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Kaspar H. Spinner erhält Ehrendoktorwürde

Pädagogische Hochschule Weingarten ehrt den renommierten Deutschdidaktiker


Er hat die Deutschdidaktik, also die Wissenschaft von der Vermittlung der deutschen Sprache und Literatur, über vier Jahrzehnte entscheidend geprägt: Professor Dr. Kaspar H. Spinner wurde am Mittwoch, 28. Juni, mit der Verleihung der Ehrendoktorwürde der Pädagogischen Hochschule Weingarten für seine Verdienste um die Deutschdidaktik und für sein Lebenswerk geehrt.


Der 70-jährige Professor im Ruhestand hatte von 1988 bis zum Jahr 2006 einen Lehrstuhl für Didaktik der Deutschen Sprache und Literatur an der Universität Augsburg inne. In Weingarten ist er insbesondere bekannt durch die Einrichtung der Stiftung Deutschdidaktik zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses, die Spinner aus privaten Mitteln gestiftet hat. Geboren wurde Spinner 1941 in Biel (Schweiz), er studierte von 1960 bis 1968 Germanistik, Kunstgeschichte und Pädagogik an der Universität Zürich, promovierte dort und schloss eine Diplom-Prüfung für das höhere Lehramt ab. Anschließend arbeitete er als Assistent an der Universität Genf, bevor er zunächst als Assistenzprofessor, später Professor, nach Kassel ging. 1979 wechselte er auf eine Professur an die Pädagogische Hochschule Rheinland, die später in die RWTH Aachen integriert wurde.


„Sie haben so unglaublich viel geschaffen und publiziert, dass dem Laudator schwindlig wird“, sagte Professor Dr. Jürgen Belgrad von der PH, der die Laudatio hielt. Allein 50 Buchveröffentlichungen, 140 Aufsätze, zahlreiche Workshops und Lehrerfortbildungen bis im fernen Japan gehen auf das Konto von Spinner. Für sein Wirken hatte er im Jahr 2004 den Erhard-Friedrich-Preis erhalten.


Wie Belgrad erläuterte, sei Spinner immer dafür eingetreten, die beiden Pole Vernunft und Gefühl im Deutschunterricht zusammen zu bringen. Die drei tragenden Säulen von Spinners Didaktik seien das Konzept des produktionsorientierten Literaturunterrichts, das Konzept einer literarisch-ästhetischen Bildung und die nachhaltige Förderung des Lesens, insbesondere von Kinder- und Jugendliteratur. Spinner habe sich außerdem durch die nachhaltige Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses verdient gemacht.


Dass Spinner nicht nur ein großer Vordenker und Gestalter sondern auch ein kritischer Mahner gewesen ist, bewies er in seiner Rede, die einen Rückblick auf 40 Jahre Deutschdidaktik verbunden mit einem Ausblick in die Zukunft darstellte. Insbesondere mit der kritischen Theorie, dem Marxismus und der Fixierung auf Lernziele in den siebziger Jahren ging er ins Gericht. Er warnte davor, im Zuge der modernen Kompetenzorientierung einen Rückfall zur Lernziel-Orientierung der siebziger Jahre zu vollziehen, und stellte als große Zukunftsaufgabe das Ziel einer ästhetischen Bildung dar, die alle Lebensbereiche und Fächer umfassen solle.


Eine ästhetische Erfahrung, die alle Sinne ansprach, war auch der Festakt, der im historischen Barock-Ambiente des Festsaals der PH vor zahlreichen Ehrengästen, Hochschulangehörigen und Studierenden stattfand. Angefangen bei der Musik, gespielt von den Studierenden Stefanie Göbel (Flügel) und Chelo Stefan Wieland (Cayon) und Musik-Dozent Martin Küssner (Flügel) über eine Improvisationstheater-Einlage von Studierenden des Seminars „Szenische Verfahren im Unterricht“ bis zum kulinarischen Abschluss im Audienzsaal des Schlossbaus.


Nach Dr. Elmar Kuhn und Dr. Dino Larese ist Spinner nun der dritte Ehrendoktor der PH Weingarten in 30 Jahren, seit die PH das Promotionsrecht besitzt. Prorektor Professor Dr. Werner Knapp machte deutlich, dass die Hürden für die Verleihung einer Ehrendoktorwürde sehr hoch seien. So wurden externe Gutachten eingeholt, die die herausragenden Verdienste von Kaspar Spinner bestätigten. Die Zustimmung im Rat der Fakultät und im Senat erfolgte einstimmig.



 
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