Link:Zur Startseite | Logo: Pädagogische Hochschule Weingarten
 
Aktuelles
Hochschule
Studium/Lehre/Weiterbildung
Forschung
Einrichtungen/Personen
Leitung/Verwaltung
Service/Information
Link: www.ph-weingarten.de/en
 



 

Dr. Claudia Angele erhält Lehrpreis

Theologie-Dozentin der PH Weingarten betritt pädagogisches Neuland

 


Ein Seminar in dem Theologie-Studierende gleich mehrere Orte der Weltreligionen besuchen – das klingt entweder nach einer sehr teuren privaten Hochschule oder nach Science Fiction. Ist es aber nicht. Dank der virtuellen Internetwelt Second Life und dem Engagement der Theologie-Dozentin Dr. Claudia Angele konnten rund 20 Studierende an der Pädagogischen Hochschule Weingarten (PH) diese Erfahrung machen.


Für ihre Lehrveranstaltung „Second Life: Neue Lernorte? – Virtuelle Welten als Herausforderung für Pädagogik und Theologie“ wurde Dr. Claudia Angele am vergangenen Mittwoch, 23. November, mit dem Lehrpreis der Kreissparkasse Ravensburg ausgezeichnet. „Der Lehrpreis ist ein Mittel, um die Qualität der Lehre in den Mittelpunkt zu rücken und zu verbessern“, erklärte Prorektor Dr. Werner Knapp in seiner Begrüßungsrede. Außerdem drücke er die Wertschätzung für das Engagement der Preisträgerin aus.


Im Rahmen einer Feier stellte sie ihr Seminar vor und erläuterte die pädagogischen und didaktischen Zielsetzungen. Studierende und Dozenten aus drei Hochschulen – die Universität Frankfurt und die PH Karlsruhe waren Kooperationspartner in diesem Projekt – trafen sich jeweils dienstags im Zweitreisebüro in Second Life, um dann per Teleport-Funktion wie bei Raumschiff Enterprise verschiedene Nachbauten von religiösen Stätten im Internet zu besuchen. Angele zeigte einige Fotos von sehr detaillierten dreidimensionalen Gebäuden, wie etwa der Klosterkirche von Mt. St. Michel, Frankreich, oder des islamischen Heiligtums Kaaba in Mekka, Saudi-Arabien, die die Studierenden besucht und sogar betreten haben – natürlich virtuell.


„Für die Religionsdidaktik hat sie damit Neuland betreten“, sagte Theologie-Professor Dr. Lothar Kuld in seiner Laudatio. Es gehe darum, die so genannten Digital Natives, die Kinder und Jugendlichen also, die mit dem Internet aufgewachsen sind und einen erheblichen Teil ihrer Freizeit dort verbringen, gewissermaßen in ihrer Lebenswelt abzuholen und die Möglichkeiten des Internets für die Pädagogik zu nutzen. So könnten diese beispielsweise in Second Life mit Muslimen ins Gespräch kommen, oder Orte, etwa heilige Stätten, betreten, zu denen sie im realen Leben keinen Zugang haben. Zwischen Virtualität und Religion sieht Kuld übrigens keinen Widerspruch. „Religion selbst ist virtuell“, erklärte er und verwies beispielsweise auf die Malereien in der Basilika, mit deren Hilfe die Menschen schon vor hunderten von Jahren nichts anderes unternommen hätten als den Versuch, Religion zu konstruieren.


Dr. Manfred Schöner, Mitglied des Vorstandes der Kreissparkasse Ravensburg, freute sich, bereits zum dritten Mal den Lehrpreis an der PH vergeben zu können. „Der Preis soll ein Impuls für ausgezeichnete Lehrerausbildung sein“, sagte er, denn die Lehrer seien Multiplikatoren und von gut ausgebildeten Lehrern würden letzten Endes auch die Schüler profitieren. Vor dem Hintergrund der ungeheuren Popularität des Internets und der sozialen Netzwerke sei es ein „einleuchtender und zukunftsweisender Weg“, den Claudia Angele hier eingeschlagen habe.
Die Feier im Festsaal der PH, zu der neben Angeles Familie zahlreiche Ehrengäste und Angehörige der PH erschienen waren, wurde musikalisch umrahmt von den Studentinnen Stefanie Göbel und Patricia Schad. Zum Ausklang gab es einen Empfang im Audienzsaal.

Zur Person
Die Preisträgerin Dr. Claudia Angele, die 1970 in Ochsenhausen, Kreis Biberach, geboren wurde, hat 1993 das Erste und 1995 das Zweite Staatsexamen für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen abgeschlossen und danach an verschiedenen Schulen im Bereich des staatlichen Schulamtes Biberach gearbeitet. 1998 begann sie das Promotionsaufbaustudium an der Pädagogischen Hochschule Weingarten und promovierte nach erfolgreichem Abschluss zur Doktorin der Erziehungswissenschaften (Dr. paed.). Im Juni 2008 wurde sie zur Habilitation an der PH Weingarten angenommen und arbeitet seit August 2010 als Akademische Mitarbeiterin im Fach Katholische Theologie/Religionspädagogik. Claudia Angele lebt in Rot an der Rot, ist verheiratet und hat zwei Töchter.



 
DruckansichtDruckansicht