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Vom Kopfkino zum flüssigen Lesen

Das Forschungsprojekt „Leseförderung durch Vorlesen“ zeigt erstaunliche Wirkungen

 

Schüler aller Schularten sind begeistert vom Vorlesen. Wie das Forschungsprojekt von Professor Belgrad zeigt, verbessert sich durch regelmäßiges Vorlesen auch ihre eigene Lesekompetenz.

 

Lesen gehört zu den wichtigsten Grundkompetenzen einer Wissens- und Informationsgesellschaft. Doch die Lesekultur wird in manchen Familien wenig gepflegt und die Fähigkeiten der Schüler im Lesen sind nicht immer auf einem zufriedenstellenden Niveau. Wie man Schüler wieder stärker für das Lesen begeistern und dadurch auch ihre Lesekompetenz verbessern kann, das hat Professor Dr. Jürgen Belgrad von der Pädagogischen Hochschule Weingarten in einem breit angelegten Forschungsprojekt untersucht.
Erste Ergebnisse seines Projektes „Leseförderung durch Vorlesen“ haben der Literaturprofessor und sein Projektteam jetzt erstmals öffentlich vorgestellt. Seine Idee war es, das Vorlesen als festen Bestandteil in den Deutschunterricht aufzunehmen. Nachdem in einer ersten Studie, an der 1800 Hauptschüler der achten Klasse und 110 Lehrer beteiligt waren, positive Effekte deutlich nachgewiesen werden konnten, weitete Belgrad das Projekt nun in einer zweiten Runde auf weitere Schularten von der Grundschule bis zum Gymnasium und auf verschiedene Altersstufen aus.
In seiner Projektpräsentation im Festsaal der Pädagogischen Hochschule Weingarten fasste Belgrad die wichtigsten Ergebnisse zusammen: Die grundlegende Lesefertigkeit der Schüler, denen ein halbes Jahr lang 3-4 Mal die Woche 10 bis 15 Minuten im Unterricht vorgelesen wurde, habe sich deutlich verbessert. Auch die Konzentration sei gestiegen und das Interesse am Lesen habe zugenommen, berichtete Belgrad. Lehrer berichteten zudem von positiven Nebenwirkungen wie einer Verbesserung der Klassenatmosphäre.
Der Literaturprofessor erklärte die Zunahme der Lesekompetenz folgendermaßen: Der Leseprozess bestehe aus zwei Teilen, erstens den mentalen Vorstellungen, oder wie Belgrad es nannte, dem Kopfkino, und zweitens dem Dekodieren von Wörtern und Sätzen. Durch das Vorlesen würden die Schüler von dem zweiten Teil entlastet und könnten sich auf die mentalen Vorstellungen konzentrieren. Dies wiederum wirke wie ein Sporttraining auf die Schüler und dadurch falle ihnen beim Selberlesen das Dekodieren leichter.

 

Links: Projektleiter Jürgen Belgrad stellte die Ergebnisse des Projektes „Leseförderung durch Vorlesen“ vor.
Rechts: Der Schriftsteller Manfred Mai las aus seinen Werken und ermöglichte den Teilnehmern der Projektpräsentation, die Wirkung des Vorlesens selbst zu spüren.


Wie dies funktioniert, davon konnten sich interessierte Lehrer und Gäste bei der Projektpräsentation selbst einen Eindruck verschaffen. Denn Professor Belgrad hatte den bekannten Schriftsteller Manfred Mai aus Winterlingen zu einer Lesekostprobe eingeladen.
Die Ergebnisse des Projektes „Leseförderung durch Vorlesen“ werden auch in den Schulbehörden sehr positiv aufgenommen. „Das Kultusministerium unterstützt dieses Projekt sehr intensiv und nachhaltig“, berichtete Rektor Professor Dr. Werner Knapp. Vertreter der Schulämter und Regierungspräsidien verfolgten die Ergebnisse interessiert. Auch zahlreiche Stiftungen und Sponsoren unterstützen das Projekt: die Bürgerstiftung Kreis Ravensburg, die Kreissparkasse Ravensburg, die Stiftungen Landesbank Baden-Württemberg, die Sonja Reischmann Stiftung sowie die Firmen Ravensburger und Schuler.



 
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