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Auf der Suche nach einer Bildung ohne Brüche

Über 200 Erziehungswissenschaftler tagen an der Pädagogischen Hochschule Weingarten

Weingarten – Kinder erleben eine Vielzahl von Übergängen, teilweise auch Brüche: Von der Familie in den Kindergarten, von dort in die Grundschule und dann auf eine weiterführende Schule, um nur die markantesten zu nennen. Welche Bedeutung diese Übergänge für ihre Entwicklung haben und wie diese besser gestaltet und Kinder in der Bewältigung so unterstützt werden können, dass es nicht zu Brüchen kommt, damit befasste sich die Jahrestagung der Kommission „Grundschulforschung und Pädagogik der Primarstufe“ der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE).

Rund 200 Erziehungswissenschaftler, Studierende und Praktiker aus dem gesamten deutschsprachigen Raum waren drei Tage lang vom 29. September bis zum 1. Oktober an der Pädagogischen Hochschule Weingarten zu Gast, um sich in 75 Vorträgen, sieben Symposien und anhand einer Posterausstellung auf den neuesten Stand der Forschung zu bringen und sich auszutauschen.

Prorektor Professor Dr. Werner Knapp freute sich, dass es dem hiesigen Organisationsteam von Professorin Dr. Diemut Kucharz, Prof. Dr. Bernd Reinhoffer Dr. Thomas Irion und Katja Wagner gelungen ist, eine so bedeutende Tagung nach Weingarten „an den Rand der Republik“ zu bekommen. Im Zusammenhang mit dem Tagungsthema „Grundlegende Bildung ohne Brüche“ wies er auf die Problematik hin, dass im deutschen Bildungssystem Kinder aufgrund ihrer Herkunft benachteiligt würden. Die Vorsitzende der DGfE-Kommission Prof. Dr. Margarete Götz sprach von einer „Mehrebenenproblematik“, so seien einerseits verschiedene Einrichtungen betroffen, zwischen denen eine Anschlussfähigkeit hergestellt werden müsse, andererseits könnten auch Brüche innerhalb der Institutionen entstehen, zum Beispiel durch Klassenwechsel oder durch das Abbrechen von Lernprozessen aufgrund zeitlicher Begrenzungen.

„Sind denn diese Brüche immer so schlecht? Die meisten Kinder bewältigen diese Übergänge ja ohne größere Probleme. Wann sind Übergänge für Kinder lernförderlich und wann hinderlich?“, warf Diemut Kucharz eine ganz andere Frage auf. Einige Antworten darauf gab der Vortrag von Professorin Dr. Katja Mackowiak, die bis vor kurzem an der PH Weingarten lehrte.

Sie beleuchtete das Thema aus entwicklungspsychologischer Sicht. Bei Übergängen trete eine Häufung von Anforderungen auf. Kinder müssten dann mit starken, schnellen und vielfältigen Veränderungen fertig werden, so die Professorin. In diesen Situationen müssten Kinder neue Bewältigungsstrategien entwickeln. Hierin sieht Katja Mackowiak auch eine Chance, die Entwicklung voranzutreiben. Die Fähigkeit zur Selbstregulation spiele dabei eine große Rolle: „Selbstregulation ist ein zentraler Faktor für die gesamte Entwicklung.“

In einer Querschnittsstudie konnte Katja Mackowiak zwar feststellen, dass im Übergang vom Kindergarten zur Grundschule die Ängstlichkeit der Kinder zugenommen hat, aber eben auch die Nutzung grundsätzlich erfolgreicher Bewältigungsstrategien. Interessanterweise verfüge auch ein bedeutender Teil der hochängstlichen Kinder über gut funktionierende Bewältigungsstrategien.

Ihr Fazit im Hinblick auf die Übergänge: „Es geht nicht darum, diese möglichst sanft zu gestalten, sondern darum, Kinder vorzubereiten und ihre Selbstregulierungsfähigkeiten zu fördern.“

 

Pressemitteilung vom 13. Oktober 2010



 
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