeugnis abzulegen. Diese Texte wurden in einer akribischen Recherche zusammengetragen, in einer Datenbank aufbereitet und unter www.memoria21.de einer öffentlichen Suche zugänglich gemacht. Auch für den Schulunterricht bietet Memoria 21 einen wichtigen Zugang zur Thematik des Holocaust und seiner Erinnerung. Es sei eine wichtige Aufgabe, diese Erinnerung auch im 21. Jahrhundert wach zu halten und das Gedenken zu bewahren, sagte Ravensburgs Erster Bürgermeister Hans Georg Kraus bei der Übergabe des Regionalpreises. Dass das Projekt Memoria 21 einen konkreten Bezug zur Region habe, sei besonders wertvoll.



 
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